BMW iX3 vs. Mercedes GLC EQ: Wer gewinnt den Test des Jahres?
BMW iX3 und Mercedes GLC EQ sind die neuen Hightech-Flaggschiffe ihrer Marken – beim ersten Vergleichstest der 800-V-SUV ist Hochspannung also garantiert.
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- BMW iX3 & Mercedes GLC EQ: Neue Erzfeinde im Vergleichstest
- Karosserie: Raumangebot auf einem Level
- Fahrkomfort: Mercedes ist komfortabler abgestimmt
- Motor / Getriebe: BMW fährt feinfühliger
- Fahrdynamik: iX3 fährt dem GLC davon
- Umwelt / Kosten: Beide SUV ähnlich teuer
- Fazit
- Messwerte von BMW iX3 50 xDrive & Mercedes GLC 400 4Matic EQ
- Ausstattung/Preise
- Gesamtbewertung
BMW iX3 & Mercedes GLC EQ: Neue Erzfeinde im Vergleichstest
Zeitlich gesehen hat München das Rennen bereits knapp gewonnen. Schließlich stand der komplett neue BMW iX3 Anfang März 2026 als Erster an der Startlinie. Ein paar Tage später stellte sich der Mercedes GLC 400 EQ selbstbewusst daneben. Die technischen Gemeinsamkeiten sind bestechend, ebenso wie die konzeptionellen Unterschiede. Beide Mittelklasse-SUV sind technologische Vorreiter einer komplett neuen Elektroauto-Generation – mit 800-V-Technik, Mega-Reichweiten und komplett neuer Software- sowie Bedienarchitektur. Und beide werden die tragenden Elektro-Säulen ihrer Marken. Vorschusslob gibt es also genug für die zwei Power-Stromer. Doch welcher ist am Ende das bessere Angebot? Das kann nur ein ausführlicher Vergleichstest klären.
Die ersten 500 km im BMW iX3 (Video)

Karosserie: Raumangebot auf einem Level
Beim ersten Einsteigen macht der Mercedes GLC EQ sofort den moderneren Eindruck. Sein vom Hyperscreen dominiertes Cockpit wirkt futuristisch und versetzt einen direkt in eine digitale Erlebniswelt. Beim BMW iX3 mit seinem zentral platzierten Parallelogramm-Bildschirm passiert das erst auf den zweiten Blick – dafür dann aber nachhaltig. Denn an das Panorama-Head-up-Display gewöhnt man sich schnell. Es blendet seine Projektionen unten über die gesamte Breite der Frontscheibe ein. Einen vergleichbaren Langzeit-Wow-Effekt bietet der Mercedes nicht.
Dazu verzichtet BMW ansonsten auf große Inszenierung und setzt stattdessen auf ein funktionales, klar strukturiertes Bedienkonzept. Auch Mercedes verlagert viele Funktionen auf den Touchscreen und die Sprachsteuerung. Das System verlangt vom Bediener aber eine deutlich längere Eingewöhnungszeit. Hinzu kommen vergleichsweise kleine Touch-Schaltflächen, die während der Fahrt nicht immer treffsicher zu bedienen sind.
Bei der Materialanmutung hat der GLC zunächst die Nase vorn. Auf den ersten Blick wirken Oberflächen und Gestaltung hochwertiger als im iX3. Der gute Eindruck relativiert sich allerdings bei genauerem Hinsehen. Vor allem die Dekore auf Mittelkonsole und Armaturenträger können ihren Premiumanspruch nicht einlösen und wirken eher künstlich. Ähnliches gilt für Details wie Getränkehalter, Lautsprecherabdeckungen in den Türen oder die Schaltpaddel am Lenkrad. Der BMW gibt sich weniger luxuriös, versucht aber auch nicht, besonders exklusiv zu erscheinen. Seine Materialien erreichen ganz klar nicht das Niveau eines aktuellen 5er, ergeben aber ein stimmiges Gesamtbild ohne die stilistischen Brüche.
