Nice Price trifft Face-to-Face: Erste Testfahrt im Etrusco T 6.9 SBC

Die Base-Serie wächst: Bisher gibt es den teilintegrierten Preisbrecher aus der Toskana lediglich mit recht konservativen Halbdinetten-Grundrissen. Mit dem neuen Etrusco T 6.9 SBC (2025) folgt nun eine Variante mit Face-to-Face-Sitzgruppe. Wir nehmen für die erste Testfahrt im Camper Platz.

(1/14)
Das Bild zeigt den Etrusco T 6.9 SBC (2025) fahrend von schräg vorne links fotografiert.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Sieht der nach 60.000 Euro aus? Wohl kaum, was aber auch am optional lackierten Stoßfänger und den Alufelgen unseres Fotoautos liegen dürfte. Doch selbst mit beiden Optionen kostet dieser Teilintegrierte weniger als die meisten Campervans.

Das Bild zeigt den Etrusco T 6.9 SBC (2025) fahrend von der linken Seite fotografiert.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Viel Fahrzeug fürs Geld: Der T-Base mit dem Kürzel 6.9 streckt sich auf 6,9 m – genug Platz für entspannte Urlaube zu zweit.

Das Bild zeigt das Cockpit des Etrusco T 6.9 SBC (2025).
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Karger Arbeitsplatz: So sieht das Fiat-Cockpit ohne Infotainment aus. Die Bedienung? Ohne Nachrüst-Radio so simpel, wie man es vom Ducato gewohnt ist.

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Etrusco T 6.9 SBC (2025) mit Blick in Richtung Cockpit. Eine Person sitzt auf dem zum Wohnraum gedrehten Fahrersitz.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Wohlfühloase: Das Highlight des SBC ist die Face-to-Face-Sitzgruppe mit viel Bewegungsfreiheit. Uns gefallen auch die optionalen hellgrauen Polster der Wohnwelt "Carrara".

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Etrusco T 6.9 SBC (2025) mit Blick in Richtung Cockpit. Eine Person faltet die klappbare Tischplatte in der Hälfte zusammen.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Einfacher Ausstieg: Damit man aus dem Fahrerhaus auch elegant entschwinden kann, lässt sich die Tischplatte einfach halbieren.

Das Bild zeigt den Wohnraum des Etrusco T 6.9 SBC (2025) mit Blick vom Cockpit über die Sitzgruppe bis zur Küche.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Keine querstehende Sitzbank heißt auch, dass die Blickachse nicht gestört wird. So luftig fühlt sich ein Sieben-Meter-Teilintegrierter nur selten an.

Das Bild zeigt die Küche des Etrusco T 6.9 SBC (2025) im Detail. Auf dem Herd steht ein Topf, vor der Spüle wird Gemüse vorbereitet.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Die Küche protzt nicht mit viel Arbeitsfläche, für das schnelle Abendessen genügt es allemal. Der Herd dürfte aber etwas größer sein. Zwei große Töpfe passen hier nicht drauf.

Das Bild zeigt den geöffneten Kühlschrank des Etrusco T 6.9 SBC (2025) im Detail.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Mit 135 l ist der Kompressor-Kühlschrank üppig dimensioniert, die Position links neben der Küchenzeile gefällt, da schnell erreichbar.

Das Bild zeigt das Schwenkbad des Etrusco T 6.9 SBC (2025) in Fahrstellung mit WC und Waschbecken.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Das Bad kennt man bereits aus den anderen T-Base-Modellen. Je nach Bedarf bleibt ausreichend Platz für die Katzenwäsche am Morgen …

Das Bild zeigt das Schwenkbad des Etrusco T 6.9 SBC (2025) im Umbau zur Duschkabine.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

… oder zum Duschen ganz ohne klebendem Vorhang.

Das Bild zeigt die Einzelbetten im Heck des Etrusco T 6.9 SBC (2025).
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Die Heckbetten übernimmt der 6.9 SBC vom 6.9 SB: Beide kommen auf über zwei Meter Länge. Dank des sserienmäßigen Bettumbaus zum Riesen-Doppelbett ist auch Querschlafen problemlos möglich.

Das Bild zeigt das Hubbett über der Sitzgruppe des Etrusco T 6.9 SBC (2025).
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Zwei weitere Schlafplätze gibts im optionalen manuellen Hubbett, aber mit deutlich weniger Bewegungsfreiraum nach oben als im luftigen Heckbett.

Das Bild zeigt die Heckgarage des Etrusco T 6.9 SBC (2025) durch die geöffnete, rechte Garagentüre fotografiert. In der Heckgarage steht eine Box, die linke Garagentüre ist ebenfalls geöffnet..
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Die Heckgarage nimmt auch sperriges Gepäck auf, ist mit 150 kg Traglast aber nicht auf Schwergut-Transporte ausgelegt. Die zweite Garagentüre gibts optional im Komfort-Paket.

