Daimler-News (Mercedes): Schiemer neuer AMG-Chef Führungswechsel bei AMG

von Christina Finke 27.05.2020
Inhalt
  1. Daimler News (Mai 2020): Philipp Schiemer folg auf Tobias Moers bei Mercedes-AMG
  2. 2019: Nur 2,4 Milliarden Euro Gewinn trotz Absatzrekord bei Mercedes
  3. Mai 2019: Ola Källenius wird neuer Daimler-Chef
  4. 2018: Daimler mit Absatzrekord im ersten Quartal
  5. 2017: Mercedes-Benz stürmt von Rekord zu Rekord

Daimler-News: Philipp Schiemer wird neuer Mercedes-AMG-Chef, da Tobias Moers Mercedes auf eigenen Wunsch verlässt. Und: Auch wenn Mercedes-Benz das Jahr 2019 erneut mit einem Absatzrekord abschließen konnte, muss Daimler erneut einen drastischen Gewinneinbruch verkraften. ​Dieser Artikel wurde am 26. Mai 2020 aktualisiert.

 

Daimler News (Mai 2020): Philipp Schiemer folg auf Tobias Moers bei Mercedes-AMG

Da Tobias Moers, seit 2013 Chef von Mercedes-AMG, Daimler verlässt und im August 2020 seinen neuen Posten als Vorstandschef bei Aston Martin antritt, sortiert sich auch die Führung der Performance-Tochter neu. Das gab Daimler im Mai 2020 bekannt. Den Posten als Vorsitzender der Geschäftsführung übernimmt künftig Philipp Schiemer, derzeit Leiter von Mercedes-Benz do Brasil. Jochen Hermann, derzeit Leiter Entwicklung eDrive bei Damler, wird neuer Technik-Chef und Mitglied der Geschäftsführung bei AMG, wo er bereits von 2014 bis 2016 als Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung tätig war. Beide übernehmen ihre neuen Aufgaben ab dem 1. August 2020. "Tobias Moers hat die Marke AMG zu großen Erfolgen geführt", sagte Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender des Daimler-Konzerns. "Wir danken ihm herzlich dafür und sehen seinen Weggang mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir verlieren eine Top-Führungskraft und gewinnen zugleich einen hervorragenden neuen CEO bei unseren Partnern von Aston Martin, mit denen wir seit langem erfolgreich zusammenarbeiten." Und weiter: "Mit Philipp Schiemer und Jochen Hermann holen wir zwei sehr erfahrene Daimler Manager zu AMG. Sie werden das Unternehmen weiterentwickeln und auf eine neue Ebene führen. Auch für AMG spielt die Elektromobilität in Zukunft eine große Rolle.“ Mehr zum Thema: Mercedes verkündet Ende für Verbrenner

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2019: Nur 2,4 Milliarden Euro Gewinn trotz Absatzrekord bei Mercedes

