EU-Verordnung: Sound für Elektroautos Akustischer Fußgängerschutz

von Max Sonnenburg 31.10.2018

Nach einer EU-Verordnung müssen Elektroautos ab Juli 2019 ein Soundgeräusch absondern. Hintergrund ist der Schutz der Fußgänger, die flüsterleise E-Autos kaum hören.

Bereits 2014 hat die EU in Gestalt des Parlaments beschlossen, dass Elektroautos mit einem künstlichen (Motoren-) Sound ausgerüstet werden müssen, der akustisch auf das Herannahen aufmerksam macht. Hintergrund ist die Tatsache, dass insbesondere blinde Menschen sich ausschließlich auf ihr Gehör verlassen (können). Im Straßenverkehr orientieren sie sich normalerweise an dem Geräusch der Verbrennermotoren. Das Geräusch bleibt bei Elektroautos logischerweise aus, so ist deren größter Vorteil zugleich ein Nachteil. Die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA) hat herausgefunden, dass E-Autos 37 Prozent häufiger in Unfällen mit Fußgängern involviert sind als Autos mit Verbrennern. Um das zu ändern, müssen in der EU ab Juli 2019 neue Elektroautos mit dem sogenannten Avas-System (Acoustic Vehicle Alerting System) ausgerüstet sein. Zwei Jahre später müssen auch Hybridfahrzeuge ein akustisches Warnsignal von sich geben. Das Geräusch wird bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h dauerhaft eingespielt. Gleiches gilt beim Rückwärtsfahren. Ab 20 km/h ist der künstliche Sound für Elektroautos nicht mehr nötig, da die Abrollgeräusche der Reifen den Klang eines Soundgenerators oder herkömmlichen Motors übertönen. Mehr zumThema: Kaufprämie für Elektroautos

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EU-Verordnung regelt Sound für Elektroautos

Wer jetzt hofft, dass sein Elektroauto bald wie ein V8 klingt, der wird enttäuscht sein: Der künstliche Sound muss entsprechend der EU-Verordnung mit dem Geräusch eines Verbrennungsmotors der gleichen Fahrzeugklasse vergleichbar sein. Dennoch werden die Töne von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein. Wie genau die Fahrzeuge ab Juli 2019 klingen werden, steht noch nicht fest. Wichtig ist, dass sich ihr Sound im mittleren Frequenzbereich abspielt, denn hohe Frequenzen werden von älteren Menschen nicht wahrgenommen. Nach den Untersuchungen der US-Verkehrsbehörde lassen sich mit der Avas-Technologie jährlich 2400 Unfälle mit Fußgängern verhindern. Mehr zum Thema: Das beim Unfall mit E-Auto beachten

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