Daimler-News (Dez. 2021): Spaltung/Klage Aufspaltung von Daimler beschlossen

von AUTO ZEITUNG 02.12.2021
Inhalt
  1. Daimler-News (2021): Aufspaltung des Konzerns, DUH-Klage, Abschied vom Plug-in-Hybrid, V8-Pause für USA, Elektro-Strategie
  2. Daimler-News 2020: Motoren aus China, Aus für die Handschaltung, Zetsche kehrt nicht zurück & Schiemer bei Mercedes-AMG
  3. Daimler-News 2019: Absatzrekord, neuer Daimler-Chef Källenius, Konzern-Strategie "Ambition2039" &  Joint Venture mit Geely
  4. Daimler-News 2018: Daimler mit Absatzrekord im ersten Quartal
  5. Daimler-News 2017: Mercedes-Benz stürmt von Rekord zu Rekord

Daimler-News: Die Anteilseigner habe der Aufspaltung von Daimler in zwei getrennte Unternehmen zugestimmt. Und: Deutsche Umwelthilfe reicht Klage gegen Mercedes ein. Diese und weitere News haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Letztes Update: 01.12.2021.

 

Daimler-News (2021): Aufspaltung des Konzerns, DUH-Klage, Abschied vom Plug-in-Hybrid, V8-Pause für USA, Elektro-Strategie

  • Bei einer virtuellen außerordentlichen Hauptversammlung am 1. Oktober 2021 haben die Anteilseigner die Aufspaltung der Daimler AG in ein Unternehmen für Pkw und ein Unternehmen für Nutzfahrzeuge mit einer Zustimmung von 99,9 Prozent beschlossen. Im Vorfeld warb Daimler-Vorstandschef Ola Källenius dafür, der Spaltung zuzustimmen. Die Aufspaltung würde einen "Mehrwert für alle Seiten schaffen", sagte Källenius. "Wir sichern bestehende Arbeitsplätze und schaffen neue", versicherte er. Laut Daimler Finanzvorstand Harald Wilhelm wird die Unternehmensspaltung in zwei eigenständige, dafür jeweils börsennotierte Unternehmen – Mercedes-Benz für Autos und Vans sowie Daimler Truck für Lastwagen und Busse – 700 Millionen Euro kosten. Die Kosten würden unter anderem durch die Teilung und den Aufbau des Finanzdienstleistungsgeschäfts entstehen. Eine steuerliche Belastung von 400 Millionen Euro sei ebenfalls zu erwarten. Die Trennung der Konzernsparten habe aber mehr Vorteile als Nachteile. Bis Weihnachten 2021 soll die Daimler Truck Holding AG an die Börse gehen. Über die Umfirmierung der Daimler AG in Mercedes-Benz Group AG sollen die Anteilseigner bis zum 1. Februar 2022 abstimmen. Kurz nach dem Amtsantritt von Vorstandschef Ola Källenius im Mai 2019 hatte sich Daimler die jetzige Struktur mit drei eigenständigen Sparten unter dem Dach und in komplettem Besitz der Daimler AG gegeben. Damit soll nun schon wieder Schluss sein: Die Daimler Mobility AG verschwindet, die Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen gehen in den beiden anderen Sparten auf. Und auch die Holding wird auf lange Sicht nicht mehr gebraucht. Dafür bringt Daimler die Truck-Sparte noch 2021 an die Börse und zielt auch auf den Leitindex Dax. Die zwei künftigen Unternehmen seien in völlig verschiedenen Branchen unterwegs, mit jeweils ganz speziellen Kund:innen, Technologien und Kapitalanforderungen, sagte Källenius. Und beide seien in Industrien tätig, die sich umfassend veränderten. "Diesen Wandel können sie deutlich effektiver gestalten, wenn sie dabei als unabhängige Einheiten agieren", betonte er. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

  • Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte von Mercedes, sich für ein globales Aus von Verbrennungsmotoren bis 2030 zu verpflichten. Als Stichtag setzte die DUH den 20. September 2021. Nach Ablauf der Frist haben die Geschäftsführenden der DUH Barbara Metz, Sascha Müller-Kraenner und Jürgen Resch nun Klage gegen Mercedes eingereicht. Die Umweltschützer:innen fordern in der Anklage den klimagerechten Konzern-Umbau, vor allem durch eine drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes der Fahrzeuge, konform mit den verbindlichen Regelungen des Pariser Klimaschutzabkommens und des deutschen Klimaschutzgesetzes. "Das Urteil der Verfassungsrichter:innen bedeutet, dass wir ein Grundrecht auf Klimaschutz haben. Und dieses Grundrecht muss nicht nur der Staat achten, daran müssen sich auch große Konzerne halten, die für den Ausstoß von mehr CO2 verantwortlich sind als ganze Industriestaaten. Das fordern wir jetzt vor Gericht ein", äußerte sich Rechtsanwalt Remo Klinger, der die Klage vertritt. Auch BMW ist von der Klage betroffen.