Beim Raumangebot liegen beide Elektro-SUV im Vergleichstest dicht beieinander. Vier Erwachsene reisen hier wie da komfortabel. Dabei vermitteln beide nicht mehr das ausgeprägte Hochsitzgefühl ihrer Vorgänger. Im Fond fällt auf, dass sich die Lehnenneigung der Rücksitze im Stuttgarter nicht einstellen lässt. Wichtige Punkte für praktische Qualitäten sammelt der Mercedes GLC EQ trotzdem: Mit einer Anhängelast von bis zu 2,4 t zieht er deutlich schwerere Lasten als der BMW (zwei Tonnen).
Zudem überzeugt der Mercedes bereits serienmäßig mit einer besonders umfangreichen Sicherheitsausstattung und – wie der BMW – einem breiten Angebot an modernen Assistenzsystemen. Die allerdings arbeiten im BMW iX3 spürbar feinfühliger, von der adaptiven Abstandsregelung bis hin zum automatischen Spurwechsel.

Fahrkomfort: Mercedes ist komfortabler abgestimmt
Jetzt schlägt die Stunde des Mercedes – könnte man meinen. Was den Geräuschkomfort und das Fahrwerk angeht, wird der GLC mit optionaler Luftfederung, adaptiven Dämpfern und Hinterachslenkung (zusammen 2844 Euro) der hohen Erwartung im Vergleichstest auch voll und ganz gerecht. Schroffe Kanten schlucken die 20-Zöller ebenso feinfühlig weg wie wellige Asphaltpassagen. Das leichte Nachschwingen und Schaukeln muss man allerdings mögen. Der BMW iX3 geht hier spürbar straffer ans Werk und beruhigt seinen Aufbau nach stärkeren Erregungen schneller wieder. Glatte Pisten meistert der Bayer souverän, schlechte dagegen gerade auf der Hinterachse etwas schroff. Diese für ein SUV erstaunlich mitteilsame Auslegung erklärt sich erst im Fahrdynamik-Kapitel.
Bestnoten bekommen dafür die optionalen BMW M Sportsitze aus dem M-Sportpaket Pro. Sie passen sich mit ihren ausgeformten Konturen und der einstellbaren Oberschenkelauflage jeder Fahrergröße perfekt an und liefern auch auf langen Strecken viel Halt und Sitzkomfort. Das kann man vom knapper geschnittenen Basisgestühl im Mercedes GLC mit seinen Kunstleder-Bezügen und der fehlenden Sitzflächenverlängerung nicht unbedingt behaupten.

Motor / Getriebe: BMW fährt feinfühliger
So ähnlich sich beide Modelle bei der Antriebskonfiguration mit zwei E-Maschinen, Allradantrieb und ähnlicher Leistung auch sind, so unterschiedlich ist ihr Fahrgefühl im Vergleichstest. Dabei überzeugt ausgerechnet der BMW iX3 mit ultrasanftem Anfahrmoment und noch feinfühligerem Rekuperations-Stopp. Dagegen schafft man es im GLC nicht immer, eine für die Mitfahrenden ausreichend sanfte Fahrpedal-Last zu dosieren. Nicht selten beschleunigt der Benz stärker, als man es eigentlich vorhatte. Das gilt auch für den Autobahn-Fahrassistenten: Dieser wurde im iX3 mit spürbar mehr Detail-Liebe und Taktgefühl abgestimmt.
Dafür gewinnt der Mercedes jedes Sprintduell gegen den BMW – egal ob bei hohen oder niedrigen Geschwindigkeiten. Bei 210 km/h verabschieden sich am Ende beide vom vehementen Vorwärtsdrang. Der kostet im GLC stets etwas mehr Strom. Nach der Verbrauchsfahrt verlangt er nach 21,9 kWh je 100 km. Im BMW sind es 1,8 kWh weniger, was in Kombination mit dem riesigen 108,7-kWh-Akku für einen beachtlichen Einsatzradius von realen 541 km sorgt. Dazu generiert der iX3 am potenten Schnelllader mit 400 kW mächtig Ladeleistung. In beiden Disziplinen kann der Mercedes GLC EQ nicht mit der „Neue Klasse“-Technik mithalten.
