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Neuer BMW 7er Facelift (2019): Erste Testfahrt Das 7er-Facelift beeindruckt mit gediegenem Fahrkomfort

von Michael Godde 03.04.2019

Bei der ersten Testfahrt setzt der neue BMW 7er Facelift (2019) mit einem neuen V8-Biturbo und einem hocheffizienten Plug-in-Hybriden seine Konkurrenten S-Klasse und Audi A8 mächtig unter Druck!

Lasst uns vor der ersten Testfahrt mit dem BMW 7er Facelift (2019) noch einmal einige Fakten vergegenwärtigen: Das Flaggschiff der Marke läuft seit 1977 vom Band. Jede Generation verkaufte sich besser als die vorherige – auch die aktuelle kann nach der ersten Halbzeit ihrer Amtszeit eine positive Bilanz aufweisen. Die Orte, an denen sich das bayrische Flaggschiff gut verkauft, haben sich allerdings geändert: China ist mit über 40 Prozent aller weltweit angebotenen 7er-Modelle der wichtigste Markt für den Luxuskreuzer geworden. Auch Japan und Korea lieben den großen BMW. In Deutschland liegt der Anteil bei mageren fünf Prozent. Kein Wunder also, dass die Münchner die Geschmäcker der Asiaten auch beim Design berücksichtigten. Und der fernöstliche Einfluss steht dem neuen BMW 7er Facelift (2019) eigentlich ganz gut. Der Vorderwagen wurde komplett neu gestaltet. Die um 40 Prozent größere Niere am nun deutlich höher aufragenden Vorderwagen (50 mm) ist dabei das zentrale Element. Schmalere Scheinwerfer und ein großes Markenlogo verschaffen dem 7er zusätzlich einen repräsentativen Auftritt. Auch am Heck sorgen neu modellierte, 35 Millimeter schmalere Leuchten für mehr Eleganz. Detailarbeit erhielt auch die Seitenlinie, die vor allem durch die neuen, seitlichen Zierelemente der Air-Breather in den vorderen Kotflügel die neue Designlinie unterstützen. Mit so viel selbstbewusster Präsenz dürfte der BMW nicht nur in Asien Eindruck machen.

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Neuer BMW 7er Facelift (2019) im Video:

 
 

Erste Testfahrt mit dem neuen BMW 7er Facelift (2019)

Dem BMW 7er Facelift (2019) spendieren die Münchener im Rahmen der Überarbeitung einen neuen, unglaublich kraftvollen und gleichzeitig fantastisch geschmeidigen V8-Biturbo mit 530 PS und enormen 750 Newtonmeter. Der 4,4 Liter große Motor wurde vom Kurbelgehäuse bis hin zur Motorsteuerung neu entwickelt und kommt nach seinem Debüt im 8er nun auch im neuen 7er zum Einsatz. Dennoch ist es doch der neue Plug-in-Hybrid, der die Aufmerksamkeit beim neuen Luxusliner aus München auf sich zieht. Gegen den neuen Teilzeit-Stromer wirkt der alte 740e mit seiner Kombination aus flauem Vierzylinder und E-Motor wie eine Notlösung. Vor allem, weil der neue 745e nun die seidenweiche Laufkultur des 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Turbos (286 PS) mit elektrischer Mühelosigkeit eines elektrischen Motors (113 PS) koppelt. Der Antrieb generiert eine Systemleistung von 394 PS – das sind immerhin 68 PS mehr, als die bisherige Plug-in-Variante mobilisierte. Durch den Einsatz eines neuen Hochvoltspeichers mit 12,0 statt 9,3 kWh soll der 745Le xDrive jetzt bis zu 55 Kilometer ohne Verbrennungsmotor durch die Stadt oder übers Land stromern. Bei unserer ersten Testfahrt unter realen Verkehrsbedingungen waren es immerhin 40 km, bis sich der Sechszylinder hinzuschaltete. Im Hybridmodus mit zwischenzeitlichem Einsatz der Battery-Control-Funktion, bei der der Energiespeicher über den Benziner den Akku während der Fahrt auf einen voreingestellten Wert auflädt, meldete der Bordcomputer nach rund 180 km einen Verbrauch von mageren 7,1 Litern pro 100 km. Niedrigere Werte lassen sich nur dann erreichen, wenn der neue BMW 7er Facelift (2019) bei jeder Gelegenheit Strom aus dem Netz zu sich nimmt.

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Neuer 7er Facelift Plug-in-Hybrid mit mehr Reichweite

Auf der anderen Seite gibt sich das Antriebsduo des neuen BMW 7er Facelift (2019) im Sport-Modus extrem angriffslustig. Der E-Motor sorgt für ein äußerst direktes Ansprechverhalten und lässt den Sechszylinder zudem noch leichtfüßiger und kraftvoller aus dem Drehzahlkeller schnalzen. Auch das Zu- und Abschalten einer Energiequelle in den anderen Programmen, was beim 740e eher holprig vonstatten ging, arrangiert der neue 745e mit mehr Souveränität und ist damit eine ausgesprochen kultivierte Alternative zum Diesel. Kultiviertheit ist ohnehin die passende Beschreibung für den 7er anno 2019.  BMW gab sich viel Mühe, das Geräuschniveau nochmals zu senken. Spezielle Abschirmungen in den hinteren Radhäusern, den B-Säulen, den hinteren Gurtschächten sowie in der hinteren Sitzlehne reduzieren den Pegel effektiv. Wie bereits die Windschutzscheibe weisen jetzt auch die Seitenscheiben und die Heckscheibe eine auf 5,1 Millimeter erhöhte Materialstärke auf – serienmäßig bei den Acht- und Zwölfzylindermodellen. Extrem leise gleitet der neue BMW 7er Facelift (2019) dahin. Beim Fahrwerk bleibt dagegen alles beim Alten, das Feedback der Lenkung wurde aber etwas nachgeschärft. Neue, feine Nappalederbezüge mit wertiger Steppung und Holzeinlagen aus amerikanischer Eiche sorgen für das passende Luxus-Ambiente. Wie bereits 8er, X5 oder 3er kommt auch der 7er in den Genuss der neuen Bedienlogik des BMW Operating Systems 7.0. Dank optimierter Spracheingabe lassen sich nahezu alle Menüpunkte problemlos ansteuern, ohne dass man im Umgang mit der Luxuslimousine auf bekannte Eingabequellen verzichten muss.  Mit fast 110.000 Euro ist der 745Le xDrive allerdings kein Schnäppchen Günstigstes Modell ist der 730d für 88.400 Euro.

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von Michael Godde von Michael Godde
Unser Fazit

Der neue BMW 7er Facelift (2019) dürfte nicht nur in Asien mehr Aufmerksamkeit bekommen – das größte 7er-Facelift aller Zeiten hat sich für alle Märkte gelohnt. Besonders der Plug-in-Hybrid überzeugt.

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