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Nice Price trifft Face-to-Face: Erste Testfahrt im Etrusco T 6.9 SBC

Dominik Mothes Redakteur

Die Base-Serie wächst: Bisher gibt es den teilintegrierten Preisbrecher aus der Toskana lediglich mit recht konservativen Halbdinetten-Grundrissen. Mit dem neuen Etrusco T 6.9 SBC (2025) folgt nun eine Variante mit Face-to-Face-Sitzgruppe. Wir nehmen für die erste Testfahrt im Camper Platz.

Inhalt
  1. Erstes Testwohnen im Etrusco T 6.9 SBC (2025) mit Face-to-Face-Sitzgruppe
  2. Luftiger geht Wohnen auf sieben Metern kaum: Sitzgruppe sei Dank
  3. Unsere Eindrücke: Küche knapp, Variobad praktikabel & Bett groß
  4. Unaufgeregt und leicht: Die Ducato-Basis bei der ersten Testfahrt
  5. Technische Daten des neuen Etrusco T 6.9 SBC (2025)
  6. Fazit

 

Erstes Testwohnen im Etrusco T 6.9 SBC (2025) mit Face-to-Face-Sitzgruppe

Dass Etrusco mit der T-Base-Baureihe einen teilintegrierten Preisbrecher am Start hat, dürfte in der Caravaning-Branche kein Geheimnis mehr sein. Dass das toskanische Sparmobil trotz des günstigen Einstiegspreises weder karg noch nachlässig wirkt, konnten wir auf einer ersten Testfahrt mit dem Etrusco T 6.9 SB – hier unsere Eindrücke – bereits selbst erfahren. Was gibt es also Neues zu berichten, das den Teilintegrierten aus San Casciano nun wieder ins Rampenlicht rückt?

Auf den ersten Blick sehr wenig. Denn der neue Etrusco T 6.9 SBC (2025), den wir auf die erste Testfahrt mitnehmen, teilt sich nicht nur den Großteil des Namens mit dem Zwillings-Grundriss, sondern auch die Außenmaße von 6,99 m Länge und selbst den Preis. Hier wie da werden mindestens 59.999 Euro (Stand: August 2025) für das ausgewachsene Reisemobil fällig. Doch ein sehr prominentes Detail trennt die beiden Modelle – und es ist nicht das C im Grundrisskürzel, sondern was sich dahinter verbirgt: die Face-to-Face-Sitzgruppe.
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Luftiger geht Wohnen auf sieben Metern kaum: Sitzgruppe sei Dank

Dann mal rein in die gute Stube. Direkt hinter der fensterlosen Aufbautüre erwartet Reisende direkt das Highlight des SBC. Wo der 6.9 SB seine Insass:innen in einer gewöhnlichen Halbdinette mit Extrasessel auf der Beifahrerseite Platz nehmen lässt, trägt der T 6.9 SBC für Preis- und Längenklasse recht dick auf.

Zwar bietet die Sitzgruppe in der Face-to-Face-Konfiguration nicht mehr Personen Platz, diese sitzen nun aber gleichmäßiger verteilt um den großen Esstisch. Mehr als das dürfte aber das Raumgefühl gefallen: Wo sonst die Rückenlehne der Dinettenbank steht, bleibt Luft und der Blick schweift ungestört bis ins Heckschlafzimmer. Dazu noch die optionale T-Dachhaube für 549 Euro und die Wohnwelt Carrara mit plüschigen Bezügen in hellem Grau und man vergisst beim Testwohnen schnell, dass der Basispreis knapp unter der 60.000er-Marke beginnt.

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Etrusco T 6.9 SBC (2025) mit Blick in Richtung Cockpit. Eine Person sitzt auf dem zum Wohnraum gedrehten Fahrersitz.
Foto: Zbigniew Mazar

Der auf den ersten Blick sperrig wirkende Tisch lässt sich in Sekunden halbieren, denn die Tischplatte ist klappbar. So gelingt auch der Weg vom Fahrerhaus in den Wohnraum ohne Turnübung – solange der Tisch natürlich frei ist. Umständlich dagegen ist der Umbau der Face-to-Face-Bänke zu Gurtplätzen – wer aber ohnehin nur als Paar reist, kann damit gut leben. Dann wäre auch das optionale manuelle Hubbett nicht notwendig, wobei selbst dieses bei bis zu 2,10 m Stehhöhe das Raumgefühl nicht einschränkt. Dieser Sieben-Meter-Camper fühlt sich definitiv nach mehr an, wie die erste Testfahrt unterstreicht.

Apropos anfühlen: Am Möbelbau ist in diesem Aspekt ebenfalls nichts auszusetzen. Einen Designpreis gewinnen die pragmatischen, weißen Möbelkorpusse mit hellen Fronten in Holzoptik nicht, lenken dafür nicht mit Effekthascherei und Trendjagd von ihrer Funktionalität ab. Dank routiniertem Bau ist zudem auch auf löchrigen Seitenstraßen nicht mehr als ein leises Knistern zu von hinten hören. Funktionalität bieten die Möbel dank einfacher, aber effektiver Griffe natürlich ebenfalls.