Das Bild zeigt den Etrusco T 6.9 SBC (2025) fahrend von schräg vorne rechts fotografiert.
Neuer Etrusco T 6.9 SBC (2025) Foto: Zbigniew Mazar

Wer auf dem Campingplatz gerne Besuch im Reisemobil empfängt, dürfte die Face-to-Face-Sitzgruppe schnell zu schätzen wissen. Ansonsten bietet der SBC alle T-Base-Tugenden.

Erstes Testwohnen im Etrusco T 6.9 SBC (2025) mit Face-to-Face-Sitzgruppe

Dass Etrusco mit der T-Base-Baureihe einen teilintegrierten Preisbrecher am Start hat, dürfte in der Caravaning-Branche kein Geheimnis mehr sein. Dass das toskanische Sparmobil trotz des günstigen Einstiegspreises weder karg noch nachlässig wirkt, konnten wir auf einer ersten Testfahrt mit dem Etrusco T 6.9 SB – hier unsere Eindrücke – bereits selbst erfahren. Was gibt es also Neues zu berichten, das den Teilintegrierten aus San Casciano nun wieder ins Rampenlicht rückt?

Auf den ersten Blick sehr wenig. Denn der neue Etrusco T 6.9 SBC (2025), den wir auf die erste Testfahrt mitnehmen, teilt sich nicht nur den Großteil des Namens mit dem Zwillings-Grundriss, sondern auch die Außenmaße von 6,99 m Länge und selbst den Preis. Hier wie da werden mindestens 59.999 Euro (Stand: August 2025) für das ausgewachsene Reisemobil fällig. Doch ein sehr prominentes Detail trennt die beiden Modelle – und es ist nicht das C im Grundrisskürzel, sondern was sich dahinter verbirgt: die Face-to-Face-Sitzgruppe.
Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Zehn Tipps zum Wohnmobilkauf im Video:

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Luftiger geht Wohnen auf sieben Metern kaum: Sitzgruppe sei Dank

Dann mal rein in die gute Stube. Direkt hinter der fensterlosen Aufbautüre erwartet Reisende direkt das Highlight des SBC. Wo der 6.9 SB seine Insass:innen in einer gewöhnlichen Halbdinette mit Extrasessel auf der Beifahrerseite Platz nehmen lässt, trägt der T 6.9 SBC für Preis- und Längenklasse recht dick auf.

Zwar bietet die Sitzgruppe in der Face-to-Face-Konfiguration nicht mehr Personen Platz, diese sitzen nun aber gleichmäßiger verteilt um den großen Esstisch. Mehr als das dürfte aber das Raumgefühl gefallen: Wo sonst die Rückenlehne der Dinettenbank steht, bleibt Luft und der Blick schweift ungestört bis ins Heckschlafzimmer. Dazu noch die optionale T-Dachhaube für 549 Euro und die Wohnwelt Carrara mit plüschigen Bezügen in hellem Grau und man vergisst beim Testwohnen schnell, dass der Basispreis knapp unter der 60.000er-Marke beginnt.

Das Bild zeigt die Sitzgruppe des Etrusco T 6.9 SBC (2025) mit Blick in Richtung Cockpit. Eine Person sitzt auf dem zum Wohnraum gedrehten Fahrersitz.
Foto: Zbigniew Mazar

Der auf den ersten Blick sperrig wirkende Tisch lässt sich in Sekunden halbieren, denn die Tischplatte ist klappbar. So gelingt auch der Weg vom Fahrerhaus in den Wohnraum ohne Turnübung – solange der Tisch natürlich frei ist. Umständlich dagegen ist der Umbau der Face-to-Face-Bänke zu Gurtplätzen – wer aber ohnehin nur als Paar reist, kann damit gut leben. Dann wäre auch das optionale manuelle Hubbett nicht notwendig, wobei selbst dieses bei bis zu 2,10 m Stehhöhe das Raumgefühl nicht einschränkt. Dieser Sieben-Meter-Camper fühlt sich definitiv nach mehr an, wie die erste Testfahrt unterstreicht.

Apropos anfühlen: Am Möbelbau ist in diesem Aspekt ebenfalls nichts auszusetzen. Einen Designpreis gewinnen die pragmatischen, weißen Möbelkorpusse mit hellen Fronten in Holzoptik nicht, lenken dafür nicht mit Effekthascherei und Trendjagd von ihrer Funktionalität ab. Dank routiniertem Bau ist zudem auch auf löchrigen Seitenstraßen nicht mehr als ein leises Knistern zu von hinten hören. Funktionalität bieten die Möbel dank einfacher, aber effektiver Griffe natürlich ebenfalls.

Unsere Eindrücke: Küche knapp, Variobad praktikabel & Bett groß

Von der gefühlten Luftigkeit des Wohnraums hätte die Küche ebenfalls eine Portion abhaben dürfen. Zwar ist die kompakte Seitenküche, die zwischen Sitzbank und Tower-Kühlschrank auf der Fahrerseite eingezwickt ist, auch ohne besondere Formgebung mit ausreichend Arbeitsfläche gesegnet, größeres Kochgeschirr kommt sich auf dem kompakten Zweiflammen-Gaskocher dann aber doch sehr nahe – oder passt schlichtweg nicht. An Stauraum mangelt es der Küche dagegen überhaupt nicht: Ein großer Vorratsschrank, zwei Schubladen und ein Dachstauschrank bringen genug Geschirr und Proviant unter. Selbes gilt auch für den Kompressor-Kühlschrank. Mit 135 l Stauvolumen dürften alleinreisende Paare locker auch auf längeren Reisen auskommen – und bietet dennoch genug Reserven für das ein oder andere kulinarische Andenken aus dem Urlaub.

