Mercedes-Strategie 2039: E-Autos & Verbrenner-Aus Mercedes verkündet Ende für Verbrenner

von Christina Finke 02.08.2019

Der nächste Hersteller verbannt den Verbrenner: Die Mercedes-Strategie 2039 sieht vor, dass die Stuttgarter in 20 Jahren keine Autos mit reinem Verbrennungsmotor mehr bauen. Die Neuwagen-Flotte soll dann komplett aus CO2-neutralen E-Autos und Plug-in-Hybriden bestehen.

Im Zuge der Vorstellung der neuen Mercedes-Strategie hat Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius das Verbrenner-Aus auf das Jahr 2039 terminiert: Ab dann sollen die weltweit verkauften Neuwagen der Stuttgarter CO2-neutral unterwegs sein. Welche Technologien dabei genau zum Einsatz kommen werden, will sich der Autobauer allerdings noch offen halten. "Jetzt zu sagen, exakt in jedem Markt der Welt, wo die Reise hingeht, das wäre nicht seriös", so Källenius. Um das Ziel für die Neuwagen-Flotte in 20 Jahren zu erreichen, plant das Unternehmen, nur noch Elektroautos und Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Motoren zu verkaufen. Außerdem sollen die Verbrennungsmotoren in den Hybrid-Fahrzeugen zukünftig mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, die aus regenerativen Energien gewonnen werden und somit CO2-neutral sind. Das Problem: Solche Kraftstoffe sind bislang noch nicht am Markt verfügbar. Allein für den Ausbau der E-Auto-Palette investiert Daimler zehn Milliarden Euro. Darüber hinaus arbeitet der Autobauer aber auch weiterhin an der Brennstoffzelle. Auch die können Verbrennungsmotoren ablösen, so der Leiter der Motorenentwicklung Torsten Eder. Und: Es sollen zudem nicht mehr nur die deutschen, sondern auch die europäischen Pkw-Werke des Konzerns bis 2022 klimaneutral arbeiten. Folgen sollen auch die Standorte weltweit – wann und wie viel Geld dafür in die Hand genommen wird, ließ der künftige Vorstandschef Källenius jedoch offen. Mehr zum Thema: Strengere CO2-Werte bis 2030

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Mercedes EQC (2019) im Video:

 
 

Mercedes-Strategie 2039: Aus für den Verbrenner

Das geplante Aus für den Verbrenner sowie der Umstieg auf Elektroautos und Plug-in-Hybride im Zuge der Mercedes-Strategie 2039 kommt nicht ganz freiwillig. Angesichts der stark diskutierten Grenzwerte ist Daimler auf EU-Ebene gezwungen, den CO2-Ausstoß der jährlich verkauften Autos zu senken. Bis 2021 muss der Wert von zuletzt 132 auf 102 Gramm pro Kilometer sinken, bis 2030 sollen noch einmal 37,5 Prozent davon abgehen. Bis dahin sollen bereits 50 Prozent aller weltweit verkauften Autos des Unternehmens vollelektrisch fahren oder mit einem Plug-in-Hybrid-Motor ausgestattet sein. An einem ähnlichen Programm zur Klimaneutralität wird auch im Lkw-Geschäft von Daimler gearbeitet. Wann der CO2-Fußabdruck des gesamten Konzerns auf Null reduziert wird, wurde bislang jedoch nicht bekanntgegeben. Insgesamt bleibt die Mercedes-Strategie 2039 mit dem geplanten Verbrenner-Aus und dem Umstieg auf E-Autos hinter den Ankündigungen anderer Unternehmen zurück: So will Zulieferer Bosch Produktion und Verwaltung bereits bis 2020 CO2-neutral gestalten, der komplette Volkswagen-Konzern will dieses Ziel bis 2050 erreichen. Mehr zum Thema: CO2-Steuer

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