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Opel Insignia ST/Peugeot 508 SW/Volvo V60: Test Dreikampf der Familienfreunde

Carsten van Zanten
Inhalt
  1. Peugeot 508 SW, Opel Insignia ST & Volvo V60 im Test
  2. Fahrkomfort: Opel Insignia ST mit hohen Reisequalitäten
  3. Motor/Getriebe: Peugeot 508 SW macht das Rennen
  4. Fahrdynamik: Opel Insignia ST am dynamischsten 
  5. Umwelt/Kosten: Volvo V60 mit bewerteter Ausstattung am teuersten
  6. Technische Daten Opel Insignia ST, Peugeot 508 SW & Volvo V60
  7. Fazit

Peugeot 508 SW, Opel Insignia ST & Volvo V60 kämpfen im Test um die Krone im Segment der Mittelklasse-Kombis. Wer bietet das beste Gesamtpaket?

In seinem ersten Test trifft der Peugeot 508 SW auf Opel Insignia ST und Volvo V60. Seit dem vergangenen Sommer sorgt der neue Peugeot 508 mit seinem aufsehenerregenden, dynamischen Design für viel frischen Wind in der automobilen Mittelklasse. Die jetzt nachgeschobene Kombiversion des eleganten Franzosen soll bei mindestens gleich betörender Optik einen gehörigen Schuss zusätzlicher Alltagstauglichkeit bieten. Das unterstreicht nicht zuletzt das maximale Ladevolumen von immerhin 1780 Liter. In diesem Punkt können der Opel Insignia Sports Tourer und der Volvo V60 nicht mithalten. Welche weiteren Argumente für den französischen Newcomer sprechen, klärt der Vergleich mit diesen beiden etablierten Segment-Vertretern. Mit den Zweiliter-Turbodieseln deckt das versammelte Trio dabei ein Leistungsspektrum von 150 (Volvo) bis 170 PS (Opel) ab. Mehr zum Thema Erste Testfahrt im Volvo V60

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Peugeot 508 im Video:

 
 

Peugeot 508 SW, Opel Insignia ST & Volvo V60 im Test

Rein von den Abmessungen her sticht der Opel Insignia ST in Test deutlich heraus. So ist er mehr als 20 Zentimeter länger und baut sieben bzw. acht Zentimeter höher als Volvo V60 und Peugeot 508 SW. Dies hat ein spürbar üppiger bemessenes Raumangebot auf allen Plätzen zur Folge. Der Volvo könnte in dieser Beziehung etwas besser dastehen, hätte der Testwagen nicht das die Kopffreiheit reduzierende Panorama- Glasdach (1450 Euro) an Bord. Beim Peugeot hingegen schränkt vor allem die seitlich tief heruntergezogene und nah am Kopf verlaufende Dachkante das Raumgefühl der Fondpassagiere ein. Zudem ist der Knieraum enger begrenzt als in den beiden Konkurrenten. Wie bereits erwähnt bietet der 508 SW zwar das größte Maximal-Ladevolumen, dennoch sammelt der Insignia Sports Tourer in diesem Bewertungskriterium dank seines größeren, im Alltag relevanteren Standardkofferraums mehr Punkte. Hinzu kommen die deutlich höhere Zuladung des Opel sowie seine ausgeprägtere Variabilität, die nur vom Volvo mit doppeltem Ladeboden und serienmäßiger Durchreiche übertrumpft wird. Eine solche bietet zwar auch der Peugeot, allerdings ist sein Ladeboden nach Umklappen der nur zweigeteilten Rücksitzlehne nicht eben, sondern leicht ansteigend. Für sich betrachtet glänzt der 508 mit einer umfangreichen Sicherheitsausstattung. So sind bei dem Franzosen mit Verkehrszeichenerkennung und Spurwechsel-Assistent zwei Features serienmäßig an Bord, die beim Insignia aufpreispflichtig sind. Auch spendiert Peugeot seinem Mittelklasse-Kombi auf Wunsch ein Nachtsicht-System (1200 Euro) – und damit ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Testfeld. Doch wer gegen einen Volvo antritt, kann in dieser Beziehung fast schon traditionell nicht wirklich einen Stich machen. Und so spielt der V60 auch dieses Mal nicht nur wegen seiner serienmäßigen LED-Scheinwerfer und ebenfalls zur Standardausstattung zählenden Systemen wie Kreuzungs- oder Ausweichassistent bei den sicherheitsrelevanten Details in seiner eigenen Liga. Gleiches gilt für die Qualitäts- und Wertigkeitsanmutung dank der edlen und penibel verarbeiteten Materialien im Innenraum. Bei der Bedienerfreundlichkeit setzt hingegen der Opel mit seiner klaren Struktur den Maßstab, während seine Konkurrenten einfache Tätigkeiten wie das Anpassen der Innenraumtemperatur mit zwei oder mehr Arbeitsschritten unnötig verkomplizieren.

