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Alle Tests zum Porsche 911

Neuer Porsche 911 GT3 RS (2022): Testfahrt Pole Position im 911 GT3 RS

Michael Godde 17.10.2022
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Porsche 911 GT3 RS (2022)
  2. Atemberaubend direkt, präzise und mit unglaublich reichhaltigem Feedback
  3. Technische Daten des neuen Porsche 911 GT3 RS (2022)

Der neue Porsche 911 GT3 RS (2022) sieht aus wie ein reinrassiger Rennwagen und fühlt sich auch genau so an – erste Testfahrt in Silverstone.

"Perfekte" Bedingungen in Silverstone: englische Sonne tropft vom Himmel, nasse Strecke und keine Aussicht auf trockene Bedingungen. Ideal für die erste Testfahrt mit dem Maximal-911, des neuen Porsche 911 GT3 RS (2022)? Ja, denn Porsche liebt Herausforderungen. Dieses Auto hätte man sich vor ein paar Jahren kaum vorstellen können – zumindest nicht mit Straßenzulassung. Wir können uns noch gut an die Präsentation des Vorgängers erinnern: Damals dachte jeder, das ist das Finale des GT3 RS, besser kann man ihn nicht mehr machen. Aber Porsche kann es eben doch. Während andere Hersteller ihre Motoren unter Druck setzen, um irgendwie Rundenrekorde aufzustellen, setzen die Schwaben das Chassis unter Druck. Fahrwerk und Aerodynamik standen im Zentrum der Entwicklung beim neuen Porsche 911 GT3 RS (2022). Und der Motor? Ja, auch er wurde mit neuen Nockenwellen und überarbeiteter Einzeldrosselklappenanlage optimiert, leistet aber lediglich fünf PS mehr als im Vorgängers. Detailarbeit hieß hier das Motto: Dazu wurde auch die vom GT3 stammende Edelstahlabgasanlage modifiziert – und sie ist ganz nebenbei zudem zehn Kilo leichter als die Titan-Anlage des Vorgängers. Porsche wählte obendrein eine im Vergleich zum GT3 kürzere Gesamtübersetzung. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Erste Testfahrt mit dem neuen Porsche 911 GT3 RS (2022)

Aber nicht das letzte Quäntchen Leistung zählt, sondern die Fahrbarkeit. Auch daran erkennt man, dass Porsche die Dynamik nicht auf der Geraden, sondern im Kurvenradius generiert. Und das sieht man dem neuen Porsche 911 GT3 RS (2022) auf den ersten Blick an: Der samt Unterbau komplett aus Karbon gefertigte, aktive Heckflügel, der die Karosserie überragt, ist das Symbol dafür. Ohnehin ist das gesamte Auto ein Aerodynamik-Meisterwerk. Die seitlichen Einzüge hinter den Vorderrädern, die eine neue, ebenfalls aus Karbon gefertigte Tür notwendig machten, sowie die Front mit dem großen Einzelkühler und den dadurch bedingten großen Kaminen sorgen im Zusammenspiel mit den nicht sichtbaren Finnen am Unterboden und den im Prinzip vom 918 stammenden neue Querlenkern an der Vorderachse für einen Anpressdruck von 860 Kilogramm bei Tempo 285! Der Vorgänger generierte bei gleichem Tempo lediglich 405 Kilo, die beim neuen Porsche 911 GT3 RS (2022) schon bei 200 km/h anfallen. Durch die intensive Durchströmung der Radhäuser sorgen allein schon die in Tropfenprofilen ausgeführten Querlenker an der Vorderachse für 40 Kilo Downforce. Die vorderen Querlenker wurden nicht nur aerodynamisch perfektioniert, auch ihre Anlenkpunkte hat Porsche für ein besseres Feedback und eine optimalere Bremsabstützung optimiert. Das Nickverhalten bei voller Verzögerung wurde um über die Hälfte auf sechs Millimeter reduziert. Die aktive Aerodynamik öffnet den Heckflügel bei Volllast, während die Airbrake die Flügel in der Front und am Heck aktiviert, die für eine perfekte Unterstützung der Bremsanlage maximal angestellt werden.