Das Bild zeigt die Küche des Etrusco T 6.9 SBC (2025) im Detail. Auf dem Herd steht ein Topf, vor der Spüle wird Gemüse vorbereitet.
Foto: Zbigniew Mazar

Gegenüber des Kühlschranks, getrennt durch einen recht breiten Gang, liegt das Variobad. Und auch hier setzt sich der bisherige Gesamteindruck fort: nicht ausgefallen, aber funktional. So dreht sich die Schwenkwand so leichtfüßig wie gewohnt und macht aus einem Toilettenraum im Handumdrehen eine Duschkabine, die auf den lästigen Vorhang getrost verzichten kann.

Ebenerdig geht es weiter nach hinten bis an die Bettkante ins Schlafzimmer. Diese hat es jedoch in sich: Anstatt die 200 beziehungsweise 207 cm langen Einzelbetten über zwei kleine Stufen zu erklimmen, müssen müde Camper:innen zunächst auf die Sprossen einer Alu-Leiter steigen. Die Lösung ergibt spätestens dann Sinn, wenn das Bett dank serienmäßiger Umbaumöglichkeit zum Doppelbett in seiner vollen Breite zusammengefügt ist. So lässt sich mit 210 auf knapp 200 cm dann auch quer im eigentlich als Längsbett vorgesehenen Schlafgemach nächtigen. Der Kleiderschrank unter dem Holzlattenrost ist dann jedoch nicht mehr von oben zugänglich, sondern durch je eine große Türe je Betthälfte. Wer das optionale Komfort-Paket hinzubestellt, bekommt sogar einen Garderobenhaken mit dazu.

Unaufgeregt und leicht: Die Ducato-Basis bei der ersten Testfahrt

So geradlinig der Wohnraum ist, so unaufgeregt auch die Basis. Natürlich steckt auch unter dem neuen Etrusco T 6.9 SBC (2025) der Fiat Ducato. Dieser geht mit serienmäßig 140 PS (103 kW) bereits recht beherzt ans Werk. In Kombination mit knapp 2766 kg Leergewicht bedarf es da auch nicht unbedingt dem teuren Top-Motor mit 180 PS (132 kW), es sei denn, man reizt die Zuladung oft bis auf die letzten Gramm aus und fährt das Reisemobil mit vier Personen besetzt quer über die Alpen. Und auch auf die Auflastung auf 3650 kg dürften die meisten Camper:innen verzichten können, einen Wechsel auf das Heavy-Chassis mit Extra-Sicherheitsreseven sieht das Aufpreisheft von Etrusco ohnehin nicht vor.

Wer auf die Optik verzichten kann, spart auch bei lackierten Stoßfängern und Alufelgen Geld und bleibt so mit einem für den Campingalltag adäquat ausgestatteten Reisemobil bei unter 65.000 Euro. Das Einzige, was wir auf unserer Testfahrt vermissen, ist ein Infotainmentsystem im ansonsten recht kargen Ducato-Cockpit, dann idealerweise auch mit Rückfahrkamera, die das Rangieren mit dem Sieben-Meter-Camper doch immens erleichtert. Doch auch dann bewegt man sich noch in preislichen Sphären, in denen sonst oft nur ein Sechs-Meter-Campervan samt beengtem Raumgefühl in der Einfahrt stehen würde.

Technische Daten des neuen Etrusco T 6.9 SBC (2025)

AUTO ZEITUNGEtrusco T 6.9 SBC
Technische Daten
Motor4-Zyl., Turbodiesel, 2184 cm³
Antrieb6-Gang, manuell; Vorderradantrieb
Leistung103 kW/140 PS
Max. Drehmoment350 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)6990/2320/2950 mm
Leergewicht/Zuladung2766/734 kg
Ausstattung
Sitz-/Schlafplätze4/2 (opt. 5)
Herd/HeizungZweiflammen-Gaskocher/Gas (Truma Combi 4)
Gas2 x 11 kg
Frisch-/Abwasser110/90 l
Preis
Grundpreis59.999 Euro
Alle Daten Werksangaben

Fazit

Mit dem neuen Etrusco T 6.9 SBC verfeinert der Hersteller aus der Toskana das Erfolgsrezept der T-Base-Baureihe mit einer Prise luftigem Raumgefühl. Wer auf dem Campingplatz gerne Gäste empfängt, dürfte die einladenden Face-to-Face-Bänke schnell zu schätzen wissen. An den übrigen Baureihen-Tugenden ändert sich dagegen nichts, es bleibt bei pragmatischem Design ohne Effekthascherei und Trendjagd – dafür aber bei einem Basispreis auf Campervan-Niveau.