close
Schön, dass du auf unserer Seite bist! Wir wollen dir auch weiterhin beste Unterhaltung und tollen Service bieten.
Danke, dass du uns dabei unterstützt. Dafür musst du nur für www.autozeitung.de deinen Ad-Blocker deaktivieren.
Geht auch ganz einfach:

Neuer MG IM5 (2025): Erste Testfahrt im Tesla Model 3-Gegner

Curtis Moldrich Redakteur des britischen Schwestermagazins CAR

Ein weiterer Premium-Konkurrent für das Model 3 kommt – vorerst aber nur nach Großbritannien. Erste Testfahrt mit dem neuen MG IM5 (2025), der eigentlich nur IM5 heißen will.

Inhalt
  1. MG startet in die Premium-Mittelklasse: Das ist der neue IM5 (2025)
  2. Plattform von AUDI bekannt: Drei Antriebsvarianten & bis zu 710 km Reichweite
  3. Erste Testfahrt: Hoher Geräuschkomfort, hecklastiges Fahrwerk
  4. Infotainment gut bedienbar, aber mit Tücken
  5. Fazit

 

MG startet in die Premium-Mittelklasse: Das ist der neue IM5 (2025)

MG steigt in den Premiumbereich ein und das nicht nur mit einem, sondern gleich zwei Elektroautos: dem IM5 und dem IM6. Beide kommen Mitte September 2025 in den Verkauf, wenngleich auch vorerst nur in Großbritannien, und bringen mehr Technik, mehr Raffinesse und mehr Leistung als alles, was MG der Neuzeit bisher herausgebracht hat. Der IM5, auf den wir uns in diesem Artikel fokussieren, nimmt sich das Tesla Model 3 als Hauptkonkurrenten ins Visier. Für die erste Testfahrt stand er uns in zwei Ausführungen zur Verfügung: als Einstiegsmodell und als leistungsstärkstes Performance-Modell.

Den neuen MG IM5 (2025) kleidet eine unspektakuläre, aber irgendwie vertraute Karosserie. Das "IM"-Logo ist uns bisher nicht begegnet, es prangt stolz auf der Motorhaube. Anderswo eine eigenständige Marke, wird "IM" in Großbritannien vorerst eine MG-Submarke sein – obwohl die Verantwortlichen bereits an ein vollständiges MG-Branding in einem späteren Modelljahr denken. Das IM-Logo bringt viele Premieren mit sich: Das Interieur verspricht mehr Ausstattung und Luxus, während das Exterieur schlank, aerodynamisch und sogar ein wenig wie Aston Martin wirkt, wenn man sich auf die Rückleuchten fokussiert. Schaut man auf die Front, ist dagegen alles etwas anonym.
Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Der MG3 (2024) im Video:

 
 

Plattform von AUDI bekannt: Drei Antriebsvarianten & bis zu 710 km Reichweite

Der neue MG IM5 (2025) nutzt die auch von Audis China-exklusiver AUDI-Marke bekannte Plattform und kommt mit drei Antriebsvarianten. Anders als der IM6 startet er mit einer kleineren 75-kWh-Batterie und 400-V-Technik. Sie wird mit einem elektrischen Heckmotor kombiniert, was zu einer Gesamtleistung von 214 kW (291 PS) und einem maximalen Drehmoment von 450 Nm führt, während die Reichweite 490 km beträgt. Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt in 6,8 s, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h.

Es folgen zwei 100-kWh-Modelle, beide mit 800-V-Technologie. Das Langstreckenmodell ist nur mit Hinterradantrieb erhältlich, leistet 295 kW (402 PS) und verfügt über 500 Nm maximales Drehmoment. Den Sprint von null auf 100 km/h nimmt es in 4,9 s und erzielt eine Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h – und es hat die größte Reichweite der Baureihe mit 710 km pro Ladung. Das Topmodell ist das Performance-Modell mit Allradantrieb, das 545 kW (742 PS) und 802 Nm Drehmoment bietet. Es ist das schnellste aller IM-Modelle, schafft null auf 100 km/h in 3,2 s und eine Höchstgeschwindigkeit von 267 km/h. Die Reichweite leidet allerdings unter der Power und liegt bei nur 574 km pro Ladung.

Alle Modelle verfügen über Allradlenkung und können sogar den sogenannten "Crab Walk". Sie können auch automatisierte Parkmanöver ausführen, wie zum Beispiel perfekt bis zu 100 m rückwärts fahren.

