Goodwood Festival of Speed 2025: Die kuriosesten Autos

Kurios, exotisch oder einfach nur der blanke Wahnsinn auf Rädern: Das Goodwood Festival of Speed hatte auch 2025 wieder einiges zu bieten. Wir haben eine Auswahl der exklusivsten und eigenartigsten Autos zusammengestellt und zeigen die etwas anderen Highlights des Events.

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Blick von schräg vorne auf den McLaren F1 GTR.
McLaren F1 GTR Foto: Lukas Bädorf

Das Goodwood Festival of Speed 2025 steht nun in den Büchern. Wir wollen uns dem Kuriosen und dem Raren des Events widmen. Den Anfang macht die Sammlung wertvoller McLaren F1-Boliden. Wann sieht man schon mal so viele auf einen Haufen? Vor allem, wenn man bedenkt, dass jeder F1 hier wohl ein achtstelliges Preisschild hat – sofern er verkauft werden würde. 106 Exemplare wurden gebaut, davon 78 Straßensportler und 28 Rennwagen.

Blick von schräg vorne auf den Lancia Delta S4 Stradale.
Lancia Delta S4 Stradale Foto: Lukas Bädorf

Wie die Karosserie vermuten lässt, handelt es sich hier nicht etwa um einen normalen Lancia Delta, sondern um die Straßenvariante des legendären Lancia Delta S4, der 1985 und 1986 den Rallyespot in der Gruppe B beehrte. Ursprünglich sollten 200 dieser straßenzugelassenen Homologationsautos entstehen, tatsächlich sind es nur unter 100 Exemplare geworden. Eine genaue Stückzahl ist nicht bekannt.

Blick von der Seite auf den Porsche 911 GT1 Straßenversion.
Porsche 911 GT1 Straßenversion Foto: Lukas Bädorf

Fans dürfte sofort der riesige Heckflügel ins Auge fallen. Dies ist der einzige von rund zehn gebauten Porsche 911 GT1 mit Straßenzulassung, der mit dem Aeropaket ausgestattet wurde. Also ein Einhorn unter den Einhörnern.

Blick von hinten auf den Pagani Huayra R.
Pagani Huayra R Foto: Lukas Bädorf

Noch absurder ist allerdings dieser Pagani Huayra R, der von Lanzante für die Straße umgerüstet wurde. Ob auch der deutsche TÜV mit diesem Boliden einverstanden wäre, bezweifeln wir aber sehr.

Blick von schräg vorne auf den Bugatti Veyron Prototyp.
Bugatti Veyron Prototyp Foto: Lukas Bädorf

Der Bugatti Veyron hat eine gesamte Ära des Automobilbaus geprägt und war ein beliebtes Postermotiv in den ein oder anderen Kinderzimmern. Der hier abgebildete Veyron zeigt diverse Anomalien, wie etwa eine leicht veränderte Frontpartie sowie die markanten Radhausentlüftungen hinter den Vorderrädern. Ein Vorfacelift-Supersport? Nein, nicht wirklich, denn das hier ist der letzte von fünf gebauten Prototypen, ehe der Veyron seine endgültige Form erreichte. Spannend, dass solche Autos heute noch existieren und noch spannender, diese auch begutachten zu können!

Blick von schräg vorne auf den Rolls-Royce Cullinan.
Rolls-Royce Cullinan Foto: Lukas Bädorf

So ein Rolls-Royce Cullinan ist schon ab Werk eine brachiale Erscheinung. Wem das allerdings noch nicht reicht, kann sich das Luxus-SUV noch veredeln lassen. Mit Bodykit, Tieferlegung und einem 24-Zoll-Radsatz von Vossen zeigt der Felgenhersteller auf seinem Stand in Goodwood, was aus dem noblen Briten noch so alles rauszuholen ist.

Blick von der Seite auf den fahrenden Lanzante-Porsche TAG Turbo.
Lanzante-Porsche TAG Turbo Foto: Lukas Bädorf

Das ist doch nur ein Porsche 911 Turbo, oder? Nun, die Felgen lassen auf RUF schließen, sind allerdings eine Finte. Die markanten Schürzen und die großen Luftauslässe am Heck (hier auf dem Bild leider nicht zu sehen) verraten, dass es sich hier um einen von nur elf gebauten Porsche 911 TAG Turbos von Lanzante handelt. Das Besondere? Unter der Heckklappe schlummert der 1,5-l-V6-TAG-Turbomotor aus der Formel 1 von 1986/1987 (TTE P01), das seinerzeit über 900 PS (662 kW) leistete. Im Lanzante 911 TAG Turbo wird die Leistung allerdings auf rund 625 PS (460 kW) gedrosselt. 