Daimler-Chef Ola Källenius hat im Februar 2020 zum ersten Mal die Bilanz des Autobauers vorgelegt: Unter dem Strich machte Daimler 2019 gerade noch 2,4 Milliarden Euro Gewinn – 2018 war es noch dreimal so viel. Zwar konnte der Autobauer den Umsatz mit 172,7 Milliarden Euro noch leicht ausbauen, vor allem weil die Kernmarke Mercedes-Benz das Jahr erneut mit einem Absatzrekord abschloss (rund 2,34 Millionen verkaufte Autos). Doch hohe Kosten fressen einen Großteil davon gleich wieder auf: So ist etwa die Rechnung für Altlasten aus der Dieselaffäre 2019 immer länger geworden. Darüber hinaus müssen Investitionen in den Anlauf der Elektroauto-Produktion und in die Entwicklung teurer Zukunftstechnologien geschultert werden. "Während unsere Ergebnisse im Jahr 2019 die weiterhin starke Nachfrage nach unseren attraktiven Produkten widerspiegeln, können wir mit dem Gewinn nicht zufrieden sein", räumte auch Vorstandschef Källenius ein. Er hatte die Erwartungen seit seinem Amtsantritt im Mai 2019 schon mehrfach nach unten korrigiert und zudem im November ein Sparpaket auf den Weg gebracht, das unter anderem die Streichung Tausender Arbeitsplätze vorsieht. Darüber hinaus will Källenius die Materialkosten deutlich senken und zudem die Investitionen deckeln, die teure Modellpalette ausdünnen und sich in den einzelnen Segmenten stärker auf die Fahrzeuge mit den höchsten Gewinnspannen konzentrieren. So erwartet Daimler für 2020 zwar kaum Veränderungen beim Umsatz, dafür aber eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses. Der Gewinneinbruch hat derweil auch für Mitarbeiter und Aktionäre Folgen: Für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten gibt es 2020 nur noch 597 Euro Ergebnisbeteiligung und eine einmalige Anerkennungsprämie von bis zu 500 Euro. Im Vorjahr hatte die Prämie mit 4965 Euro noch weitaus höher gelegen. Außerdem kürzte Daimler seine Dividende drastischer als erwartet: Die Aktionäre sollen je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr nur noch 90 Cent erhalten – im Jahr zuvor waren es noch 3,25 Euro. 

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Mai 2019: Ola Källenius wird neuer Daimler-Chef

Ola Källenius hat im Mai 2019 seinen Posten als neuer Daimler-Vorstandsvorsitzender angetreten. Der Aufsichtsrat hatte den Schweden in der Sitzung vom Mittwoch, 26. September 2018, zum Nachfolger an der Konzernspitze und zum Leiter der Autosparte Mercedes-Benz berufen. Der bisherige Forschungs- und Entwicklungsvorstand beerbt den langjährigen Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche. Källenius ist 49 Jahre alt und seit Anfang 2015 Vorstandsmitglied bei Daimler. Der Schwede ist Betriebswirt und arbeitet seit 1993 für den Konzern, zuletzt als Chef der Konzernforschung sowie der Entwicklung der Pkw-Sparte. Er galt schon seit längerem als hoffnungsvoller Anwärter auf den Posten des Daimler-Chefs. Daimler baut derzeit den Konzern grundlegend um. Geplant ist eine neue Struktur mit drei rechtlich selbstständigen Einheiten unter einer gemeinsamen Dachgesellschaft – eine für Pkw und Vans, eine für Trucks und Busse und eine für Finanzdienstleistungen.

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2018: Daimler mit Absatzrekord im ersten Quartal