  • Auf der IAA Mobility im September 2021 soll Mercedes Medienberichten zufolge den Abschied von seiner Plug-in-Hybrid-Technik bestätigt haben. Bei den PHEV solle es demnach keine Neuentwicklungen mehr geben. Die aktuelle Technik, PHEV-Antriebsstränge der vierten Generation, soll aber auch in kommenden Modellen noch zum Einsatz kommen. Jüngst erst wurde der AMG GT 4-Türer mit Plug-in-Hybrid-Technik vorgestellt. Wann tatsächlich der letzte Plug-in-Hybrid von Mercedes vom Band rollt, bleibt also vorerst unklar.

  • Im August 2021 geriet eine Händlerinformation von Mercedes USA an die Öffentlichkeit, mit dem Hinweis, dass ein Großteil der V8-Modelle vorerst nicht mehr lieferbar seien. Als Hauptgrund gab das Schreiben den globalen Lieferkettenengpass an, der sich speziell auf den Halbleitermangel zurückführen lässt. Letztendlich dürften es aber auch Emissionsbedenken gewesen sein, die Mercedes zum Entschluss bewegten, lieber die Achtzylinder als sauberere, kleinere Aggregate, Hybrid- oder Elektroautos zu streichen. Nun werden 17 der 25 V8-Baureihen des Modelljahrs 2022 vom C63 AMG S Coupé bis hin zum GLS 580 4Matic in den Showrooms der US-Händler:innen fehlen. Wie lange und ob die Modelle überhaupt noch einmal zurückkehren, lässt sich bislang nicht abschätzen. Expert:innen gehen davon aus, dass sich die Lieferketten frühestens 2023 wieder normalisieren. Luxus-Hersteller Aston Martin, der viele V8 von Mercedes-AMG bezieht, scheint vom Engpass bislang noch nicht betroffen zu sein.

  • Im Juli 2021 verkündet Daimler die Pläne für einer verschärften Neuausrichtung des Konzerns hin zur Elektromobilität. Bis 2022 soll es in allen Segmenten, in denen die Marke vertreten ist, ein E-Auto von Mercedes geben. Die Montage-Orte für Pkw und Batterien der Mercedes-Benz AG sollen ab diesem Zeitpunkt klimaneutral arbeiten. Ab 2025 möchte Daimler drei neue Elektro-Architekturen nutzen: MB.EA für mittelgroße und große Elektro-Pkw, AMG.EA für leistungsstarke E-Autos vom Mercedes-AMG und VAN.EA für Vans und leichte elektrische Nutzfahrzeuge. Dann sollen auch 50 Prozent aller Neuwagenverkäufe vollelektrisch oder Plug-in-Hybride sein. Neue Plattformen für Verbrenner soll es nicht mehr geben. Zudem möchte der Autobauer dort, wo es die Marktbedingungen zulassen, bis 2030 vollelektrisch sein. Zwischen 2022 und 2030 möchte das Unternehmen mehr als 40 Milliarden Euro in batterieelektrische Fahrzeuge investieren. Die Investitionen in Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybrid-Technik sollen zwischen 2019 und 2026 um 80 Prozent sinken. Die Übernahme des britischen Elektromotorenspezialisten YASA soll die Nutzung von Axialflussmotoren im Konzern ermöglichen. Eine Schlüsselrolle bei der beschleunigten Elektro-Strategie soll auch China zufallen. Die Zellenproduktion für benötigte 200 Gigawattstunden an Kapazität soll gemeinsam mit Partnern in acht geplanten Gigafabriken erfolgen. Für die Fertigung der Batteriesysteme sind neun Fabriken in Planung, weitere Montage-Kapazitäten sollen durch GROB, einem Spezialisten für Batterieproduktions- und Automatisierungssysteme abgedeckt werden.  Auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur berücksichtigt Daimlers Elektro-Strategie. Durch Qualifizierungs- und Umschulungsprogramme, natürliche Fluktuation und Abfindungsangebote werde die Belegschaft neu ausgerichtet. Die Entwicklung des künftigen Betriebssystems BM.OS soll zudem weltweit 3000 neue Arbeitsplätze im Bereich Softwareengineering schaffen.

