Vorstellung

Audi TT RS4: Der heimliche Supersport-TT

Trotz bekannter Form ist dieser TT nicht das, was er vorgibt zu sein. Für ein spannendes Projekt ließ Audi die Silhouette des rundlichen Sportlers mit der Technik des RS4 B5 verschmelzen. Das steckt hinter und unter dem Audi TT RS4!

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Audi TT RS4 statisch von schräg vorne fotografiert.
Der Schein trügt: Unter der Karosse dieses sonnenblumen-gelben TT schlummert die Technik eines Audi RS4 B5. Foto: Audi/Stefan Warter
Der Innenraum des Audi TT RS4.
Schalensitze in Wagenfarbe machen klar, dass hier mächtig Musik drinsteckt. Foto: Audi/Stefan Warter
Der Motor des Audi TT RS4.
Denn unter dem TT-Kleid schlummert nicht nur der 2,7-l-Biturbo-V6 des RS4 B5 samt 380 PS, sondern auch dessen angepasste Bodengruppe. Foto: Audi/Stefan Warter
Der Spoiler des Audi TT RS4.
Der Spoiler war beim TT aufgrund fahrdynamischer Sicherheiten ein Muss, beim TT RS4 geriet er entsprechend sportlich. Foto: Audi/Stefan Warter

Audi TT RS4: Der TT, der keiner war

Um die Jahrtausendwende experimentierte Audi mit der Idee eines Sportwagens oberhalb des TT. Der R8 war noch Zukunftsmusik, also griff man zu dem, was bereits erprobt und verfügbar war. Im Stillen entstand die Idee, Motor und Antriebsstrang des RS4 Avant in den TT zu implantieren. Doch dem Umbau lag so mancher Stein in dem Weg, der für eine Umsetzung aus dem Weg gerollt werden musste.

Diese Steine manifestierten sich vorerst nicht etwa durch Vorgaben der Wirtschaftsabteilung, schließlich fiel das Projekt in die Amtszeit von Ferdinand Piëch. Vielmehr war es die Beschaffenheit des TT, mit dem Motorlayout des RS4 nicht harmonierte. Während der TT auf einen quer eingebauten Motor setzte, war der wuchtige V6-Biturbo des RS4 längs angeordnet.

Der Audi R8 im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

TT-Hülle trifft RS4-Bodengruppe

Die pragmatische Lösung: die TT-Karosse mit einer gekürzten RS4-Bodengruppe verschmelzen. Um die Proportionen des TT zu bewahren, kürzten die Ingenieur:innen das Chassis um 170 mm vor dem Tank. Achsen, Hinterachsdifferential, Räder und Getriebe stammten ebenfalls vom RS4. Damit war klar: Unter dem Blech steckte im Grunde ein B5 RS4 – nur eben im Sonnenblumen-gelben Kleid eines TT.

Damit ist auch klar, dass der aus dem RS4 bekannte 2,7-l-Biturbo-V6 mit 380 PS (280 kW) und 440 Nm Drehmoment für den Vortrieb verantwortlich war. Die Kraft übertrug ein manuelles Sechsganggetriebe selbstverständlich an alle vier Räder. Statt des im TT üblichen Haldex-Differentials kam ein Torsen-System zum Einsatz.

Der Motor des Audi TT RS4.
Foto: Audi/Stefan Warter

Spektakuläre Fahrleistungen auf 911-Niveau

Damit wurde der Prototyp zum einzigen TT mit aufgeladenem V6 ab Werk. Die Fahrleistungen des TT RS4 galten als entsprechend spektakulär. Er beschleunigte in 4,8 s von 0 auf 100 km/h und erreichte je nach Quelle 290 bis 295 km/h. Trotz des Plattformwechsels blieb das Gewicht im Rahmen: Mit rund 1550 kg war der Prototyp nur geringfügig schwerer als der 2003 eingeführte TT mit VR6-Motor und 250 PS (185 kW).

Die Serienreife des TT RS 4 erwies sich letztlich als zu kostspielig. Audi erreichte das Ziel eines Supersportwagens schließlich mit dem R8, der gleichzeitig die Technik mit dem Konzernbruder Lamborghini Gallardo teilen konnte. Ein TT RS folgte erst in der zweiten Generation – mit bis zu 360 PS (266 kW) starkem Fünfzylinder.

Fazit

Heute sind sowohl TT als auch R8 eingestellt. Audi plant jedoch, 2027 mit einer Serienversion des Concept C ins Sportwagensegment zurückzukehren – dann batterieelektrisch. Der TT RS 4 von 2001 bleibt damit ein technisches Zeitdokument: ein gelber Beweis dafür, welch ehrgeizige Vorhaben unter Piëchs Führung möglich waren.