Neuer Mercedes EQS (2019): Erste Testfahrt Mercedes EQS lockt mit nachhaltigem Luxus

von Thomas Geiger 29.10.2019

Mit dem neuen Mercedes EQS (2019) geben die Stuttgarter einen Ausblick auf die Zukunft des elektrischen Fahrens in der Luxusklasse. So lief die erste Testfahrt!

Kurz vor dem Start der ersten Testfahrt mit dem neuen Mercedes EQS (2019) könnte man meinen, es wäre gerade ein Raumschiff gelandet. Endlos lang und trotzdem ungewöhnlich flach, protzig und zugleich filigran und vor allem absolut lautlos rollt der futuristische Luxusliner vor. Keine Mercedes-Studie der letzten Jahre war so clean und schnörkellos wie der EQS, aus dem schon bald das elektrische Flaggschiff der Marke und die zukunftsfeste Alternative zur S-Klasse werden soll. Es ist eigentlich nicht viel mehr als ein großer Bogen, der das gesamte Auto beschreibt. Die einzige wirklich gerade Linie ist die, die den silbernen vom schwarzen Lack trennt und das LED-Band, das dazwischen ums ganze Fahrzeug läuft und auf eine viel subtilere Art mit der Umwelt spricht als das mit Blinker und Lichthupe möglich wäre. Und je dunkler es wird, desto spektakulärer erscheint der neue Mercedes EQS (2019). Vorne strahlen dann Holografie-Linsen, die zu schweben scheinen, im Kühlergrill glimmen 1000 LED hinter schwarzem Glas und von innen schimmern viele Dutzend Meter Lichtleiter in allen denkbaren Farben. Darüber hinaus gibt es am Heck des neuen Mercedes EQS (2019) statt klassischer Rückleuchten 229 einzelne Mercedes-Sterne, die jedem Zweifel an der Herkunft dieses Raumschiffs ausräumen. Mehr zum Thema: Das ist die elektrische A-Klasse

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Erste Testfahrt mit dem neuen Mercedes EQS (2019)

So sehr der neue Mercedes EQS (2019) von außen funkelt, so ruhig ist das Design des Interieurs. Instrumente sind vor Beginn der ersten Testfahrt nicht zu sehen, weil die nur noch bei Bedarf auf die Oberflächen projiziert werden. Stattdessen gibt es ein Cockpit, das flacher ist als je zuvor und deshalb ungeahnte Ausblicke gewährt. Obwohl der neue Mercedes EQS (2019)  zwei handbreit flacher ist als eine S-Klasse wirkt der Innenraum deshalb umso luftiger – was natürlich auch an den stolzen 5,30 Metern liegt, die der Wagen misst. Das sind noch einmal knapp 20 Zentimeter mehr als bei der S-Klasse. Das einzig wirklich noch sichtbare Bedienelement ist ein nach oben offenes Lenkrad. Zwar kann der EQS in der Vision der Entwickler nahezu autonom fahren, doch denkt Mercedes offenbar nicht im Traum daran, dem elektrischen Luxusliner die Arbeit komplett zu überlassen. Das wäre ja auch fast zu schade, wenn man bedenkt, dass an jeder Achse ein E-Motor montiert ist und die Systemleistung bei 350 kW oder in alter Währung 476 PS liegt. Mit zusammen bald 1000 Newtonmeter soll der neue Mercedes EQS (2019) so in weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen und mindestens 200 km/h schnell werden. Der Akku mit einer Kapazität von mehr als 100 kWh soll für eine Reichweite von bis zu 700 Kilometer sorgen.

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Neuer Mercedes EQS (2019) ist noch ein Einzelstück

Weil der neue Mercedes EQS (2019) noch ein millionenschweres Einzelstück ist, sterben die Mechaniker tausend Tode, wenn man bei der ersten Testfahrt mehr als den kleine Zeh auf das Gaspedal stellt. Auf den ersten Metern rollen die imposanten 24 Zöller nahezu ungefedert und deshalb entsprechend holprig über den doch eigentlich ziemlich glatten Asphalt. Und trotzdem fühlt man sich auf dem Weg in die Zukunft und es macht den Eindruck, Mercedes hätte den richtigen Kurs gefunden. Das ist auch bitter nötig, schließlich sind die Schwaben diesmal nicht die ersten. Zwar ist ein Tesla Model S weniger filigran und hat lange nicht so viel Finesse, buhlt aber dafür schon seit über fünf Jahren um die Besserverdiener mit grünem Gewissen. Jetzt stößt der Porsche Taycan dazu und im nächsten Jahr kommt auch noch der Audi e-tron gt. Bis der neue Mercedes EQS (2019) tatsächlich zu den Kunden rollt, wird es dagegen noch mindestens 18, eher 24 Monate dauern. Denn noch ist die sogenannte EVA2-Plattform, die so flexibel werden soll wie Volkswagens MEB und deshalb eine ganze Flotte von Stromern mit Stern tragen wird, nicht fertig. Dafür wird sie aber tatsächlich eine dezidierte E-Plattform und der neue Mercedes EQS (2019) kein so ein schlechter Kompromiss mehr wie die EQC, der eben doch nur ein umgebauter GLC ist.

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