Vorstellung

Mercedes 190 E Evo T: Baby-Benz in schneller und größer

Es scheint, als sei die Geschichte des Mercedes 190 E noch immer nicht auserzählt. Wie von Hexenhand kommt der kleine Mercedes plötzlich in den Genuss eines Kombi-Hecks.

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3D-Modell eines Mercedes 190 E Evo T, gezeigt von schräg hinten.
Das Heck des virtuellen Mercedes 190 E Evo „T“ ist nicht nur lang, sondern auch schnell. Foto: 722_modeling via Instagram
3D-Modell eines Mercedes 190 E Evo T, gezeigt von schräg vorne.
Der rasende Kombi ist stark vom DTM-Sieger von 1992 inspiriert, dem Mercedes 190 E 2.5-16 Evo2. Nur eben mit noch wolllüstigeren Formen. Foto: 722_modeling via Instagram
3D-Modell eines Mercedes 190 E Evo T, gezeigt von schräg hinten oben.
Der Heckflügel fliegt hoch, der Diffusor dagegen sehr tief. Für Wochenendeinkäufe ist das sicher nicht optimal. Foto: 722_modeling via Instagram
3D-Modell eines Mercedes 190 E Evo T, gezeigt von der Seite.
Die Sticker stimmen detailgetreu mit dem DTM-Sieger von 1992 überein. Foto: 722_modeling via Instagram
3D-Modell eines Mercedes 190 E Evo T, gezeigt von hinten.
Darfs etwas mehr sein, hat sich der 722_modeling genannte Designer wohl gefragt. Und mit einem kompromisslosen „Ja“ geantwortet: mehr Breite, mehr Carbon, mehr Flügel und Brandspuren. Foto: 722_modeling via Instagram

Der märchenhafte Aufstieg von der Familienkutsche zum Über-Benz

Es war einmal ein kleiner Benz, der wollte hoch hinaus. Und damit das auch klappte, plante er seinen Aufstieg bis ins Detail. Zunächst schnappte er sich einen kleinen, aber feinen Sechszylinder. Das war genau 1986 Monde nach Christi Geburt. Doch die 160 PS (118 kW) dieses 2,6-l-Reihenmotors waren ihm nicht lange genug.

Also bat er zwei Weise um noch mehr Leistung, denn er wollte stark werden wie sieben bayerische Bären. Der Magier Melcher ließ darauf seine schwarze Kunst walten und verpasste dem Reihensechser mehr Hub und eine Bohrung so groß wie der Stamm eines Baumes, der 1000 Jahre alt ist.

Zeitreise im Video: Mercedes S-Klasse damals und heute

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Die Geburt des Mercedes 190 E 3.2 AMG

Mit seinen 234 PS (172 kW) zeigte der Benz nun den anderen Kompaktlimousinen, wo Bartel den Most holte. Damit er nicht von teuflischen Zentrifugalkräften bei 240 km/h aus der Kurve getragen wird, bekam er zudem größere Bremsen, breite Räder, ein angepasstes Fahrwerk und ein Optikpaket mit dem magischen Code 722, bestehend aus Front- und Heckschürze, Seitenschwellern und Heckspoiler.

„Von nun an sollst Du Mercedes 190 E 3.2 AMG heißen. Fahr in die weite Welt hinaus und versäge, was es zu versägen gibt,“ gab ihm der Weise Aufrecht mit auf den Weg, und schenkte ihm zum Abschied Sticker von Boss, Dekra und Sonax.

Der 190 E 3.2 AMG war der erste getunte Mercedes, den es mit Werksgarantie zu kaufen gab

Doch der kleine Benz fuhr nicht einfach in die weite Welt. „Wenn ich alleine bleibe, komme ich nicht so weit wie mit einer Gruppe Gleichgesinnter“, dachte er listig und bog ab zum nächsten Mercedes-Händler. Und in der Tat, bald fanden sich dort über 200 Mercedes 190 E 3.2 AMG ein, erstmals ausgestattet mit einer Werksgarantie und einem für damalige Verhältnisse märchenhaften Preis von 89.500 DM.

Heute sind dies seltene Sammelobjekte, so begehrt wie der heilige Gral. Für eine Weile war der 190 E 3.2 AMG sehr glücklich, und zusammen mit seinem Vetter 190 E 2.5-16 Evo2 ließ er seine Rivalen von Audi, BMW und Ford aussehen wie Wichte.

3D-Modell eines Mercedes 190 E Evo T, gezeigt von schräg vorne.
Foto: 722_modeling via Instagram

Eines Tages aber kreuzte er den Pfad eines Alfa Romeo 155 V6 TI. Ein wahrer Pisten-Shrek mit weit über 400 PS, und der Stern des Benz‘ erlosch lautlos im luftleeren Raum. Doch sein Gram war nicht von Dauer. „Wenn ich schon nicht noch mehr Hubraum haben kann, so möchte ich wenigstens mehr Laderaum“, dachte der Baby-Benz und warf etwas von dem magischen Puder aus Kautschuk, verbrannten Ölresten und Kohlendioxid, das er in seinen Türtaschen gefunden hatte, in die Luft.

Das erhörte ein Pixel-Pusher mit trockensumpfigem Humor namens 722_modeling, und verpasste dem 190er ein langes Dach und eine Heckklappe, die von einem großen Flügel überdacht wird. Dieses einzigartige Kleid gefiel dem AMG sehr und er schätzte sich glücklich. Und wenn er nicht gestorben ist, so lädt sich der groß gewordene Baby-Benz noch immer jeden Samstag den Kofferraum bis zum Dach voll mit Einkäufen.