Mercedes-Benz: Verkaufszahlen & Wachstum Mercedes ist zurück an der Spitze

von Markus Bach 21.03.2019
Inhalt
  1. Verkaufszahlen und Wachstum von Mercedes-Benz
  2. Mercedes investierte in neue Produkte und Technologien
  3. Mercedes-Benz: Submarke für Elektroautos startet 2019

Mercedes stürmte 2017 von Rekord zu Rekord und zeigte BMW und Audi die Rücklichter. Doch wie konnte Daimler-Chef Dieter Zetsche die Stuttgarter zurück an die Spitze führen?

Als Dieter Zetsche 2006 die Leitung von Mercedes übernahm, befand sich der Konzern in der schwersten Krise seiner Geschichte. Die "Welt AG" seines Vorgängers Jürgen Schrempp war krachend gescheitert, DaimlerChrysler hatte 50 Milliarden Euro an Wert verloren. Auch die Kernmarke steckte in Schwierigkeiten: Rost- und Elektronikprobleme schädigten den Ruf der Autos mit Stern, in den Vergleichstests hatten sie immer häufiger das Nachsehen gegenüber Audi und BMW. Noch schlimmer: Junge Käufer machten einen großen Bogen um die Autos aus Stuttgart, die Mercedes-Kunden überalterten. Zudem versäumten es die Daimler-Manager, rechtzeitig auf den Wachstumsmarkt China zu setzen – Audi hatte in der Volksrepublik freie Hand. Schließlich löste BMW im Jahr 2005 Mercedes als größten Premiumhersteller der Welt ab. 2011 zog auch Audi an den Stuttgartern vorbei. Mehr zum Thema: M550i xDrive fordert den AMG E 53

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Verkaufszahlen und Wachstum von Mercedes-Benz

Keine sechs Jahre später ist die Lage kaum wiederzuerkennen: Mercedes eilt von Rekord zu Rekord. Bereits bis November 2018 wurden mehr Autos verkauft als im gesamten Jahr 2016. Zudem war der November 2018 für Mercedes der 57. Rekordmonat in Folge. Seit 2010
konnte der Stern seine weltweiten Verkäufe fast verdoppeln. So liegen die Stuttgarter mittlerweile wieder unangefochten an der Spitze der Premiumhersteller: 2015 überholte man Audi, ein Jahr später BMW. Und 2017 setzte sich Mercedes mit einem Wachstum von elf Prozent weiter ab. BMW kam bis November nur auf 3,7 Prozent Plus, Audi verlor sogar leicht mit -0,8 Prozent. Auch finanziell läuft es für die Stuttgarter. Nach der Trennung von Chrysler 2007 stellte Dieter Zetsche den Konzern neu auf. Lag die Umsatzrendite der Automobilsparte 2013 mit 6,2 Prozent noch  deutlich hinter der von Audi und BMW, die beide zehn Prozent erreichten, hat sich auch hier die Lage geändert: In den ersten drei Quartalen 2017 führte Mercedes den Vergleich der Gewinnmargen mit 9,7 Prozent nun vor BMW und Audi an. Mehr zum Thema: Starkes GLE Coupé im Schnee erwischt

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Mercedes investierte in neue Produkte und Technologien

Doch wie konnte die Wende gelingen? Mercedes investierte unter Dieter Zetsche in neue Produkte und Technologien. So stieg die C-Klasse in der vierten Generation seit 2014 zum weltweiten Bestseller auf. Und auch die neue E-Klasse erzielte 2017 neue Bestwerte, lag 46 Prozent über dem Vorjahr. Für den Verkaufserfolg beider Modelle ist auch die neue Designsprache der Stuttgarter entscheidend. Deren junger, dynamischer Auftritt prägte bereits die neue Kompaktfamilie, die ab 2012 eingeführt wurde. Anstelle der nur in Europa verkauften vanartigen A-Klasse
eroberte eine Flotte aus fünf Modellen die Weltmärkte: So ist etwa die B-Klasse in Europa beliebt, das viertürigen Coupé CLA in den USA und das Kompakt-SUV GLA in China. Dass alle Modelle sich die technische Basis teilen, hält zudem die Kosten in Grenzen. Die neue Kompaktfamilie sorgte auch dafür, dass das Durchschnittsalter der Mercedes-Käufer deutlich sank, etwa das der A-Klasse in Europa um mehr als 13 Jahre. Mehr zum Thema: B-Klasse-Marktstart Anfang 2019

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Mercedes-Benz: Submarke für Elektroautos startet 2019

Gleichzeitig startete Mercedes eine SUV-Offensive, aus der mittlerweile sieben Modelle hervorgegangen sind, vom kompakten GLA bis zum Riesen GLS. Von den SUV wurden allein im dritten Quartal 2017 ganze 211.200 Einheiten verkauft – ein Plus von 13 Prozent. Neben den  renditeträchtigen SUV trägt auch die stark ausgebaute Submarke Mercedes-AMG ihren Teil zum gesteigerten Gewinn bei: 2017 feierte sie ein weiteres Rekordjahr mit deutlich über 100.000 Auslieferungen. Und die nächste Produkt- und Technikoffensive ist bei Mercedes schon in Arbeit: Ab 2019 startet mit EQ eine komplett neue Submarke für Elektroautos, zuerst mit einem SUV. Daimler-Chef Zetsche scheint jedenfalls entschlossen, das Jahr des Sterns zu einem Jahrzehnt des Sterns auszubauen. Mehr zum Thema: EQA-Produktion in Frankreich

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