Aston Martin DB5 Goldfinger: Classic Cars Mit dem DB5 im Dienste Ihrer Majestät

von Thomas Geiger 11.09.2020

007 lässt grüßen: Der Aston Martin DB5 Goldfinger stellt sich samt drehbarem Kennzeichen, Radarbildschirm in der Mittelkonsole und Telefon in der Tür wieder in die Dienste der Majestät. Classic Cars fuhr den neuaufgelegten und limitierten Agenten-Klassiker.

James Bond ohne einen Aston Martin – undenkbar. Das wissen auch die Produzenten von "Keine Zeit zu sterben", die eben das 25. Agenten-Abenteuer des berühmten Spions auf die Kinoleinwand bringen. Abermals wird dann ein silberner DB5 mitspielen und dem Trailer zufolge ordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Dem Gros der Bond-Fans mag dabei das Herz bluten. Doch 25 Auserwählte werden darüber hinwegsehen und sich mit einem Blick in ihre Garage trösten. Denn dort parkt bald ein originalgetreuer Nachbau exakt jenes Aston Martin DB5 Goldfinger, mit dem die legendäre Liaison zwischen Aston Martin und dem Agenten 1964 im Film "Goldfinger" begonnen hat. Aston Martin Works, die Classic-Sparte der Briten, zieht zur Feier dieser Silberhochzeit zwischen Bond und dem DB5 alle Register: Mit goldenen Händen und versierten Fingern bauen sie den DB5 in rund 4500 Stunden nach originalen Skizzen nach. Selbst den vier Liter großen Reihensechszylinder des Originals haben sie im Computertomographen gescannt, um aus den Daten die Blaupause für die neuen Triebwerke zu generieren. Das Ergebnis ist ein fabrikneuer Oldtimer. Als wäre das Auto nicht schon selten und spektakulär genug, verfügt der Aston Martin DB5 Goldfinger über die berüchtigte Sonderausstattung aus dem Agentenklassiker. Die im Film von Ausrüster "Q" ersonnenen Gadgets setzte Aston Martin gemeinsam mit der Produktionsfirma "EON" um.

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Classic Cars fährt den Aston Martin DB5 Goldfinger

Die rare Probefahrt kommt einem Zeitsprung gleich. Bequem steigt man durch die großen Türen in den Aston Martin DB5 Goldfinger. Komfortabel sinkt man in den kleinen schwarzen Ledersessel fast bis auf den Asphalt hinunter. Ein großes Holzlenkrad vor der Brust, den winzigen Schaltknauf beinahe in der Kniekehle, vor den Augen ein Cockpit, das mit der Auslage von Tifanny's um die Wette funkelt. In der Auffahrt des Stoke Park Golf Clubs wartet man förmlich darauf, dass auch mehr als 50 Jahre nach den Filmarbeiten gleich Gerd Fröbe alias Auric Goldfinger um die Ecke kommt. Dreht man am weit nach oben und in die Mitte gerückten Zündschlüssel, meldet sich der Reihensechszylinder mit der gleichen Zuverlässigkeit zu Wort, mit der Big Ben den Londonern seit Jahr und Tag die Stunde schlägt. Nur, dass hier der Fahrer die Tonart vorgibt. Eben noch ruhig, vornehm und gelassen, genügt schon ein beherzter Tritt und der Aston Martin DB5 Goldfinger lässt unter dem Alu-Smoking die Muskeln spielen. Nicht umsonst hat er es als Neuwagen in gut sieben Sekunden auf Tempo 100 geschafft. Mit seinen maximal 229 km/h konnte er es mit der Sportwagen-Elite jener Zeit aufnehmen. Das Lenken erfolgt allein mit Muskelkraft. Auch die Bremsen und das Fahrwerk habend den spröden Charme der Sechziger.

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Neuauflage des Aston Martin DB5 Goldfinger streng limitiert

Fahren ist bei diesem Auto aber eher nebensächlich. Je länger man mit dem Aston Martin DB5 Goldfinger unterwegs ist, desto neugieriger wird man, schielt unter Konsolen und Abdeckungen und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Überall entdeckt man die Handschrift des MI5 und des Special-Effects-Chefs der Produktionsgesellschaft "EON". In der Mittelkonsole taucht hinter einer Jalousie ein Radarbildschirm auf, in der Tür steckt ein frühes Autotelefon und unter der Armlehne entdeckt man jene Schalterleiste, mit der Bond das Coupé zum Kampfwagen machen konnte: Auf Knopfdruck fahren aus den Stoßstangen Rammböcke aus, hinter die Rückscheibe schiebt sich ein Schutzschild aus kugelfestem Stahl und ein Nebelwerfer erschwert die Verfolgung. Kommt doch mal ein Verfolger zu nahe, bringt der Aston seinen Hintermann mit einem Schmierfilm vom Kurs ab. Allerdings muss dafür heute Seifenlauge reichen, selbst im Dienst ihrer Majestät kein Öl mehr verspritzt wird. Selbst die Maschinengewehre unter den Scheinwerfern haben die Briten wieder installiert. Auf Knopfdruck inszeniert man so ein Feuerspektakel – wenngleich es natürlich nur Lärm und Licht gibt statt echter Kugeln. Auch an den roten Knopf unter dem Schaltknauf hat man gedacht, wenngleich der Schleudersitz für den Beifahrer natürlich nur eine Attrappe ist. Der Aston Martin DB5 Goldfinger hat so ziemlich alles an Bord, was sich Bond-Fans wünschen können, eine Ausfahrt bleibt Möchtegern-Geheimagenten aber verwehrt. Obwohl an den Stoßfängern gleich drei Kennzeichen aus England, Frankreich und der Schweiz rotieren, hat der Wagen keine Straßenzulassung. Vier Millionen Euro soll der Nachbau kosten. Fast ein Schnäppchen – mehr als das Doppelte erzielten die originalen Filmautos bei Auktionen der vergangenen Jahre.

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