“Mercedes-AMG” C8 GTR: Design-Desaster Marke Eigenbau
Fans des guten Sterns auf allen Straßen müssen beim Anblick des „Mercedes-AMG C8 GTR“ sehr stark sein. Oder, besser noch: einfach wegschauen.
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Mercedes-AMG C8 GTR: Handwerkliche Begabung ersetzt kein Design
So ein Mercedes-Flügeltürer hat schon etwas: Betörende Linien, Prestige, eine beeindruckende Rennhistorie und nicht zuletzt einen Preis, der dafür sorgt, dass das begehrenswerte Stück nicht an jeder Straßenecke steht. Es ist absolut verständlich, sich in einen 300 SL zu vergucken. Auch wenn man ihn niemals bezahlen könnte. Wer hingegen Mercedes-Flügeltürer fälscht und in Verkehr bringt, wird mit dem Mercedes-AMG C8 GTR nicht unter zehn Jahren bestraft. Und riskiert damit neben einer Netzhautablösung einen letalen Lachkrampf.
Das Gerät Marke Eigenbau hat nämlich mit einem echten Flügeltürer aus Stuttgart so viel zu tun wie eine A-Klasse mit einem Mercedes-AMG One: außer dem Stern überhaupt nichts. Nur dass eine A-Klasse zumindest Nutzwert hat, der dem C8 GTR völlig abgeht. Wer über dessen breite Schweller ins Cockpit kullert, findet dort nur karge Aftermarket-Instrumente, einen Beckengurt und einen unsportlich langen Schalthebel vor. Immerhin lässt sich von der Pilotenkanzel aus das türkisfarbene Drama ignorieren, dass sich vor den Augen der Passant:innen abspielt. Der zu Recht anonyme, mutmaßlich kalifornische Urheber dieses Garagenbaus mag handwerklich leidlich begabt sein. Von Design hat er oder sie keine Ahnung.
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Vor der Hinterachse thront ein banaler Chevy-Motor
Nach Angaben der Anzeige bei Craigslist, in der das Geschoss für schlappe 75.000 Dollar (umgerechnet rund 65.000 Euro) angeboten wurde, sind die Linien inspiriert von den Mercedes-Rennern C8, C9 und C11, die, von Sauber präpariert, in den Achtziger- und Neunzigerjahren in der Sportwagen-Weltmeisterschaft an den Start gingen. Doch hier ist von sauberem Design und luftwiderstandsoptimierter Eleganz nichts zu sehen.
Das Motto der „Designabteilung“ schien eher zu sein „hier noch ein Hützchen, da noch ein Sickchen. Dann wird das schon.“ Im Ergebnis sieht der Zweisitzer aus wie ein Geschoss auf Kokain. Nur Wegschauen ist schöner. Das originalste Teil dürfte der Kühlergrill mit dem großen Stern sein, der von der ersten Generation des Mercedes ML zu stammen scheint.
Aus unerfindlichen Gründen thront über dem Stern eine monumentale Ansaughutze. Dabei befindet sich der Motor, ein banaler Chevy-V8, vor der Hinterachse. Und zwar, genauer gesagt, unter einer teilverglasten Abdeckung und in so hoher Position, dass man sich über das Kurvenverhalten der Wannabe-Replika Sorgen machen darf. Seltsamerweise mündet dieses Design-Desaster nicht in einen überdimensionierten Heckflügel. Sonst hätte man das Gerät wohl zu leicht an den Abschlepphaken nehmen und entsorgen können.
In den sozialen Netzwerken ist die Häme über das rollende Kuriositätenkabinett so groß wie die Karosseriespalten am C8 GTR. Von „schreckliches Design, perfekt realisiert“ bis hin zu „schmerzhaft“ reichen die Kommentare. Ermunternde Worte findet niemand für den türkisfarbenen Silberpfeil. Selbstredend hat es der C8 GTR auch in die Rubrik „Shitty Car Mods“ von Reddit geschafft. Immerhin: Einen echten Mercedes-Flügeltürer sucht man dort vergebens.

