Fahrdynamik: iX3 fährt dem GLC davon
Noch größer ist der Performance-Vorteil des BMW iX3 bei der Fahrdynamik. Auf dem abgesperrten und kurvigen Handlingkurs schenkt der Bayer dem Schwaben in unserem Vergleichstest über drei Sekunden ein – weil er dank Top-Lenkung und Dynamik-Fahrwerk messerscharf zu dirigieren ist, seine Kraft in Kurven super feinfühlig dosiert und überhaupt fährt wie ein rassiger Sportwagen.
Der Mercedes GLC EQ taumelt sich dagegen auf kurvigem Terrain von einer Schräglage in die nächste. Räder, Fahrwerk und Bremsen wollen viel – der Aufbau jedoch scheint mit so viel Ehrgeiz oft überfordert zu sein und schwankt zuweilen hinterher. So entsteht bei schneller Fahrt eher ein mulmig schwammiges Gefühl. Obendrein kappt die Elektronik die Antriebsleistung bei zu starken Lenkwinkeln rigoros und gibt sie beim Öffnen der Lenkung nicht besonders sensibel wieder frei. Dadurch herrscht im Grenzbereich unnötig viel Unruhe, was Zeit und Sicherheitsgefühl kostet. Nur durch die Top-Bremswerte und den – in Verbindung mit der optionalen Allradlenkung – kleinen Wendekreis schafft es der GLC, in diesem Kapitel in Sichtweite des BMW zu bleiben.
Umwelt / Kosten: Beide SUV ähnlich teuer
Die neuen Hightech-Flaggschiffe sind nicht gerade billig. BMW verlangt 70.900 Euro für den potenten Allradler, bei Mercedes sind es für den vergleichbar motorisierten GLC 400 EQ sogar 71.281 Euro. Wer nicht ganz so viel Leistung und Reichweite benötigt, bekommt bei den Münchnern mit dem iX3 40 mittlerweile ein günstigeres Einstiegsmodell ab 63.400 Euro. Auf das Mercedes-Pendant müssen wir noch etwas warten.
Bei Unterhalts- und Betriebskosten unterscheiden sich beide Angebote kaum voneinander. Allerdings sind die prognostizierten Wartungskosten beim GLC höher. Interessierte dürften sich bei beiden dafür über die volle Multimedia-Bestückung freuen – auch wenn Mercedes für das komplette Hyperscreen-Erlebnis noch einmal 1250 Euro extra verlangt.
Fazit
Der BMW iX3 50xDrive gewinnt diesen Vergleichstest knapp, weil er in den entscheidenden Zukunftsdisziplinen überzeugt. Er fährt effizienter, lädt schneller, kommt im Alltag weiter und begeistert mit außergewöhnlicher Fahrdynamik und präziseren Assistenzsystemen. Der neue Mercedes GLC 400 4Matic EQ ist ein ebenso tauglicher und geräumiger Elektro-Reisewagen mit etwas anderem Fokus. Er punktet mit höherem Fahrkomfort, imposanten Fahrleistungen beim Sprint und beim Bremsen, der größeren Anhängelast sowie einer umfangreichen Sicherheits-Grundausstattung.