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Daimler-News 2020: Motoren aus China, Aus für die Handschaltung, Zetsche kehrt nicht zurück & Schiemer bei Mercedes-AMG

  • Wie im November 2020 bekannt wird, vertiefen Geely und Daimler ihr Joint Venture: Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Konzern- und Branchenkreisen berichtet, planen die beiden Autobauer eine gemeinsame Motorenproduktion. Ab 2024 sollen gemeinsam pro Jahr Hunderttausende von Ottomotoren entstehen. Die Entwicklungshoheit für Aggregate, die mit Benzin, künstlichem Sprit (E-Fuel) oder Wasserstoff laufen, solle bei Daimler liegen. Die Produktion erfolge sowohl in China als auch bei Mercedes in Europa. Hauptziel der Zusammenarbeit sei eine Kosteneinsparung im dreistelligen Millionenbereich. Es bleiben allerdings Fragen offen, ob das Motorenwerk Untertürkheim unter den Sparmaßnahmen leiden und wie die Kooperation mit Renault, das Mercedes bereits diverse Motoren stellt, künftig aussehen wird. Medienberichten zufolge soll die Vereinbarung zur gemeinsamen Motorenproduktion zwischen Daimler und Geely noch 2020 unterzeichnet werden.

  • Mercedes plant offenbar, den Handschalter mittelfristig aus dem Modellprogramm zu nehmen. So berichtete es das US-amerikanische Automagazin "The Drive" im Oktober 2020. Demzufolge werde die Handschaltung sukzessive aus dem Angebot genommen, also beispielsweise mit Produktaktualisierungen oder neuen Modellgenerationen. Als Gründe führt das Magazin zum einen Kosteneinsparungen und zum anderen Produktrationalisierung an. Letzteres meint in diesem Falle die Verschlankung des Herstellungsprozesses, da pro Fahrzeug sehr wahrscheinlich nur noch ein Automatikgetriebe verwendet werden soll. Während die Meldung, dass Mercedes die Handschaltung aus dem Programm nehmen möchte, weltweit eher ein verhaltenes Echo auslösen dürfte, hat sie für den deutschen Markt eine ganz andere Tragweite: Wenngleich aktuell lediglich die Baureihen A-Klasse, B-Klasse, CLA und C-Klasse mit Handschalter verfügbar sind, gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gut 46 Prozent der Befragten an, ein Schaltgetriebe zu bevorzugen.

  • Der ehemalige Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche kehrte 2021 nicht wie geplant als Aufsichtsratschef zum Autobauer zurück. Das gab er im September 2020 in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bekannt. Er habe im Sommer lange darüber nachgedacht, ob sein ursprünglicher Entschluss, kommendes Jahr in den Daimler-Aufsichtsrat zurückzukehren, noch gelte. "Natürlich hätte ich diese Aufgabe gerne gemacht. Ich glaube auch, dass ich sie gut gemacht hätte", sagte er, bekannte jedoch: "Ich habe mich gefragt, ob ich wirklich dem Unternehmen einen Dienst tue. Und ob ich mir einen Gefallen tue, wenn ich diese Aufgabe jetzt übernehme." Schließlich sagte der 67-Jährige: "In letzter Konsequenz habe ich mich entschieden, dass ich das nicht will, dass ich darauf verzichte." Zetsche war von Januar 2006 bis Mai 2019 Vorstandschef bei Daimler, ehe er seinen Posten an Ola Källenius abgab. Die Pläne, dass er 2021 den Aufsichtsratsvorsitz von Manfred Bischoff übernehmen sollte, stießen zuletzt auf immer mehr Kritik bei vielen Aktionär:innen. Unter anderem wird Zetsche vorgeworfen, sich zum Ende seiner Zeit als Vorstandschef auf den Rekorden der zurückliegenden Jahre ausgeruht und wichtige Weichenstellungen vor allem für den Umstieg auf die Elektromobilität verschlafen zu haben. Zu der Frage, wer nun statt ihm den Aufsichtsratsvorsitz von Manfred Bischoff übernehmen könne, äußerte sich Zetsche nicht näher. "Da bin ich raus, darüber habe ich keine Entscheidungen zu treffen."

