Tempolimit: Österreich beendet 140-km/h-Test Österreich beendet Pilotprojekt "Tempo 140"

von AUTO ZEITUNG 02.03.2020

Österreich hat das auf zwei Autobahnabschnitten testweise erhöhte Tempolimit von 140 km/h wieder reduziert. Die Hintergründe zum Pilotprojekt. Dieser Artikel wurde am 02.03.2020 aktualisiert!

Die neue österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat das Pilotprojekt "Tempolimit 140" auf der österreichischen Autobahn 1 offiziell beendet. Seit dem 1. März 2020 gilt auf den beiden Strecken in Nieder- und Oberösterreich mit einer Gesamtlänge von 120 Kilomtern wieder das sonst übliche Tempolimit von 130 km/h. Gewessler sagte: "Höhere Geschwindigkeit führt zu höherer Umweltbelastung." Das Pilotprojekt war von der im Mai 2019 zerbrochenen ÖVP-FPÖ-Regierung initiiert worden. Seit dem 1. August 2018 durften Autofahrer auf zwei Abschnitten der A1 140 statt den in Österreich üblicherweise erlaubten 130 Stundenkilometern fahren. Bei dem Projekt sollten vor allem die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit sowie die Umweltbelastung beobachtet werden. Mehr zum Thema: Tempolimit überschritten, jetzt droht ein Bußgeldbescheid

Ungewöhnliches Tempolimit auf deutschen Autobahnen (Video):

 
 

Österreich beendet Pilotprojekt Tempolimit 140 km/h

Das österreichische Pilotprojekt, in dem das Tempolimit testweise von 130 km/h auf 140 km/h angehoben wurde, bewegte sich gegen den allgemeinen Trend. In allen anderen europäischen Ländern, außer in Bulgarien, Polen und der Schweiz, gilt das Tempolimit 130 km/h. Sogar in Deutschland steht ein allgemeines Tempolimit zur Diskussion. Der damalige verantwortliche österreichische Verkehrsminister Norbert Hofer war dennoch überzeugt: "Heute hat die Geschwindigkeit bei den Verbrauchswerten einen wesentlich geringeren Einfluss als das früher der Fall war". Die Teststrecke war aufgrund ihrer guten Bedingungen für das Projekt ausgewählt worden: Die A1 sei optimal im Bezug auf Kurvenradien, Gefälle und Sichtweite, dazu ist die Strecke durch wenig Autobahnauffahrten durchbrochen. Das zulässige Tempolimit von 140 km/h gilt bis zu seinem Ende im März 2020 nur tagsüber und bei optimalen Fahrbedingungen. Nachts gilt für Lkw über 7,5 Tonnen in der Zeit von 22 bis fünf Uhr weiterhin die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und auch Autofahrern wird geraten, bei Regen, Nebel und schlechtem Wetter das Tempo anzupassen. Bei einer Überschreitung ist mit einem Bußgeld von 30 bis zu 2180 Euro zu rechnen. Mehr zum Thema: Politiker fordern Landstraßen-Tempolimit von 80 km/h

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Überwachung des Verkehrs bei Tempolimit 140 km/h

Während des einjährigen Pilotprojektes Tempolimit 140 km/h in Österreich wurde der Verkehr durch Vorher-Nachher-Messungen von der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft "Asfinag" begleitet. Konkret bedeutet das, dass in den betroffenen Abschnitten Luftgüte, Lärm, Durchschnittsgeschwindigkeiten und Unfallzahlen ermittelt wurden. Vor der Anhebung des Tempolimits auf 140 km/h im August 2018 wurden die Werte zum Vergleich ebenfalls bei Tempolimit 130 gemessen. Auf dieser Basis wollte das Verkehrsministerium – so war es ursprünglich angedacht – entscheiden, ob das Tempolimit 140 km/h beibehalten und möglicherweise sogar ausgeweitet werden soll. Durch das Pilotprojekt sollte unter anderem festgestellt werden ob der Verkehr flüssiger läuft, wenn weniger gebremst und beschleunigt werden muss. Zu welchem finalen Schluss die neue österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) kommt, ist noch nicht bekannt. Mehr zum Thema: Dann ist ein Tempolimit aufgehoben

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