Die Konkurrenten:

 

Erste Testfahrt: Hoher Geräuschkomfort, hecklastiges Fahrwerk

Die schlanken, fast muskulösen Linien des neuen MG IM5 (2025) nehmen die gute erste Testfahrt optisch vorweg. Doch es ist eine Medaille mit zwei Seiten: Auf der Autobahn rollt der IM5 dank der aktiven Geräuschunterdrückung extrem leise ab. Das Lauteste, was wir hörten, waren Windgeräusche, und selbst diese war hauptsächlich auf die Außenspiegel zurückzuführen. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten ist der IM5 dagegen etwas unruhiger, auch auf schlecht gepflegten Straßen. Allerdings ist das Kritik auf hohem Niveau, präsentiert sich der IM5 die meiste Zeit so, wie man es von einem Auto in dieser Klasse erwartet.

In Kurven baut der IM5 kaum Wankbewegungen auf. Die Leistung entfaltet sich linear und sanft, nicht wie bei Tesla mit einem abrupten An/Aus-Gefühl. Das ermöglicht, mit dem Auto zu spielen, denn selbst mit Allradantrieb ist es heckbetont ausgelegt. Auch die Allradlenkung funktioniert gut: Fährt man normal, merkt man sie kaum, im Stadtverkehr reagiert die Front im positiven Sinne wie im Zeitraffer. Beim langsamen Einparken fühlt sich der Wendekreis klein, aber nicht künstlich an, wie es bei so manchen Allradlenksystemen anderer Marken der Fall ist.

Allerdings bietet die Lenkung Potenzial für Verbesserungen: In manchen Fahrmodi ist das Lenkgefühl in der Mittellage seltsam straff und bei stärkerem Lenkeinschlag kontrastierend leichtgängig, in anderen Modi fühlt es sich fast blockiert an. Auch die Bremsen könnten besser sein: MG hat den Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse zwar gut abgestimmt, man muss aber das Pedal stärker betätigen, als man denkt, um die gewünschte Bremswirkung zu erzielen. Es fehlt der Biss. Als problematisch erweist sich dieser Erfahrungswert aber nicht.

Auch interessant:

 

Infotainment gut bedienbar, aber mit Tücken

Das Armaturenbrettt und die Vordersitze im MG IM5 (2025).
Foto: MG

Im Mittelpunkt des Interieurs steht ein riesiger 26,3-Zoll-Bildschirm, der sich vor hinter dem Steuer bis weit über die Mitte des Cockpits erstreckt. Die Infotainment-Funktionen sind mittig angeordnet, die Cockpit-Anzeigen rechts. Ber der ersten Testfahrt ist der Bildschirm gestochen scharf, reaktionsschnell und hell – auch bei starkem Licht – und die Verbindung mit dem Handy funktioniert problemlos. Unter den Lüftungsdüsen findet sich ein weiterer Bildschirm – ein Bedienfeld, über das die meisten Fahrzeugeinstellungen gesteuert werden, von den Fenstern und der Kindersicherung bis zu den Assistenzsystemen.

Die Positionierung macht die Bedienung intuitiv. MG hat zudem viele Anpassungsmöglichkeiten eingebaut, sodass man bevorzugte Kurzbefehle konfigurieren kann. Allerdings kann die Klimaanlage ausschließlich über den Touchscreen bedient werden, was besonders während der Fahrt umständlich ist. Außerdem konnten wir den Tempomat nicht zum Laufen bringen – schade. Er wird über vier Schaltwippen am Lenkrad bedient. Nach einiger Zeit hätten wir uns aber wohl lieber eine Rekuperationssteuerung am Lenkrad gewünscht.

Im Innenraum gibt es viel Platz und Ruhe, was an den aktiven und passiven Maßnahmen zur Geräuschunterdrückung liegt. Alltagstauglich ist der neue MG IM5 (2025) auch: 457 l Kofferraum, mit umgeklappten Sitzen 1290 l. Dazu gibt es einen 18-l-Frunk. Wer mehr Platz braucht, sollte sich den IM6 SUV oder ein Tesla Model 3 anschauen. Letzteres bietet 594 l Kofferraum und einen 88-l-Frunk.

 
Curtis Moldrich Curtis Moldrich
Unser Fazit

MG hat ein Auto gebaut, das dem Model 3 Konkurrenz macht. Es bietet Komfort und mehr Reichweite als der Tesla, macht auf kurvigen Straßen zudem mehr Spaß. Der einzige echte Nachteil ist das Kofferraumvolumen, das deutlich unter dem Konkurrenz liegt. Die Fehler im Infotainment indes dürften bis zur Serienproduktion behoben sein. Bleibt die Marke: Das IM ist ein starkes Produkt, würde aber mit dem MG-Logo noch besser ankommen.

Tags:
Copyright 2025 autozeitung.de. All rights reserved.