 

Unsere Eindrücke: Küche knapp, Variobad praktikabel & Bett groß

Von der gefühlten Luftigkeit des Wohnraums hätte die Küche ebenfalls eine Portion abhaben dürfen. Zwar ist die kompakte Seitenküche, die zwischen Sitzbank und Tower-Kühlschrank auf der Fahrerseite eingezwickt ist, auch ohne besondere Formgebung mit ausreichend Arbeitsfläche gesegnet, größeres Kochgeschirr kommt sich auf dem kompakten Zweiflammen-Gaskocher dann aber doch sehr nahe – oder passt schlichtweg nicht. An Stauraum mangelt es der Küche dagegen überhaupt nicht: Ein großer Vorratsschrank, zwei Schubladen und ein Dachstauschrank bringen genug Geschirr und Proviant unter. Selbes gilt auch für den Kompressor-Kühlschrank. Mit 135 l Stauvolumen dürften alleinreisende Paare locker auch auf längeren Reisen auskommen – und bietet dennoch genug Reserven für das ein oder andere kulinarische Andenken aus dem Urlaub.

Das Bild zeigt die Küche des Etrusco T 6.9 SBC (2025) im Detail. Auf dem Herd steht ein Topf, vor der Spüle wird Gemüse vorbereitet.
Foto: Zbigniew Mazar

Gegenüber des Kühlschranks, getrennt durch einen recht breiten Gang, liegt das Variobad. Und auch hier setzt sich der bisherige Gesamteindruck fort: nicht ausgefallen, aber funktional. So dreht sich die Schwenkwand so leichtfüßig wie gewohnt und macht aus einem Toilettenraum im Handumdrehen eine Duschkabine, die auf den lästigen Vorhang getrost verzichten kann.

Ebenerdig geht es weiter nach hinten bis an die Bettkante ins Schlafzimmer. Diese hat es jedoch in sich: Anstatt die 200 beziehungsweise 207 cm langen Einzelbetten über zwei kleine Stufen zu erklimmen, müssen müde Camper:innen zunächst auf die Sprossen einer Alu-Leiter steigen. Die Lösung ergibt spätestens dann Sinn, wenn das Bett dank serienmäßiger Umbaumöglichkeit zum Doppelbett in seiner vollen Breite zusammengefügt ist. So lässt sich mit 210 auf knapp 200 cm dann auch quer im eigentlich als Längsbett vorgesehenen Schlafgemach nächtigen. Der Kleiderschrank unter dem Holzlattenrost ist dann jedoch nicht mehr von oben zugänglich, sondern durch je eine große Türe je Betthälfte. Wer das optionale Komfort-Paket hinzubestellt, bekommt sogar einen Garderobenhaken mit dazu.

 

Unaufgeregt und leicht: Die Ducato-Basis bei der ersten Testfahrt

So geradlinig der Wohnraum ist, so unaufgeregt auch die Basis. Natürlich steckt auch unter dem neuen Etrusco T 6.9 SBC (2025) der Fiat Ducato. Dieser geht mit serienmäßig 140 PS (103 kW) bereits recht beherzt ans Werk. In Kombination mit knapp 2766 kg Leergewicht bedarf es da auch nicht unbedingt dem teuren Top-Motor mit 180 PS (132 kW), es sei denn, man reizt die Zuladung oft bis auf die letzten Gramm aus und fährt das Reisemobil mit vier Personen besetzt quer über die Alpen. Und auch auf die Auflastung auf 3650 kg dürften die meisten Camper:innen verzichten können, einen Wechsel auf das Heavy-Chassis mit Extra-Sicherheitsreseven sieht das Aufpreisheft von Etrusco ohnehin nicht vor.

Wer auf die Optik verzichten kann, spart auch bei lackierten Stoßfängern und Alufelgen Geld und bleibt so mit einem für den Campingalltag adäquat ausgestatteten Reisemobil bei unter 65.000 Euro. Das Einzige, was wir auf unserer Testfahrt vermissen, ist ein Infotainmentsystem im ansonsten recht kargen Ducato-Cockpit, dann idealerweise auch mit Rückfahrkamera, die das Rangieren mit dem Sieben-Meter-Camper doch immens erleichtert. Doch auch dann bewegt man sich noch in preislichen Sphären, in denen sonst oft nur ein Sechs-Meter-Campervan samt beengtem Raumgefühl in der Einfahrt stehen würde.

 

Technische Daten des neuen Etrusco T 6.9 SBC (2025)

AUTO ZEITUNGEtrusco T 6.9 SBC
Technische Daten
Motor4-Zyl., Turbodiesel, 2184 cm³
Antrieb6-Gang, manuell; Vorderradantrieb
Leistung103 kW/140 PS
Max. Drehmoment350 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)6990/2320/2950 mm
Leergewicht/Zuladung2766/734 kg
Ausstattung
Sitz-/Schlafplätze4/2 (opt. 5)
Herd/HeizungZweiflammen-Gaskocher/Gas (Truma Combi 4)
Gas2 x 11 kg
Frisch-/Abwasser110/90 l
Preis
Grundpreis59.999 Euro
Alle Daten Werksangaben

 
Dominik Mothes Dominik Mothes
Unser Fazit

Mit dem neuen Etrusco T 6.9 SBC verfeinert der Hersteller aus der Toskana das Erfolgsrezept der T-Base-Baureihe mit einer Prise luftigem Raumgefühl. Wer auf dem Campingplatz gerne Gäste empfängt, dürfte die einladenden Face-to-Face-Bänke schnell zu schätzen wissen. An den übrigen Baureihen-Tugenden ändert sich dagegen nichts, es bleibt bei pragmatischem Design ohne Effekthascherei und Trendjagd – dafür aber bei einem Basispreis auf Campervan-Niveau.

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