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Neuer Alpina B3 (2020): Erste Testfahrt Muskulöser Alpina B3

von Elmar Siepen 02.07.2020

Der laute Auftritt war nie Alpinas Ding. Da bildet der neue Alpina B3 (2020) keine Ausnahme. Er zeigt bei der ersten Testfahrt vielmehr, wie gut Dezenz und Dynamik harmonieren.

Die ersten Kilometer der ersten Testfahrt im neuen Alpina B3 (2020) führen über verschlungene Landstraßen des Teutoburger Waldes, wo die 465 PS des B3 nicht ansatzweise gefordert sind. Sie finden den Wagen dafür völlig übermotorisiert? Mag sein. Aber zugleich wird gerade hier deutlich, wie harmonisch die neueste Kreation der Buchloer auftritt: Trotz optionaler 20-Zoll-Leichtmetallräder und üppiger Bereifung der Dimension 255/30 ZR 20 vorn und 265/30 ZR 20 hinten tastet der B3 das Fahrbahnrelief dank seiner adaptiven Dämpfer mit einer nicht für möglich gehaltenen Feinfühligkeit ab. Bodenwellen werden förmlich aufgesogen und eingeebnet. Weder lästige Nickbewegungen noch ein unangenehmes Nachschwingen der Karosserie stellen sich ein. Die 700 Newtonmeter maximales Drehmoment liegen schon bei 3000 Umdrehungen an und lassen den Gasfuß bereits mit kleinsten Bewegungen Durchzugskraft aus dem Vollen schöpfen. Der extrem kultivierte Biturbo-Reihensechszylinder fördert das lässige Fahrvergnügen, ohne das Fahrwerk zu überfordern. Mit der feinfühligen Lenkung lässt sich der neue Alpina B3 (2020) spielerisch durchs Straßen-Winkelwerk führen. So könnte es endlos weiter gehen, sähe das Programm nicht noch anderes vor. Wir biegen rechts ab, folgen der Beschilderung "Bilster Berg" und fahren zu jener anspruchsvollen westfälischen Rennstrecke, die sowohl Fahrer als auch Fahrzeug richtig fordert. Hier darf der B3 sein gesamtes Potenzial entfalten. Schon unmittelbar nach der ersten Rechtskurve nach der Boxenausfahrt begeistert er mit spontanem Ansprechverhalten, das sich auf der kurzen Geraden bis zur nächsten Kurve in perlende Drehfreude verwandelt, begleitet von einem äußerst kräftigen Geschwindigkeitszuwachs. Da erscheinen die genannten 3,8 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h glaubwürdig. Mehr zum Thema: Das ist der Alpina XB7

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Erste Testfahrt mit dem neuen Alpina B3 (2020)

Mit glasklarem Druckpunkt wandelt die üppig dimensionierte Bremsanlage des neuen Alpina B3 (2020) die Bewegungsenergie auf der ersten Testfahrt in Wärme um, übrigens ohne feststellbares Fading, wie die folgenden Runden zeigen. Bergab-Passagen, Kuppen und Senken fordern zwar das Fahrwerk, doch entscheint die Fahrstabilität des Alpina B3 schier unerschütterlich. Insbesondere in der "Mausefalle". Dort geht es im Anschluss an eine Linkskurve mit bis zu 26 Prozent Gefälle bergab, bevor eine 21-prozentige, mit Bodenwellen gespickte Bergaufstrecke in einem Linksbogen zu meistern ist. Hier sind Traktionsprobleme dank des serienmäßigen, vollvariablen, heckbetonten Allradantriebs für den B3 ein Fremdwort. Bewusst produziertes Leistungsübersteuern in der hinter der folgenden Kuppe liegenden Links-Recht-Kombination bringen ihn nicht aus der Ruhe. Der B3 lässt sich mit nur leichten Lenkkorrekturen einfangen, was den Eindruck der spielerischen Beherrschbarkeit stützt. Der Schub, mit dem der Dreier aus dem Allgäu die anschließende Gerade entlang stürmt, lassen keine Zweifel an den Hersteller-seitig versprochenen 303 km/h Höchstgeschwindigkeit aufkommen. Der neue Alpina B3 (2020) besitzt zweifelsohne ein großes Rundstreckentalent, aber auch die gewohnte Alltagstauglichkeit Es ist erfreulich, dass es den B3 auch wieder als Kombi unter der BMW-typischen Bezeichnung Touring geben wird. In den Fahrleistungen liegt er nur wenig hinter seinem Stufenheck-Pendant. Mit 78.034 Euro kostet er zudem nur 1691 Euro mehr als die Limousine (ab 76.343 Euro), bietet aber bis zu 1510 Liter Gepäckvolumen. Auf den Markt kommen beide im dritten Quartal.

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von Elmar Siepen von Elmar Siepen
Unser Fazit

Mit dem neuen Alpina B3 (2020) hat die Edelschmiede eine alltagstaugliche Fahrmaschine mit äußerst geschliffenen Umgangsformen im Programm, die bei unserer ersten Testfahrt nicht nur Langstreckenkomfort bietet, sondern auch den Ausflug auf die Rundstrecke nicht zu scheuen braucht. Feine Ware und ein Geheimtipp für Automobil-Gourmets.

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