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Atemberaubend direkt, präzise und mit unglaublich reichhaltigem Feedback

Der neue Porsche 911 GT3 RS (2022) liegt extrem stabil, sicher und agil in den Händen der Pilot:innen. Trotz der feuchten Strecke bremsen wir bei der ersten Testfahrt hart und spät. Der RS verzögert extrem vehement und spurtreu. Atemberaubend direkt, präzise und mit unglaublich reichhaltigem Feedback folgt der RS den Kursvorgaben. Das Gripniveau der feuchten Strecke wird unmittelbar in die Fingerspitzen übertragen – als würde man selbst mit den Händen über den Asphalt streichen. Intensiver kann man nicht mit der Technik kommunizieren. Die Traktion an der Hinterachse ist schlicht atemberaubend. Und das Vertrauen in die elektronischen Stabilitätssysteme sucht im Grenzbereich seinesgleichen – auch, weil der neue RS über die vier Einstellrädchen am Lenkrad so vielfältig auf Streckenbedingungen und den persönlichen Fahrstil anpassbar ist wie nie zuvor. Neben den Schub- und Zugsperrwerten des Sperrdifferenzials kann man sogar die Zug- und Druckstufenkennlinien der Dämpfer oder die Sensibilität der Traktionskontrolle auf die jeweiligen Umstände ausrichten. Dass der neue Porsche 911 GT3 RS (2022) nur 15 Kilo schwerer ist als ein normaler GT3 mit PDK-Getriebe – obwohl er auf der breiteren Turbo-Karosserie aufbaut, den riesigen, hydraulisch gesteuerten Heckflügel nutzt und auf verbreiterten Spurweiten sowie üppigeren Rädern steht –, ist eine weitere Meisterleistung. Das Mehrgewicht durch die intensive Performance-Aufwertung gleicht der RS mit Türen, Heckflügelkonstruktion, Schubfeld, Kotflügeln sowie Stabis an Vorder- und Hinterachse aus Kohlefaser, mit extrem leichten Magnesium-Rädern und dem deutlich leichteren, vom Rennsport beeinflussten Einkühlerkonzept effektiv aus. Auch wenn der – bis zur nächsten GT3 RS-Generation – derzeit beste Porsche 911 GT3 RS aller Zeiten mit einem Basispreis von 230.112 Euro (Stand: Oktober 2022) für die meisten ein Traum bleiben wird, ist er im Vergleich zu den High-Performance-Produkten von Lamborghini oder McLaren noch eher günstig zu haben – vorausgesetzt, man kann überhaupt einen der begehrten Kaufverträge ergattern.

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Technische Daten des neuen Porsche 911 GT3 RS (2022)

AUTO ZEITUNG 22/2022Porsche 911 GT3 RS
Technische Daten
Motor4,0-Liter-Sechszylinder-Boxer
Getriebe/Antrieb7-Gang; manuell; Hinterrad
Leistung386 kW/525 PS
Max. Drehmoment465 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4572/1900 (2027)/1322 mm
Leergewicht/Zuladung1450/345 kg
Kofferraumvolumen0 l
Fahrleistungen (Werksangaben)
Beschleunigung (0-100 km/h)3,2 s
Höchstgeschwindigkeit296 km/h
Verbrauch auf 100 km (Werk)13,4 l SP
Kaufinformationen
Basispreis (Testwagen)230.112 Euro

Michael Godde Michael Godde
Unser Fazit

Der neue Porsche 911 GT3 RS ist schlicht der beste Elfer, der die Werkstore in Zuffenhausen je verlassen hat, und verkörpert die reine Lehre eines Supersportlers. Er holt in der Kurve seinen Speed und lehrt damit der Konkurrenz abermals das Fürchten – zumindest solange, bis Porsche mit dem GT2 RS aus der Boxengasse rollt.

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