  • Da Tobias Moers, seit 2013 Chef von Mercedes-AMG, Daimler verließ und im August 2020 seinen neuen Posten als Vorstandschef bei Aston Martin angetreten hat, sortierte sich die Führung der Performance-Tochter neu. Das gab Daimler im Mai 2020 bekannt. Den Posten als Vorsitzender der Geschäftsführung übernahm Philipp Schiemer, zuletzt Leiter von Mercedes-Benz do Brasil. Jochen Hermann, zuletzt Leiter Entwicklung eDrive bei Damler, wurde neuer Technik-Chef und Mitglied der Geschäftsführung bei AMG, wo er bereits von 2014 bis 2016 als Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung tätig war. Beide übernahmen ihre neuen Aufgaben am 1. August 2020.

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Daimler-News 2019: Absatzrekord, neuer Daimler-Chef Källenius, Konzern-Strategie "Ambition2039" &  Joint Venture mit Geely

  • Unter dem Strich machte Daimler 2019 gerade noch 2,4 Milliarden Euro Gewinn – 2018 war es noch dreimal so viel. Zwar konnte der Autobauer den Umsatz mit 172,7 Milliarden Euro noch leicht ausbauen, vor allem weil die Kernmarke Mercedes-Benz das Jahr erneut mit einem Absatzrekord abschloss (rund 2,34 Millionen verkaufte Autos). Doch hohe Kosten fressen einen Großteil davon gleich wieder auf: So ist etwa die Rechnung für Altlasten aus der Dieselaffäre 2019 immer länger geworden. Darüber hinaus müssen Investitionen in den Anlauf der Elektroauto-Produktion und in die Entwicklung teurer Zukunftstechnologien geschultert werden. "Während unsere Ergebnisse im Jahr 2019 die weiterhin starke Nachfrage nach unseren attraktiven Produkten widerspiegeln, können wir mit dem Gewinn nicht zufrieden sein", räumte auch Vorstandschef Källenius ein. Er hatte die Erwartungen seit seinem Amtsantritt im Mai 2019 schon mehrfach nach unten korrigiert und zudem im November 2019 ein Sparpaket auf den Weg gebracht, das unter anderem die Streichung tausender Arbeitsplätze vorsieht. Darüber hinaus will Källenius die Materialkosten deutlich senken und zudem die Investitionen deckeln, die teure Modellpalette ausdünnen und sich in den einzelnen Segmenten stärker auf die Fahrzeuge mit den höchsten Gewinnspannen konzentrieren. So erwartet Daimler für 2020 zwar kaum Veränderungen beim Umsatz, dafür aber eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses. Der Gewinneinbruch hat derweil auch für Mitarbeiter:innen und Aktionär:innen Folgen: Für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten gibt es 2020 nur noch 597 Euro Ergebnisbeteiligung und eine einmalige Anerkennungsprämie von bis zu 500 Euro. Im Vorjahr hatte die Prämie mit 4965 Euro noch weitaus höher gelegen. Außerdem kürzte Daimler seine Dividende drastischer als erwartet: Die Aktionär:innen sollen je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr nur noch 90 Cent erhalten – im Jahr zuvor waren es noch 3,25 Euro. 

  • Ola Källenius hat im Mai 2019 seinen Posten als neuer Daimler-Vorstandsvorsitzender angetreten. Der Aufsichtsrat hatte den Schweden in der Sitzung vom Mittwoch, 26. September 2018, zum Nachfolger an der Konzernspitze und zum Leiter der Autosparte Mercedes-Benz berufen. Der bisherige Forschungs- und Entwicklungsvorstand beerbt den langjährigen Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche. Källenius ist 49 Jahre alt und seit Anfang 2015 Vorstandsmitglied bei Daimler. Der Schwede ist Betriebswirt und arbeitet seit 1993 für den Konzern, zuletzt als Chef der Konzernforschung sowie der Entwicklung der Pkw-Sparte. Er galt schon seit längerem als hoffnungsvoller Anwärter auf den Posten des Daimler-Chefs. Daimler baut derzeit den Konzern grundlegend um. Geplant ist eine neue Struktur mit drei rechtlich selbstständigen Einheiten unter einer gemeinsamen Dachgesellschaft – eine für Pkw und Vans, eine für Trucks und Busse und eine für Finanzdienstleistungen.