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Fahrkomfort: Opel Insignia ST mit hohen Reisequalitäten

Neben seiner schieren Größe sprechen weitere Qualitäten für den Opel Insignia ST als bevorzugtes Reisegefährt. Da ist zuvorderst der in der Business Edition serienmäßige Fahrer-Ergonomiesitz mit seinen vielfältigen Einstellmöglichkeiten zu nennen. Auch auf der Rückbank sitzt man im Opel bequemer als in den anderen beiden Kandidaten. Die ebenfalls mit dem AGR-Gütesiegel (Aktion Gesunder Rücken e.V.) versehenen vorderen Sitzgelegenheiten des Peugeot 508 hingegen bieten nicht so viel Halt, wie es ihre sportliche Optik vermuten lässt. Auch die Rücksitzlehne könnte konturierter sein. Weiter distanziert wird der 508 in puncto Klimatisierung, da Optionen wie Sitzlüftung, Sitzheizung hinten, Lenkradheizung oder beheizbare Frontscheibe für ihn im Gegensatz zu seinen Kontrahenten nicht zur Verfügung stehen. Trotz adaptiver Dämpfer (1000 Euro) erreicht der Peugeot 508 SW beim Federungskomfort nicht ganz das Niveau seiner beiden Widersacher. Mit seiner straffen Grundabstimmung spricht er auf Fahrbahnkanten nicht ganz so sanft an, auch wird der Aufbau schneller angeregt, sodass in der Karosserie des Franzosen auch auf scheinbar topfebenen Autobahnen mehr Unruhe herrscht als in Insignia und Volvo V60. Den stimmigsten Eindruck beim Verarbeiten von Fahrbahnunebenheiten hinterlässt der Opel – und das, obwohl er mit 20-Zoll-Bereifung und als einziger ohne adaptive Dämpfer antritt. Beim Geräuschkomfort kann der Rüsselsheimer hingegen nicht überzeugen, hier setzt der Volvo nicht nur wegen seiner niedrigen Phonwerte den Maßstab.

 

Motor/Getriebe: Peugeot 508 SW macht das Rennen

Der stärkste Motor und das geringste Fahrzeuggewicht auf der einen, das schwächste Aggregat im schwersten Auto auf der anderen Seite: Angesichts der technischen Daten kann der Vorsprung des 170 PS starken, aber nur 1644 Kilogramm wiegenden Opel auf den Volvo (150 PS, über 1,7 Tonnen) von 1,7 Sekunden bei der Beschleunigung von null auf 100 km/h nicht wirklich überraschen. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit lässt der bis zu 220 km/h schnelle Deutsche den Schweden (205 km/h) deutlich hinter sich. Die höchste Endgeschwindigkeit erzielt mit 226 km/h allerdings der Peugeot, der sich sowohl bei der Motorleistung (163 PS) als auch beim Gewicht (1686 Kilogramm) zwischen den beiden Wettbewerbern einordnet. Den Sprint auf Landstraßentempo absolviert der 508 SW in neun Sekunden und damit nur fünf Zehntelsekunden langsamer als der Opel Insignia ST. Weitere Punkte sammelt der Franzose mit der gelungenen Abstimmung seiner sanft schaltenden Achtstufen-Automatik. Dafür arbeitet sein Turbodiesel nicht so kultiviert wie die der beiden Konkurrenten, bietet zudem eine etwas schlechtere Kraftentfaltung als der Motor des Opel und ist mit einem Testverbrauch von 7,4 Litern auf 100 Kilometer nicht ganz so sparsam wie das Pendant im handgeschalteten Volvo (6,9 Liter). In der Summe seiner Eigenschaften erweist sich der Antrieb des Peugeot 508 SW aber als das stimmigste Konzept, was ihm den knappen Kapitelsieg beschert.