Die Daimler AG konnte im ersten Quartal 2018 einen Absatzrekord verzeichnen. Alleine in den ersten drei Monaten des Jahres hatte der Konzern weltweit 806.900 Pkw und Nutzfahrzeuge absetzen können. Im Vergleich zum Vorjahresniveau ergaben diese Verkaufszahlen ein Plus von sieben Prozent. Wesentlich ging der Absatzrekord vor allem auf die Tochtermarke Mercedes-Benz zurück, die im ersten Quartal 594.300 Einheiten und damit fünf Prozent mehr verkauft hatte als im Zeitraum des Vorjahres. Auch die Daimler Trucks konnten eine deutliche Steigerung verzeichnen und erzielten ein Umsatzplus von 21 Prozent mit insgesamt 113.800 Einheiten. Laut Berichtsquartal hatte die Daimler AG einen Konzernumsatz von 39,8 Milliarden Euro eingefahren und lag damit drei Prozent über dem Wert des letzten Jahres. Der bereinigte Umsatzanstieg betrug für das erste Quartal 2018 acht Prozent. Alleine für April 2018 hatte Daimler einen Absatzrekord erzielt: Weltweit hatte Mercedes in dem Aprilmonat 192.558 Fahrzeuge an den Mann oder die Frau gebracht – das ergab ein Absatzplus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt betrug das Wachstum der Daimler AG im bisherigen Jahresverlauf 6,2 Prozent. Dafür verkaufte die Kleinwagenmarke Smart im ersten Quartal 2018 weltweit weniger Autos als noch im Vorjahr. Insgesamt wurden in Europa 244.200 Fahrzeuge der Marken Mercedes und Smart verkauft. Damit hatte Daimler ebenfalls einen Absatzrekord und ein Plus von einem Prozent erreicht. Am stärksten konnte die Daimler AG ihre Verkäufe in China (+16%), Südkorea (+18%), Indien (+26%) und Malaysia (+28%) steigern. Der Absatz in den USA lag für das erste Quartal 2018 um zehn Prozent unter dem Vorjahreswert, Kanada (+ zwei Prozent) und Mexiko (+ sieben Prozent) hatten so viele Fahrzeuge von Mercedes-Benz und Co. gekauft wie noch nie zuvor im vergleichbaren Zeitraum. Besonders beliebt waren SUV von Daimler (GLC) sowie die neue S-Klasse Limousine, die ein Absatzplus von mehr als 26 Prozent erzielte. Der Absatzrekord im ersten Quartal 2018 für Daimler machte sich auch an der Anzahl der Mitarbeiter und -innen bemerkbar: Gegen Quartalsende waren weltweit 294.029 Personen bei der AG beschäftigt, davon allein 173.882 Beschäftigte in Deutschland. Zum Vergleich: Zum Jahresende 2017 waren noch knapp 1800 weniger Personen für die Daimler AG tätig.

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2017: Mercedes-Benz stürmt von Rekord zu Rekord

Als Dieter Zetsche 2006 die Leitung von Mercedes übernahm, befand sich der Konzern in der schwersten Krise seiner Geschichte. Die "Welt AG" seines Vorgängers Jürgen Schrempp war krachend gescheitert, DaimlerChrysler hatte 50 Milliarden Euro an Wert verloren. Auch die Kernmarke steckte in Schwierigkeiten: Rost- und Elektronikprobleme schädigten den Ruf der Autos mit Stern, in den Vergleichstests hatten sie immer häufiger das Nachsehen gegenüber Audi und BMW. Noch schlimmer: Junge Käufer machten einen großen Bogen um die Autos aus Stuttgart, die Mercedes-Kunden überalterten. Zudem versäumten es die Daimler-Manager, rechtzeitig auf den Wachstumsmarkt China zu setzen – Audi hatte in der Volksrepublik freie Hand. Schließlich löste BMW im Jahr 2005 Mercedes als größten Premiumhersteller der Welt ab. 2011 zog auch Audi an den Stuttgartern vorbei. Keine sechs Jahre später war die Lage kaum wiederzuerkennen: Mercedes eilte von Rekord zu Rekord. Bereits bis November 2018 wurden mehr Autos verkauft als im gesamten Jahr 2016. Zudem war der November 2018 für Mercedes der 57. Rekordmonat in Folge. Seit 2010 konnte der Stern seine weltweiten Verkäufe fast verdoppeln. So lagen die Stuttgarter wieder unangefochten an der Spitze der Premiumhersteller: 2015 überholte man Audi, ein Jahr später BMW. Und 2017 setzte sich Mercedes mit einem Wachstum von elf Prozent weiter ab. BMW kam bis November nur auf 3,7 Prozent Plus, Audi verlor sogar leicht mit -0,8 Prozent. Auch finanziell läuft es für die Stuttgarter. Nach der Trennung von Chrysler 2007 stellte Dieter Zetsche den Konzern neu auf. Lag die Umsatzrendite der Automobilsparte 2013 mit 6,2 Prozent noch  deutlich hinter der von Audi und BMW, die beide zehn Prozent erreichten, hat sich auch hier die Lage geändert: In den ersten drei Quartalen 2017 führte Mercedes den Vergleich der Gewinnmargen mit 9,7 Prozent nun vor BMW und Audi an.

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