  • Mercedes hat am 13. Mai 2019 die Konzern-Strategie "Ambition2039" vorgestellt. Im Zuge der Vorstellung der neuen Mercedes-Strategie hat Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius das Verbrenner-Aus auf das Jahr 2039 terminiert: Ab dann sollen die weltweit verkauften Neuwagen der Stuttgarter CO2-neutral unterwegs sein. Welche Technologien dabei genau zum Einsatz kommen werden, will sich der Autobauer allerdings noch offen halten. Um das Ziel für die Neuwagen-Flotte in 20 Jahren zu erreichen, plant das Unternehmen, nur noch Elektroautos und Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Motoren zu verkaufen. Außerdem sollen die Verbrennungsmotoren in den Hybrid-Fahrzeugen zukünftig mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, die aus regenerativen Energien gewonnen werden und somit CO2-neutral sind. Allein für den Ausbau der E-Auto-Palette investiert Daimler zehn Milliarden Euro. Darüber hinaus arbeitet der Autobauer aber auch weiterhin an der Brennstoffzelle. Auch die können Verbrennungsmotoren ablösen, so der Leiter der Motorenentwicklung Torsten Eder. Und: Es sollen zudem nicht mehr nur die deutschen, sondern auch die europäischen Pkw-Werke des Konzerns bis 2022 klimaneutral arbeiten. Folgen sollen auch die Standorte weltweit – wann und wie viel Geld dafür in die Hand genommen wird, ließ der künftige Vorstandschef Källenius jedoch offen.

  • Die nächste Generation der Mercedes-Kleinwagenmarke Smart wird in einer neuen, von Geely für Smart gebauten Fabrik in China gefertigt. Das gaben die beiden Autobauer im März 2019 bekannt. Das Joint Venture zwischen Daimler und Geely soll Smart zu neuem Aufschwung verhelfen. Smart hat sich bereits vom Verbrenner verabschiedet und möchte neue Modelle ausschließlich elektrisch betreiben. Dabei bringt Mercedes sowohl Marke als auch Konzept beziehungsweise Design von Smart ein, während Entwicklung und Produktion durch Geely vorangetrieben werden. Die Kooperation zwischen Daimler und Geely war durchaus absehbar: Mercedes hatte angekündigt, nach neuen Partnern für Smart zu suchen. Zuletzt bestand hier eine Kooperation mit Renault – in Frankreich baut der Twingo auf derselben Kleinwagen-Plattform auf. Ziel der Kooperation mit China ist es folglich, sowohl den Umstieg auf reine Elektromobilität als auch den Ausbau der Marke voranzutreiben – genauer: ein neues Kompaktklassenmodell. Geely wiederum verspricht sich vom Joint Venture, seine Beteiligung an Mercedes – der chinesische Autobauer ist Anfang 2018 mit 9,7 Prozent bei Daimler eingestiegen – erfolgreich zu machen.

News
Mercedes-Entwicklungsvorstand Ola Källenius: Interview "Wir planen Plug-in-Hybride von A- bis zur S-Klasse"

 