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Fahrdynamik: Opel Insignia ST am dynamischsten 

Sein günstiges Leistungsgewicht wirkt sich für den Opel Insignia ST nicht nur bei den Fahrleistungen, sondern auch in den fahrdynamischen Disziplinen aus. Mit der sprichwörtlichen Leichtigkeit des Seins – und dank der sportlichchen Talente seiner Bereifung im 20-Zoll-Format vom Typ Michelin Pilot Sport 4S – fährt der Rüsselsheimer auf dem Handlingkurs in seiner eigenen Liga. Der Peugeot 508 SW ist ihm mit einem Rückstand von exakt vier Sekunden noch am dichtesten auf den Fersen. Mit seiner vor allem um die Mittellage indirekt arbeitenden und synthetisch wirkenden Lenkung sowie dem rigoros und vorschnell eingreifenden ESP kann der ebenfalls mit sehr guten Reifen (Michelin Pilot Sport 4) ausstaffierte Gallier sein prinzipiell hohes fahrdynamisches Potenzial nicht in Gänze umsetzen. Den geringsten dynamisch Anspruch zeigt der Volvo, der durch seine eher träge Art dafür aber ein hohes Maß an Fahrsicherheit vermittelt. Seine haftstarke Sportbereifung spielt dem Opel Insignia auch bei den Bremsprüfungen in die Karten: Mit betriebswarmen Scheiben und Belägen steht er aus 100 km/h nach nur 32,4 Metern – und braucht damit rund drei Meter weniger als Peugeot und Volvo V60.

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Umwelt/Kosten: Volvo V60 mit bewerteter Ausstattung am teuersten

Mit einem Grundpreis von rund 40.000 Euro ist der ausschließlich mit Automatik lieferbare Peugeot 508 SW BlueHDI 160 der teuerste Kandidat im Test. Mit der bewertungsrelevanten Ausstattung wird er allerdings noch vom Volvo V60 D3 übertroffen, bei dem Automatik- Fans zudem noch 2200 Euro für die Achtstufen-Schaltbox hinzurechnen müssten. Geradezu als Sonderangebot präsentiert sich im Vergleich dazu der Opel Insignia Sports Tourer, der als Business Edition (u.a. inkl. Ergonomie-Fahrersitz und Zwei-Zonen-Klimaautomatik) mit 170-PS-Diesel bereits für 33.155 Euro inklusive Automatik (2100 Euro) in der Preisliste steht. Darüber hinaus erweist er sich als Wertstabilster, bietet dafür aber die überschaubarsten Garantieversprechen. So ist die Mobilitätsgarantie von Opel nur für das erste Jahr kostenlos, während sie sich bei Peugeot und Volvo bei Einhaltung der Wartungsintervalle über das gesamte Fahrzeugleben jeweils automatisch verlängert. Der Peugeot kann zudem die niedrigsten Werkstattkosten für sich verbuchen, der Volvo die günstigsten Versicherungseinstufungen.

 

Technische Daten Opel Insignia ST, Peugeot 508 SW & Volvo V60

 
Carsten van Zanten Carsten van Zanten
Unser Fazit

Sein sehr gelungenes Äußeres bringt nicht zuletzt Einbußen im Raumangebot mit sich: Allein deshalb hat der neue Peugeot 508 SW einen schweren Stand gegen die starke Kombi- Konkurrenz. aus Deutschland und Schweden. So kann er als BlueHDi 160 zwar mit der insgesamt überzeugendsten Antriebseinheit punkten, bietet dafür aber weder die Fahrdynamik noch das Komfortniveau der Konkurrenz. Es bleibt somit nur der dritte Platz. Den Sieg fährt der gleichermaßen günstige wie geräumige Opel Insignia Sports Tourer ein, dem zudem ein überzeugender Kompromiss aus Fahrdynamik sowie Federungs- und Sitzkomfort gelingt. Letzteres zählt auch zu den Stärken des Volvo V60 D3 , der mit seiner unaufgeregten Art und dem vorbildlichen Sicherheitsniveau als Allround-Talent auf den zweiten Rang fährt.

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