Messwerte von BMW iX3 50 xDrive & Mercedes GLC 400 4Matic EQ
AUTO ZEITUNG 13/2026 | BMW iX3 50 xDrive | Mercedes GLC 400 4Matic EQ |
|---|---|---|
Technik | ||
Motoren | v. Asynchron-Maschine; h. fremderr. Synchronm | v./h. je eine Permanentmagnet- Synchronmasch. |
Systemleistung | 345 kW / 469 PS | 360 kW / 489 PS |
Systemdrehmoment | 645 Nm | 800 Nm |
Batterie | Lithium-Ionen | Lithium-Ionen |
Spannung / Kapazität netto | 698,9 V / 108,7 kWh | 756 V / 94 kWh |
Max. Ladeleistung AC / DC | 11 (opt. 22) kW / 400 kW | 11 (opt. 22) kW / 330 kW |
Kraftübertragung | ||
Getriebe | Konstantübersetzung | v. Konstantübersetzung; h. 2-Gang-Automatik |
Antrieb | Allrad, permanent | Allrad, permanent |
Maße & Gewichte | ||
Außenmaße (L / B / H) | 4782 / 1895 / 1635 mm | 4845 / 1913 / 1644 mm |
Radstand | 2897 mm | 2972 mm |
Kofferraumvolumen | 520 – 1750 l | 570 – 1740 l |
Leergewicht Werk / Test | 2285 / 2339 kg | 2460 / 2554 kg |
Zul. Gesamtgewicht* | 2900 kg | 3135 kg |
Effektive Zuladung | 486 kg | 506 kg |
Anhängelast* (gebr. / ungebr.)* | 2000 / 750 kg | 2200 / 750 kg |
Fahrleistungen | ||
0 – 50 km/h | 2,2 s | 1,8 s |
0 – 100 km/h | 4,7 s | 4,2 s |
0 – 200 km/h | 15,8 s | 14,7 s |
Höchstgeschwindigkeit* | 210 km/h | 210 km/h |
Handlingkurs | 1: 41,9 min | 1: 45,2 min |
Bremswege | ||
aus 100 km/h kalt / warm | 34,8 / 32,8 m | 33,6 / 31,8 m |
aus 50 / 150 km/h kalt | 8,8 / 75,5 m | 8,9 / 73,2 m |
Innengeräusche | ||
bei 50 km/h | 56 dB(A) | 55 dB(A) |
bei 100 / 130 km/h | 63 / 68 dB(A) | 63 / 67 dB(A) |
Verbräuche | ||
Testverbrauch | 20,1 kWh / 100 km | 21,9 kWh / 100 km |
WLTP-Verbrauch* | 15,1 kWh / 100 km | 14,9 kWh / 100 km |
CO2 Test** / WLTP | 73 / 0 g/km | 80 / 0 g/km |
Reichweite gesamt | 541 km | 429 km |
Reichweite (Test / max. / WLTP*) | 541 / 601 / 805 km | 429 / 516 / 714 km |
*Werksangabe **Äquivalent gemäß deutschem Strommix (CO2: 363 g/kWh) | ||
Ausstattung/Preise
BMW iX3 50 xDrive | Mercedes GLC 400 4Matic EQ | |
|---|---|---|
Grundpreis | 70.900 € | 71.281 € |
Bewerteter Preis | 79.600 € | 74.925 € |
Wartung / Rabatt / Wertverlust | ||
Werkstattkosten* | 585 € | 804 € |
Rabatt** | 19,0 % / 14.193 € | 8,0 % / 5703 € |
Wertverlust (DAT) nach 4 Jahren / 20.000 km p.a. | 55,0 % / 38.995 € | 54,3 % / 38.706 € |
Versicherung / Steuern pro Jahr | ||
HP / VK / TK Typklassen | 19 / 27 / 22 | 19 / 27 / 22 |
HP / VK / TK Kosten | 763 / 1312 / 165 € | 763 / 1312 / 165 € |
Abgasnorm / Steuer | Elektro, befreit | Elektro, befreit |
* Wartungskosten pro Jahr einschl. üblicher Verschleißteile ohne Reifen, ermittelt durch den ADAC **Quelle: www.meinauto.de; zzgl. eventueller Überführungskosten | ||
Gesamtbewertung
Punkte max. | BMW iX3 50 xDrive | Mercedes GLC 400 4Matic EQ | |
|---|---|---|---|
Karosserie | 1000 | 716 | 716 |
Fahrkomfort | 1000 | 750 | 768 |
Motor / Getriebe | 1000 | 826 | 800 |
Fahrdynamik | 1000 | 772 | 760 |
Eigenschaftswertung | 4000 | 3064 | 3044 |
Kosten / Umwelt | 1000 | 292 | 285 |
Gesamtwertung | 5000 | 3356 | 3329 |
Platzierung | 1 | 2 | |

























