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Mercedes EQA 250: Test Der EQA 250 im Test

von Jürgen Voigt 14.07.2021
Inhalt
  1. Der Mercedes EQA 250 im Test
  2. Der Mercedes EQA 250 im Connectivity-Check
  3. Messwerte & technische Daten des Mercedes EQA 250

Mit dem kompakten Mercedes EQA stellt der Daimler seine Elektro-Offensive auf eine breitere Basis und bringt das E-Auto mit Stern nun auch unters Volk. Im Test der AUTO ZEITUNG: der EQA 250.

PositivFahrkomfort, Fahrleistungen, Qualität,
Sprachbedienung, Vernetzung
NegativKofferraum recht klein für ein SUV, nicht billig

Den Mercedes EQA – hier im Test der AUTO ZEITUNG – hätte sich der eine oder andere vielleicht ein wenig spektakulärer vorgestellt. Der neueste Elektro-Mercedes kommt uns nämlich vor wie ein maskierter Mercedes GLA. Und das täuscht nicht, denn der erste kompakt bauende Elektro-Mercedes ist ein vollwertiges Mitglied der A-Klasse-Familie, zu der ja auch der GLA zählt und die in Rastatt vom Band läuft – wie nun auch der EQA. Zwar verkörpert das kompakte E-SUV die neue Mobilität, ist im Umgang aber ein gelernter aktueller Daimler. Die weitgehend selbsterklärende MBUX-Bedien- und Infotainmentstruktur findet man im EQA ebenso vor wie die aufmerksame Sprachbedienung, die etwa aufs Stichwort "Hey Mercedes" meist versteht, was man jetzt gerade von seinem Auto will. Auch den Umgang mit dem coolen vernetzten Widescreen-Cockpit – das gibt es zum Beispiel zusammen mit einigen anderen sinnvollen Dingen im Advanced-Paket für 2570 Euro – hat man nach ein wenig Eingewöhnung verinnerlicht. Das gilt allerdings ausdrücklich nicht für die schwer bedienbaren Mini-Touchflächen im Lenkrad. Sogar in dieser Hinsicht ist der Mercedes EQA ein typischer Mercedes. Umsteiger aus dem GLA zum Beispiel müssen hier nichts neu erlernen, außer vielleicht mit einem von 435 auf 340 Liter reduzierten Kofferraumvolumen klarzukommen. Ansonsten finden Fahrer:innen und Passagier:innen hier klassengerechte Verhältnisse vor. Den Antrieb im EQA 250 übernimmt eine Asynchron-E-Maschine in Kombination mit einem konstant übersetztem Stirnradgetriebe und einem Differenzial an der Vorderachse. Mit 140 kW (190 PS) und 375 Newtonmeter Drehmoment fühlt sich der fast zwei Tonnen schwere Testwagen im Test nie schwerfällig an. Erst beim Wirbeln durch enge Wechselkurven spürt man die Last von über einer Tonne auf der Vorderachse und würde sich etwas mehr Gefühl in der Lenkung wünschen.

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Der Mercedes EQA 250 im Test

Gefühlte Leichtigkeit bestätigt der Mercedes EQA 250 auf der Messstrecke mit einer Beschleunigung auf 100 km/h in nur 8,3 Sekunden. E-Auto-typisch reagiert der EQA vor allem sehr direkt aufs Fahrpedal. Antrieb und Rekuperation – also die Energie-Rückgewinnung und die damit verbundene Bremswirkung durch  die E-Maschine – passen sich jedoch im Hinblick auf eine hohe Effizienz stets dem gewählten Fahrprogramm (etwa Sport, Comfort oder Eco), aber auch der jeweiligen Fahrsituation an. Die Dosierung der Bremse funktioniert im Test meist recht gut. Nur beim Abbremsen aus höherem Tempo wird der Druckpunkt im Bremspedal etwas diffus, wenn die E-Maschine plötzlich mitbremst. Sehr wohl fühlt man sich mit dem EQA auf der Langstrecke, wo der ausgewogene Federungskomfort (adaptive Dämpfer für 1178 Euro) und die mustergültige Geräuschdämmung zum Tragen kommen. Lediglich bei Stadttempo wird es auf holprigem Untergrund etwas poltrig. Nach WLTP-Norm darf die Langstrecke bis zu 426 Kilometer betragen, bis der nutzbare Energiegehalt des Lithium-Ionen-Akkus von 66,5 kWh zu Ende geht. Im Test inklusive Volllastanteil liegt der Verbrauch bei 24,9 kWh auf 100 Kilometern, was einer Reichweite von praktikablen 267 Kilometern entspricht. Bei gemäßigter Beanspruchung unter Auslassung der Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h sinkt der Verbrauch auf 20,1 kWh, und die Reichweite steigt auf 331 Kilometer. Serienmäßig lädt der Mercedes EQA dann über seinen CCS-Anschluss mit bis zu 100 kW an einer Schnellladesäule in 30 Minuten auf 80 Prozent. An der Wallbox mit maximal elf kW braucht er für eine Vollladung 5:45 Stunden. Der EQA zählt mit einem Grundpreis von 47.541 Euro (inklusive Umweltbonus ab 37.971 Euro) nicht zu den günstigsten Elektro-Mobilen,  insbesondere wenn man – trotz der ordentlichen Grundausstattung – ein wenig in der langen Aufpreisliste stöbert und zugreift. Doch unter den Elektro-SUV ist er auch eines der komfortabelsten und hochwertigsten. 

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Der Mercedes EQA 250 im Connectivity-Check

Das autark vernetzte, auch sehr gut per Sprache steuerbare Infotainment-/Navi-/Bediensystem des getesteten Mercedes EQA kooperiert mit der Mercedes me App (z.B. für Remote-Funktionen) und den Mercedes me Online-Services, zum Beispiel bei der Routenplanung oder der Suche nach Lademöglichkeiten. Smartphone-Integration per Apple CarPlay/Android Auto kostet 357 Euro, Head-up-Display, High-End-Soundsystem und mehr digitalen Luxus gibt es auf Wunsch in diversen Paketen.

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Messwerte & technische Daten des Mercedes EQA 250

AUTO ZEITUNG 09/2021Mercedes EQA 250
Technik
E-MotorAsynchronmaschine, flüssigkeitsgekühlt
Systemleistung140 kW/190 PS
Systemdrehmoment375 Nm
BatterieLi-Ionen-Batterie
Spannung/Kapazität netto (brutto)367 Volt/66,5 kWh (netto)
Max. Ladeleistung DC/AC11/100 kW
Ladeanschluss/OrtCCS/hinten rechts
Getriebe/AntriebStirnradgetriebe (Konstant-
Übersetzung); Vorderradantrieb;
Messwerte
Leergewicht (Test)1988 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)8,3 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)160 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
36,8/36,0 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)24,9/17,7 kWh
CO2-Ausstoß (WLTP)0 g/km
Reichweite (Test)267 km
Preise
Grundpreis47.541 €

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Mehr noch als mit seinen elektrospezifischen Eigenschaften überzeugt der Mercedes EQA im Test mit typischen Mercedes-Stärken wie dem sehr guten Fahr- und Geräuschkomfort, dem intelligenten MBUX-System und dem hohen Qualitätsstandard. Die Asynchronmaschine verhilft dem EQA zu guten Fahrleistungen, die Reichweite im Test war zumindest bei recht niedrigen Temperaturen ausbaufähig. Dennoch zählt der EQA zu den besten kompakten E-Autos unserer Zeit. 

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