Daimler-News 2018: Daimler mit Absatzrekord im ersten Quartal

Die Daimler AG konnte im ersten Quartal 2018 einen Absatzrekord verzeichnen. Alleine in den ersten drei Monaten des Jahres hatte der Konzern weltweit 806.900 Pkw und Nutzfahrzeuge absetzen können. Im Vergleich zum Vorjahresniveau ergaben diese Verkaufszahlen ein Plus von sieben Prozent. Wesentlich ging der Absatzrekord vor allem auf die Tochtermarke Mercedes-Benz zurück, die im ersten Quartal 594.300 Einheiten und damit fünf Prozent mehr verkauft hatte als im Zeitraum des Vorjahres. Auch die Daimler Trucks konnten eine deutliche Steigerung verzeichnen und erzielten ein Umsatzplus von 21 Prozent mit insgesamt 113.800 Einheiten. Laut Berichtsquartal hatte die Daimler AG einen Konzernumsatz von 39,8 Milliarden Euro eingefahren und lag damit drei Prozent über dem Wert des letzten Jahres. Der bereinigte Umsatzanstieg betrug für das erste Quartal 2018 acht Prozent. Alleine für April 2018 hatte Daimler einen Absatzrekord erzielt: Weltweit hatte Mercedes in dem Aprilmonat 192.558 Fahrzeuge an den Mann oder die Frau gebracht – das ergab ein Absatzplus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt betrug das Wachstum der Daimler AG im bisherigen Jahresverlauf 6,2 Prozent. Dafür verkaufte die Kleinwagenmarke Smart im ersten Quartal 2018 weltweit weniger Autos als noch im Vorjahr. Insgesamt wurden in Europa 244.200 Fahrzeuge der Marken Mercedes und Smart verkauft. Damit hatte Daimler ebenfalls einen Absatzrekord und ein Plus von einem Prozent erreicht. Am stärksten konnte die Daimler AG ihre Verkäufe in China (+16%), Südkorea (+18%), Indien (+26%) und Malaysia (+28%) steigern. Der Absatz in den USA lag für das erste Quartal 2018 um zehn Prozent unter dem Vorjahreswert, Kanada (+ zwei Prozent) und Mexiko (+ sieben Prozent) hatten so viele Fahrzeuge von Mercedes-Benz und Co. gekauft wie noch nie zuvor im vergleichbaren Zeitraum. Besonders beliebt waren SUV von Daimler (GLC) sowie die neue S-Klasse Limousine, die ein Absatzplus von mehr als 26 Prozent erzielte. Der Absatzrekord im ersten Quartal 2018 für Daimler machte sich auch an der Anzahl der Mitarbeiter:innen bemerkbar: Gegen Quartalsende waren weltweit 294.029 Personen bei der AG beschäftigt, davon alleine 173.882 Beschäftigte in Deutschland. Zum Vergleich: Zum Jahresende 2017 waren noch knapp 1800 weniger Personen für die Daimler AG tätig.

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BMW & Mercedes: Brennstoffzelle & Autonomes Fahren Daimler und BMW weiten Kooperation aus

 

Daimler-News 2017: Mercedes-Benz stürmt von Rekord zu Rekord

Als Dieter Zetsche 2006 die Leitung von Mercedes übernahm, befand sich der Konzern in der schwersten Krise seiner Geschichte. Die "Welt AG" seines Vorgängers Jürgen Schrempp war krachend gescheitert, DaimlerChrysler hatte 50 Milliarden Euro an Wert verloren. Auch die Kernmarke steckte in Schwierigkeiten: Rost- und Elektronikprobleme schädigten den Ruf der Autos mit Stern, in den Vergleichstests hatten sie immer häufiger das Nachsehen gegenüber Audi und BMW. Noch schlimmer: Junge Käufer:innen machten einen großen Bogen um die Autos aus Stuttgart, die Mercedes-Kund:innen überalterten. Zudem versäumten es die Daimler-Manager:innen, rechtzeitig auf den Wachstumsmarkt China zu setzen – Audi hatte in der Volksrepublik freie Hand. Schließlich löste BMW im Jahr 2005 Mercedes als größten Premiumhersteller der Welt ab. 2011 zog auch Audi an den Stuttgartern vorbei. Keine sechs Jahre später war die Lage kaum wiederzuerkennen: Mercedes eilte von Rekord zu Rekord. Bereits bis November 2018 wurden mehr Autos verkauft als im gesamten Jahr 2016. Zudem war der November 2018 für Mercedes der 57. Rekordmonat in Folge. Seit 2010 konnte der Stern seine weltweiten Verkäufe fast verdoppeln. So lagen die Stuttgarter:innen wieder unangefochten an der Spitze der Premiumhersteller: 2015 überholte man Audi, ein Jahr später BMW. Und 2017 setzte sich Mercedes mit einem Wachstum von elf Prozent weiter ab. BMW kam bis November nur auf 3,7 Prozent Plus, Audi verlor sogar leicht mit -0,8 Prozent. Auch finanziell läuft es für die Stuttgarter:innen. Nach der Trennung von Chrysler 2007 stellte Dieter Zetsche den Konzern neu auf. Lag die Umsatzrendite der Automobilsparte 2013 mit 6,2 Prozent noch  deutlich hinter der von Audi und BMW, die beide zehn Prozent erreichten, hat sich auch hier die Lage geändert: In den ersten drei Quartalen 2017 führte Mercedes den Vergleich der Gewinnmargen mit 9,7 Prozent nun vor BMW und Audi an.

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