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Lancia Thema 8.32 mit Ferrari-V8: Classic Cars Thema-Wechsel

von Jürgen Gassebner 03.06.2020

Motoren, die uns bewegten: Dank Ferrari-V8 entstand Mitte der 80er-Jahre ein Lancia von besonders sportlichem Geblu?t: der Lancia Thema 8.32! Classic Cars blickt zurück.

Wer an Lancia denkt, verbindet die italienische Marke auch mit Ferrari – nicht nur, weil Juan-Manuel Fangio 1956 in einem Lancia-Ferrari D50 Formel 1-Weltmeister wurde. Die wohl unauffa?lligste Art, einen Ferrari- Motor zu fahren, bietet ab September 1984 der Lancia Thema 8.32. Auf Betreiben des damaligen Fiat-Vorstandsvorsitzenden Vittorio Ghidella erha?lt die italienische Limousine das 90-Grad-V8-Triebwerk des nominell 240 PS starken Ferrari 308 GTBi/GTSi Quattrovalvole, das entsprechend u?berarbeitet wird. Als reinrassiger Sportmotor verfu?gt das als Vollaluminium-Konstruktion ausgefu?hrte Aggregat mit Nickel-Silizium-beschichteten Zylinderlaufbahnen nicht nur u?ber ein u?berquadratisches Bohrung-Hub-Verha?ltnis von 81 zu 71 Millimeter, vier Ventile pro Zylinder, kurze Ansaugwege, scharfe Steuerzeiten und viel Ventilhub, sondern auch u?ber eine fu?nffach gelagerte Kurbelwelle, deren Hubzapfenversatz 180 Grad betra?gt. Das ergibt zwar ein gleichma?ßiges, abwechselndes Zu?nden der Zylinder beider Zylinderba?nke sowie eine ideale Abstimmung von Ansaug- und Auspufftrakt – aber auch kernige Schwingungen, die der im Verha?ltnis 10,5 zu eins verdichtete V8 produziert. Und das geht in einer Limousine wie dem Lancia Thema 8.32 gar nicht, befinden die Ingenieure.

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Der moderne Lancia Thema im Video:

 
 

Lancia Thema 8.32 mit Ferrari-V8

Also verpassen sie dem bildscho?nen, mit zwei obenliegenden, via Zahnriemen angetriebenen Nockenwellen pro Zylinderreihe ausgeru?steten Ferrari V8-Triebwerk eine neue Kurbelwelle mit 90-Grad-Versatz der Hubzapfen, was sich im Lancia Thema 8.32 in einer deutlich verbesserten Laufkultur niederschla?gt. Den Anspru?chen an den Einsatz in einer Limousine tragen eine homogenere Leistungsentfaltung und gesteigerte Durchzugskraft Rechnung. Hierfu?r zeichnen la?ngere Ansaugwege fu?r die Bosch KE3-Jetronic ebenso verantwortlich wie moderatere Steuerzeiten und ein verringerter Ventilhub. Neben einem um 25 Newtonmeter gestiegenen maximalen Drehmoment von 285 Newtonmeter bei 4500/min und entsprechend kraftvollerem Durchzug resultiert daraus eine um 25 PS reduzierte Spitzenleistung des 2927 Kubikzentimeter großen Motors, der nun nur noch 215 PS bei 6750/min an die Vorderra?der schickt. Damit rennt der Lancia Thema 8.32 immerhin 240 km/h schnell und katapultiert seine Besatzung in nur 6,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Es sind Sportwagenwerte, welche die ehedem brave Limousine trotz ihres zuweilen u?berfordert wirkenden Frontantriebs nun realisiert. 1988 zwingen die immer scha?rfer werdenden Emissions-Auflagen Lancia dazu, dem bis dahin frei und beherzt atmenden Ferrari-Triebwerk des Thema 8.32 eine Abgasreinigung mittels geregeltem Katalysator zu verpassen. Diese unumga?ngliche Maßnahme kostet den quer eingebauten V8 nicht nur 10 PS Ho?chstleistung (205 PS bei 6750/min), sondern auch deutlich Drehmoment, das nun auf 263 Newtonmeter bei 5070/min sinkt. Am sportlichen Charakter des Lancia Thema 8.32 a?ndert das nur wenig.

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