Vorstellung

Mercedes 0319 D mit V8: Samba für Fortgeschrittene

Wer den VW Samba zu klein und schwächlich findet, bekommt jetzt Hilfe. Dieser Mercedes 0319 D ist nicht nur beträchtlich größer, sondern kann auch auf über 400 PS zählen.

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Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von schräg vorne.
Der leicht grimmige Blick des Mercedes O319 D verrät: Dies hier ist ein böser Bus! Foto: Bring a Trailer
Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von der Seite.
Der O319 D hat das Format eines Wohnmobils, aber den Motor einer Corvette C6. Foto: Bring a Trailer
Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von schräg hinten.KI-Hinweis: realistisch wirkendes Bild, das mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt oder wesentlich inhaltlich verändert wurde.
Die große Heckklappe und die Anhängerkupplung sehen noch harmlos und genretypisch aus. Der doppelte Auspuff und die Breitreifen aber bedeuten: Dieser Mercedes-Bus ist nicht so brav, wie er aussieht. Foto: Bring a Trailer
Cockpit des Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von hinten.
Das haushohe Cockpit ist minimalistisch eingerichtet und geräumig. Foto: Bring a Trailer
Instrumente und Lenkrad des Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von hinten.
Die Instrumente sind zwar nicht original, sehen aber aus wie zeitgenössische Uhren. Foto: Bring a Trailer
Rücksitze des Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von vorne.
Bis zu 13 Leute können mit diesem Mercedes O319 D auf flotte Sightseeing-Touren gehen. Foto: Bring a Trailer
Motor des Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von oben.
Unter den Vordersitzen verbirgt sich ein LS3 aus dem GM-Regal. Er ist gut für mindestens 430 PS (316 kW). Foto: Bring a Trailer
Schalthebel des Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von hinten.
Der altertümliche Schaltstock dirigiert eine Viergang-Automatik neueren Datums. Foto: Bring a Trailer
Panoramafenster des Mercedes 0319 D mit LS3-V8 Restomod, fotografiert von rechts hinten.
Die Panoramafenster und ein nachgerüstetes Faltdach sorgen für maximalen Durchblick. Foto: Bring a Trailer

Mit dem LS3 unter den Sitzen des 0319 D gibt es Feuer unterm Hintern

Busse müssen brav sein. Manchmal aber gibt es Ausnahmen von dieser Regel. Wie etwa bei diesem Mercedes 0319 D des Baujahres 1960, der im Juli 2026 bei Bring a Trailer unter den Hammer kommen sollte. Mit seiner nostalgisch anmutenden Zweifarblackierung und den Panoramafenstern im Dach, die an den VW Samba erinnern, gibt sich der Mercedes-Bus so brav wie ein Chorknabe. Das „D“ im Namen lässt zudem auf einen altersschwachen Diesel schließen, der ihn nur selten in dreistellige Geschwindigkeitsbereiche befördern kann. Irrtum!

Die schwarzen Stahlfelgen mit Mischbereifung (18 Zoll vorne, 19 Zoll hinten) deuten schon an, dass der Fensterbus so brav gar nicht ist. Die 345 mm dicken Bridgestone Potenza hinten haben die Original-Zwillingsreifen verschluckt. Vorne sorgen 255 mm breite Walzen für den Kraftschluss mit dem Asphalt. Denn Kraft gibt es hier im Überfluss. In diesem Bus macht den Vornesitzenden ein V8 buchstäblich Feuer unterm Allerwertesten, denn er ist direkt unter den seitlich abklappbaren Sitzbrötchen montiert. Wenn man diese Pandorabüchse unvorsichtigerweise öffnet, quillt der LS3 aus dem Unterboden hervor wie Lava beim Vulkanausbruch.

Der VW ID. Buzz im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Für etwas über 54.000 Euro heißt es: Bring a (big) trailer

Der Small Block-V8 aus dem GM-Fundus ist ein beliebter Motor für Swaps aller Art. Er gilt als standfest und eignet sich auch für drastische Tuningabenteuer. Im Mercedes-Bus aus automobiler Vorzeit, ursprünglich mit einem Zweiliter-Diesel mit 55 PS (40 kW) gesegnet, wirkt er wie ein Cocker auf Kokain. Die genaue Leistung ist nicht dokumentiert, doch der 6,2 l pumpt selbst in der bravsten Konfiguration 430 PS (316 kW) raus. Sein Drehmoment von mindestens 574 Nm dürfte mit dem Bus leichtes Spiel haben. Damit vernascht der alte Brummer einen VW Samba zum Frühstück und versägt auch moderne Vielsitzer beim Ampelstart. Und dafür muss man dank der Viergang-Automatik nur stur aufs Gas steigen. Damit der V8 den Bus nicht zusammenfaltet wie Origami, wurden der großen Karosse zur Versteifung zusätzliche Querträger spendiert.

Schalensitze hat der Dreizehn-Sitzer leider nicht zu bieten. Dafür dürfen die Mitreisenden auf zweifarbigen Sitzen und Bänken die Frischluftzufuhr über ein nachgerüstetes Faltdach genießen. Im Verbund mit den Panaromafenstern und den Beckengurten wird der Benz-Bus so zum einzigartigen Tool für sportliche Sightseeing-Touren. Zu haben ist er glücklicherweise auch noch, denn der Reservepreis wurde bei der Versteigerung auf Bring a Trailer nicht erreicht. Wer also mehr bietet als die 61.500 Dollar, umgerechnet rund 54.000 Euro, die das Bieterverfahren als Höchstgebot gezeitigt hat, könnte den Bus auf den Trailer packen. Der Hänger sollte allerdings ein bisschen größer ausfallen.