Blick von schräg vorne auf den Bentley Batur.
Bentley Batur Foto: Lukas Bädorf

Neben dem Festival befinden sich die Besucherparkplätze, die den ein oder anderen Schatz bergen, wie diesen Bentley Mulliner Batur aus dem Jahr 2023, der gemeinsam mit der markeneigenen Individualisierungsabteilung Mulliner entwickelt wurde. Jedes, der 18 gebauten Exemplare wurde bis ins Detail auf die Kundschaft individualisiert. Kostenpunkt 2023? Mindestens 1,65 Mio Pfund (umgerechnet rund 1,95 Mio Euro). Ohne Extras, versteht sich.

Blick von schräg hinten auf den Talos XXT auf Basis des Ferrari 599.
Talos XXT auf Basis des Ferrari 500 Foto: Lukas Bädorf

Über den Talos XXT ist nicht viel bekannt. Fest steht, dass der Bolide auf Basis des Ferrari 599 aufbaut und mit einer abgewandelten Aerodynamik aus dem Ferrari XX-Programm zum echten Straßenrennwagen wird. Neben diversen technischen Änderungen wurde auch die Motorleistung angehoben – auf über 680 PS (500 kW). Nach unseren Recherchen sind noch nicht alle der fünf Aufträge vergeben. Wer also mindestens 950.000 Pfund (umgerechnet rund 1,095 Mio Euro) übrig hat und nicht weiß, wohin damit: Noch ist das Bestellfenster offen (Stand: Juli 2025).

Blick von schräg vorne auf die Ferrari 250 GTO Replika.
Ferrari 250 GTO Replika Foto: Lukas Bädorf

Ja, so ein Ferrari 250 GTO auf einem Besucherparkplatz vorzufinden hat schon etwas surreales. Doch der Schein trügt: Das hier ist eine Replika. Unter der Karosserie? Vermutlich ein TVR Tuscan, ganz genau verifizieren können wir die technische Basis allerdings nicht.

Mclaren MSO HS von schräg hinten.
Mclaren MSO HS Foto: Lukas Bädorf

McLaren Special Operations (MSO) – klingt wie eine Antiterror-Spezialeinheit, doch hinter dem Gebilde verbirgt sich die Sonderwunsch- und Individualisierungsabteilung von McLaren. 2016 stellte MSO den Mclaren MSO HS vor, der die seinerzeit sportliche Speerspitze in Form des McLaren 675 LT (abgesehen vom McLaren-Hypercar P1) nochmals überbieten sollte. 688 PS (506 kW) leistet der V8 hinter dem Cockpit. Die auffällige Bespoilerung spricht für sich. 25 Stück wurden gebaut.

Blick von schräg hinten auf den Audi R8 LMS-Umbau.
Audi R8 LMS-Umbau Foto: Lukas Bädorf

Moment, ist das ein Audi R8 LMS? Nicht ganz, aber nah dran. Dieser R8 wurde schlicht dem Rennwagen nachempfunden. Mit XXL-Flügelwerk und einem nicht minder brutal wirkenden Diffusor, dürfte dieser Audi der Star auf so manchen Trackdays sein.

Blick von schräg vorne auf den Porsche 996 Dakar-Umbau.
Porsche 996 Dakar-Umbau Foto: Lukas Bädorf

Ah, ein Porsche 911 Safari – als 996? Gab es zwar nie, aber hier steht er! Der Staub lässt den Aufbau sogar noch authentischer wirken. Ob dieser Porsche 996 allerdings tatsächlich artgerecht abseits der Straßen bewegt wird, können wir leider nicht sagen.

Blick auf den Fahrzeug-Korso auf dem Hillclimb-Kurs des Goodwood Festival of Speed 2025.
Goodwood Festival of Speed 2025 Foto: Lukas Bädorf

In Goodwood treffen Welten aufeinander. Hier fahren prestigeträchtige Formel 1- und Motorsportboliden neben den neuesten Elektroautos dieser Welt umher.

Blick von schräg vorne auf den Automobili Mignatta Rina.
Automobili Mignatta Rina Foto: Lukas Bädorf

Auch beim Automobili Mignatta Rina treffen die verschiedensten Epochen aufeinander: Das Design orientiert sich an Sportwagen der 1960er-Jahre, während für die Karosserie und den Antrieb modernste Technik zum Einsatz kommt. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem Ford-V8-Sauger mit rund 500 PS (368 kW).

Blick von schräg vorne auf den Rolls-Royce Phantom Boat Tail Tourer von 1925.
Rolls-Royce Phantom Boat Tail Tourer von 1925 Foto: Lukas Bädorf

Andere Zeiten, andere Bedürfnisse: Die Vorkriegsautos erscheinen heute als riesige Trümmer und waren schon damals eine Machtdemonstration auf Rädern. Der hier gezeigte Rolls-Royce Phantom Boattail wurde mit Holzplanken versehen und befindet sich in einem tadellosen Zustand. Heute unvorstellbar: Die Halterungen für die Schießeisen, falls man mal wieder zur Jagd nach exotischen Tieren ausfährt. 

