Mercedes 0319 D mit V8: Samba für Fortgeschrittene
Wer den VW Samba zu klein und schwächlich findet, bekommt jetzt Hilfe. Dieser Mercedes 0319 D ist nicht nur beträchtlich größer, sondern kann auch auf über 400 PS zählen.
Mit dem LS3 unter den Sitzen des 0319 D gibt es Feuer unterm Hintern
Busse müssen brav sein. Manchmal aber gibt es Ausnahmen von dieser Regel. Wie etwa bei diesem Mercedes 0319 D des Baujahres 1960, der im Juli 2026 bei Bring a Trailer unter den Hammer kommen sollte. Mit seiner nostalgisch anmutenden Zweifarblackierung und den Panoramafenstern im Dach, die an den VW Samba erinnern, gibt sich der Mercedes-Bus so brav wie ein Chorknabe. Das „D“ im Namen lässt zudem auf einen altersschwachen Diesel schließen, der ihn nur selten in dreistellige Geschwindigkeitsbereiche befördern kann. Irrtum!
Die schwarzen Stahlfelgen mit Mischbereifung (18 Zoll vorne, 19 Zoll hinten) deuten schon an, dass der Fensterbus so brav gar nicht ist. Die 345 mm dicken Bridgestone Potenza hinten haben die Original-Zwillingsreifen verschluckt. Vorne sorgen 255 mm breite Walzen für den Kraftschluss mit dem Asphalt. Denn Kraft gibt es hier im Überfluss. In diesem Bus macht den Vornesitzenden ein V8 buchstäblich Feuer unterm Allerwertesten, denn er ist direkt unter den seitlich abklappbaren Sitzbrötchen montiert. Wenn man diese Pandorabüchse unvorsichtigerweise öffnet, quillt der LS3 aus dem Unterboden hervor wie Lava beim Vulkanausbruch.
Der VW ID. Buzz im Video

Für etwas über 54.000 Euro heißt es: Bring a (big) trailer
Der Small Block-V8 aus dem GM-Fundus ist ein beliebter Motor für Swaps aller Art. Er gilt als standfest und eignet sich auch für drastische Tuningabenteuer. Im Mercedes-Bus aus automobiler Vorzeit, ursprünglich mit einem Zweiliter-Diesel mit 55 PS (40 kW) gesegnet, wirkt er wie ein Cocker auf Kokain. Die genaue Leistung ist nicht dokumentiert, doch der 6,2 l pumpt selbst in der bravsten Konfiguration 430 PS (316 kW) raus. Sein Drehmoment von mindestens 574 Nm dürfte mit dem Bus leichtes Spiel haben. Damit vernascht der alte Brummer einen VW Samba zum Frühstück und versägt auch moderne Vielsitzer beim Ampelstart. Und dafür muss man dank der Viergang-Automatik nur stur aufs Gas steigen. Damit der V8 den Bus nicht zusammenfaltet wie Origami, wurden der großen Karosse zur Versteifung zusätzliche Querträger spendiert.
Schalensitze hat der Dreizehn-Sitzer leider nicht zu bieten. Dafür dürfen die Mitreisenden auf zweifarbigen Sitzen und Bänken die Frischluftzufuhr über ein nachgerüstetes Faltdach genießen. Im Verbund mit den Panaromafenstern und den Beckengurten wird der Benz-Bus so zum einzigartigen Tool für sportliche Sightseeing-Touren. Zu haben ist er glücklicherweise auch noch, denn der Reservepreis wurde bei der Versteigerung auf Bring a Trailer nicht erreicht. Wer also mehr bietet als die 61.500 Dollar, umgerechnet rund 54.000 Euro, die das Bieterverfahren als Höchstgebot gezeitigt hat, könnte den Bus auf den Trailer packen. Der Hänger sollte allerdings ein bisschen größer ausfallen.
Quellen
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