Elektro-Lkw mit Oberleitungen auf A5/A1: eHighway Bald rollen E-LKW auf der A5

von Sven Kötter 17.07.2018
Inhalt
  1. Elektro-Lkw: Erste Teststrecke mit Oberleitungen Ende 2018 fertig
  2. "eHighways": Erste Tests für Elektro-Lkw in Schweden
  3. Ziel: Emissionsfreier Güterverkehr bis 2030

Der Ausbau der so genannten "eHighways" für Elektro-LKW mit Oberleitungen geht auf der Autobahn A5 planmäßig voran. Die Teststrecke soll Ende 2018 fertig sein und Anfang 2019 als Feldversuch starten. Teststrecken sind auch auf der A1 und der B462 geplant. Schweden testet bereits – mit dem Ziel, den Güterverkehr bis 2030 emissionsfrei zu gestalten.

Der Bau der Teststrecke für Elektro-Lkw auf der Autobahn A5 zwischen Darmstadt und Frankfurt ist im Zeitplan. 230 Masten wurden bereits aufgestellt, Ende November 2018 will man mit der Infrastruktur fertig sein. Ab Anfang 2019 ist der Start für den Feldversuch mit ensprechenden Fahrzeugen angesetzt. Das Land Hessen hatte Siemens bereits im August 2017 mit dem Bau einer Oberleitungsanlage – ähnlich wie bei Straßenbahnen – für elektrifizierten Straßengüterverkehr auf einer zehn Kilometer langen Strecke bei Frankfurt beauftragt. Auf der Autobahn A5 zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens und Darmstadt/Weiterstadt sollen dann bald die ersten Elektro-Lkw mit Strom aus Oberleitungen fahren. Damit wird der sogenannte "eHighway" erstmals auf einer öffentlichen Straße in Deutschland erprobt. Als großer Spieler in der Bahntechnik nutzt Siemens sein Wissen nun auch für den Straßenverkehr. Der Konzern übernimmt Planung, Bau und optional auch die Instandhaltung der Anlage bei Frankfurt. Finanziert wird das Pilotprojekt vom Bundesumweltministerium, das die Kosten von knapp 15 Millionen Euro komplett übernimmt.

E-Truck-Teststrecken in Schweden im Video:

 
 

Elektro-Lkw: Erste Teststrecke mit Oberleitungen Ende 2018 fertig

Auch in Schleswig-Holstein werden im Laufe des Jahres 2018 die ersten Autobahnabschnitte für Elektro-Lkw gebaut. Die Strecke wird laut Bundesumweltministerium auf der A1 bei Lübeck zwischen Oktober 2018 und Mai 2019 entsprechend ausgerüstet. Die norddeutsche Teststrecke führt über 25 Kilometer von einem Logistikzentrum in Reinfeld zum Lübecker Hafen, sechs Kilometer davon werden elektrifiziert. Der Test soll zeigen, ob es sich langfristig rentiert, die deutschen Straßen zu elektrifizieren. Das Bundesumweltministerium sieht darin die Lösung, den Güterverkehr auf den Straßen in Zukunft umweltfreundlicher zu gestalten. Die Kosten für den Umbau liegen laut Schätzungen des Ministeriums bei einer Million Euro pro Fahrtrichtiung. Für die Elektro-Trucks bringt der Strom aus der Oberleitung den Vorteil auf einen Akku verzichten zu können: Das spart Gewicht und Stopps zum Aufladen entfallen. Für die Erprobung werden Hybrid-Lkw eingesetzt, die auf der Teststrecke den Strom aus der Oberleitung nutzen und für den weiteren Weg von einem Dieselmotor angetrieben werden. Als dritte Teststrecke ist die Bundesstraße 462 zwischen Rastatt und Rottweil im Planungsverfahren. Hier sollen knapp sechs Kilometer in beide Richtungen für Elektro-Lkw mit ensprechenden Oberleitungen ausgerüstet werden.

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"eHighways": Erste Tests für Elektro-Lkw in Schweden

In Schweden laufen die Tests solcher Strecken bereits seit längerem. Dort fahren Elektro-Lkw, die ihre Energie ebenfalls aus Oberleitungen gewinnen, die über einer eigens dafür eingerichteten Spur platziert wurden. In sechs Metern Höhe über der Fernstraße E16 in Sandviken ist das Testprojekt auf einer Länge von 2,4 Kilometern aufgebaut. Etwa alle 70 Meter befinden sich Einspeisungspunkte. Auf dem Dach der Trucks ist ein Abnehmer für die Oberleitung installiert, die die LKW mit 750 Volt Gleichstrom versorgen. So können sie eine stabile Verbindung bis zu einer Geschwindigkeit von 90 km/h herstellen. Der beim Test eingesetzte Elektro-LKW ist ein neun Tonnen schwerer Scania G 360 4x2 mit Hybridantrieb. Die fünf kWh-Li-Ion-Batterie sorgt für drei Kilometer Reichweite außerhalb der Elektrospur. Ist beides nicht verfügbar verbrennt der 364 PS starke und 1050 Newtonmeter maximales Drehmoment entwickelnde 13-Liter-Motor Bio-Sprit. Das Testprogramm ist eine Kooperation zwischen Scania und der Region Gävleborg und im Juni 2016 gestartet worden. Siemens ist ebenfalls an der Entwicklung beteiligt.

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Ziel: Emissionsfreier Güterverkehr bis 2030

Laut Trafikverket, dem schwedischen Zentralamt für Verkehrswesen, gibt es ein zweites Projekt für Elektro-Lkw in Arlanda, etwa 35 Kilometer nördlich von Stockholm. Dort wurden keinen Oberleitungen, sondern eine elektrische Schiene verlegt, die noch eine eigene Spur darstellt, aber seit 2017 in den allgemeinen Verkehr integriert und bis Ende 2018 intensiv getestet wird. Beide Projekt dienen zunächst nur zu Testzwecken, gehören aber zu einem größeren Projekt, das die vollständige Ablösung der fossile Brennstoffe nutzenden LKW-Flotte Schwedens bis zum Jahre 2030 zum Ziel hat.  Dies ist nicht der erste derartige Versuch in Schweden. Bereits 2015 hatte Volvo eine Spur für elektrisch betriebene Busse mit dem Namen ElectriCity getestet.

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