Blick von schräg vorne auf den Jaguar Type 00.
Jaguar Type 00 Foto: Lukas Bädorf

Beim Thema "Kurioses" darf der polarisierende Jaguar Type 00 natürlich nicht fehlen. Das Design? Geschmackssache. Ein Statement ist der Wagen aber jetzt schon.

Blick von der Seite auf den fahrenden Tyrell P34.
Tyrell P34 Foto: Lukas Bädorf

1976 gab es tatsächlich ein Formel 1-Auto mit sechs Rädern. Der Tyrell P34 sticht allein schon wegen seines Aussehens aus der Masse hervor. Die kleinen Räder sollten den Luftwiderstand minimieren. Klingt in der Theorie einleuchtend, doch ein großer Erfolg blieb aus. Wir freuen uns trotzdem, dass auch solche Fahrzeuge in Goodwood ausgefahren werden – auch wenn der Sound des Tyrell P34 eine Gefahr für unser Hörvermögen darstellt. Lauter war nur ...

Blick von der Seite auf den fahrenden Gordon Murray T50S Niki Lauda Edition.
Gordon Murray T50S Niki Lauda Edition Foto: Lukas Bädorf

... der Gordon Murray T50S in seiner Niki Lauda Edition, der sogar die F1-Autos vergangener Jahrzehnte klangtechnisch in Grund und Boden donnert.

Blick auf das Fluggeschwader der Kunstflugstaffel Red Arrows.
Red Arrows Foto: Lukas Bädorf

Und wo wir gerade beim Donnern sind: Die Kunstflugstaffel "Red Arrows" der Royal Air Force richtete während ihrer Vorführungen über dem Goodwood Festival of Speed 2025 mit ihren beeindruckenden Formationsflügen die Aufmerksamkeit der Zuschauer gen Himmel.

Die Kuriositäten des Goodwood Festival of Speed 2025

Auf dem Goodwood Festival of Speed ging es auch 2025 wieder heiß her: Diesmal im wörtlichen Sinne, präsentierten sich bei 30 °C und Sonnenschein die feinsten Boliden aus aller Welt. Doch zwischen den ganzen Juwelen auf vier Rädern tummeln sich auch einige ungeschliffene Rohdiamanten, die selbst unter eingefleischten Autofans oft unentdeckt bleiben oder zu wenig Beachtung erhalten. Neben Supersportlern vom Schlage eines Pagani Huayra R, McLaren F1 oder Porsche 911 GT1 – die dabei ohne Frage auch zu den Publikumslieblingen zählen, finden sich auch die ein oder anderen Prototypen und Vorserienfahrzeuge. Oftmals nie öffentlich kommuniziert, ist es umso spannender auf ebensolche Fahrzeuge zu treffen. Ebenfalls spannend: Kuriose Karosserien, Bauweisen oder Designdetails, die es so sonst nirgends zu sehen gibt.
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Der Ferrari 12Cilindri (2024) im Video:

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Die Besucherparkplätze bergen ein hohes Überraschungspotenzial

Ein weiteres heißes Eisen in Goodwood befindet sich abseits des eigentlichen Events: die Besucherparkplätze. Während die meisten Autos des Goodwood Festival of Speed meist vorab angekündigt oder gelistet werden, ist es bei einem Besuch auf den Parkplätzen in etwa so, als würde man eine Wundertüte öffnen. Das weiß auch das Eventmanagement und bot Sportwagenfahrenden die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge auf eigens freigehaltenen Sportwagenarealen abzustellen. Das Resultat erinnert etwas an Events wie Cars and Coffee und birgt eine Menge Potenzial zum Staunen und Träumen. Wir haben uns auf die Suche gemacht, nach dem Raren und Exotischen, und erkunden, was sich auf und abseits des Geländes rund um das Hillclimb-Spektakel so tummelt. Die eine oder andere Überraschung ist garantiert. Unsere Eindrücke sind in der Bildergalerie zu finden! Weitere Impressionen bietet unser Highlight-Artikel des Goodwood Festival of Speed 2025.

Passendes Zubehör für den Klassiker:

Fazit

Goodwood ist immer eine Reise wert und birgt jedes Mal aufs neue Potenzial für Überraschungen. Besonders die Besucherparkplätze bergen wahre Schätze. Ein genauer Blick lohnt sich also auch hier! Doch alleine das Veranstaltungsgelände zu durchforsten brauch oft mehr Zeit als gedacht. Unser Tipp: Goodwood mindestens als Wochenend-Trip angehen.