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Fünf Kompakte im Vergleichstest

Citroën C4, Mazda 3, Peugeot 308, Renault Mégane und VW Golf

Fahrkomfort

Der Renault- und auch der VW-Testwagen traten mit optionalen Sportpaketen zum Vergleichstest an. Während dies beim Golf nur äußerlich wirkt, da in Verbindung mit dem adaptiven Fahrwerkssystem DCC (955 Euro) das eigentlich verbaute Sportfahrwerk entfällt, verfügt der mit dem 1490 Euro teuren GTLine-Paket ausgestattete Mégane unter anderem über straffer abgestimmte Federn und Dämpfer.

Dass die an Bord sind, wird dem Fahrer bewusst, noch ehe er in den zweiten Gang geschaltet hat. Vor allem im Ein- oder Zwei-Personenbetrieb gibt der Mégane die meisten Unebenheiten fast so ungefiltert an die Insassen weiter, als hätte man ihm jedes Stückchen Gummi aus dem Fahrwerk genommen. Steigendes Tempo mildert diese Ruppigkeit allerdings, und der Federungskomfort bessert sich außerdem spürbar mit steigender Zuladung. Auch der Mazda 3 ist eher straff abgestimmt und verfügt ebenso wie der Renault über recht kurze Federwege. Seine Federn und Dämpfer sprechen jedoch sensibler an als die des Renault, sodass er kleinere Fugen oder Kopfsteinpflaster komfortabler absorbiert.

Citroën und Peugeot quittieren tiefe Kanaldeckel und dergleichen mit zum Teil deftigem Achspoltern, wobei diese Geräusche beim 308 deutlich lauter ausfallen. Auch sonst hinterlässt der C4 beim Federn einen ausgewogeneren Eindruck als der unharmonisch wirkende Konzernbruder. Vom hohen Niveau des Golf ist aber auch er ein gutes Stück entfernt. Wie der im Comfort-Modus seines gekonnt abgestimmten Adaptiv-Fahrwerks über die meisten Fahrbahnunebenheiten hinweggeht, ist nach wie vor Klassen-Maßstab.
Allerdings führt auch bei ihm die volle Ausnutzung der erlaubten Zuladung speziell in der zweiten Sitzreihe zu teils heftigen Vertikalbewegungen, die über die Hinterachse eingeleitet werden. Zu katapultähnlichen Effekten oder gar zum Durchschlagen, wie es der Mazda und der Peugeot beim Durchqueren tiefer Wellentäler zeigen, kommt es aber nicht.

Beim Sitzkomfort profitiert der Mégane eindeutig vom GTLine-Paket. Die Oberschenkelauflage der Sportsitze dürfte zwar für sehr langbeinige Fahrer einen Tick länger sein, doch Körperausformung und Seitenhalt der zupackenden Sitzschalen sind erstklassig und versprechen zugleich Langstreckenkomfort sowie Rutschsicherheit in schnellen Kurven.

Noch besser kann es nur der VW Golf — zumindest dann, wenn er wie der Testwagen als Highline geordert wurde. Denn Highline heißt auch: Sportsitze. Und die sind bei VW bekanntermaßen von der sehr guten Sorte – nicht ganz so eng geschnitten wie im Renault, aber mit straffer Körperunterstützung an den richtigen Stellen und genügend Seitenhalt für den engagierten Kurvenspaß.

Auch die Vordersitze des Citroën können überzeugen, zudem bietet der C4 als einziger im Test eine elektrische Lordosenstütze  sowie eine Massagefunktion (Serie ab Ausstattung Exclusive). Die Peugeot-Sitze gefallen mit großzügiger Oberschenkelauflage und hoch reichenden Kopfstützen. Etwas mehr Unterstützung der unteren Rückenpartie und fester ausgeformte Seitenwangen wären jedoch wünschenswert. Im Mazda 3 sitzt der Fahrer auf dünnen, eher straffen Polstern, die immerhin großzügig dimensioniert und körpergerecht ausgeführt sind. Dass sich die Kopfstützen jedoch nicht so weit einstellen lassen, dass sie Zwei-Meter-Kerlen bis zur Scheitelhöhe reichen, trübt den ansonsten guten Eindruck.

Auf der Rücksitzbank fallen die Unterschiede geringer aus. Am besten untergebracht fühlen sich die Passagiere im Golf, wohingegen der Aufenthalt im C4 wegen der weichen, kaum konturierten Polster bei längeren Etappen ungemütlich werden kann.
So wohnlich-modern der neue Citroën auch eingerichtet ist – einige Schrulligkeiten nach Art des Hauses leistet er sich doch. So ist das Lenkrad überladen mit Tasten und Drehreglern für Telefon, Tempomat und anderes, die längst nicht so gut zu erreichen sind, wie es der erste Anschein vermuten lässt. Ergonomische Schnitzer kennt aber – abgesehen vom Golf – auch die Konkurrenz.

Erwähnt seien hier nur die hinter dem Aschenbecher versteckte Andock-Station für externe Musikplayer des Renault, die hohen Ladekanten von Peugeot und Renault oder die kleinen Türablagen und der winzige, weit vom Fahrer entfernt platzierte Navi-Monitor des Mazda.

Dafür punktet der 3 mit einer serienmäßigen Klimaautomatik inklusive getrennter Regelung für Fahrer- und Beifahrerseite und serienmäßiger Sitzheizung vorn. Weniger gut steht es indessen um den Geräuschkomfort des Mazda. Wind- und Abrollgeräusche sind zwar besser gedämmt als beim C4 und beim 308. Doch der nicht unsympathisch klingende Mazda-Motor ist bei Autobahntempo deutlicher zu hören als bei den anderen Testkandidaten. Den ausgeprägtesten Akustikkomfort bieten der Renault und der VW, wobei die Messwerte dies nicht bei jeder Geschwindigkeit widerspiegeln.

FahrkomfortMax. PunkteVW Golf 2.0 TDIRenault Mégane dCi 130 FAPMazda 3 2.2 CDCitroën C4 HDi 150 FAP Peugeot 308 HDi FAP 140
Sitzkomfort vorn150132130124126120
Sitzkomfort hinten1007264646168
Ergonomie150132115115115120
Innengeräusche503027253227
Geräuscheindruck1006060565350
Klimatisierung503333373332
Federung leer200140120130134126
Federung beladen200135124126130122
Kapitelbewertung1000734673677684665
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Motor & Getriebe

Im Reigen der Vierventiler ist der 1,9-Liter des Mégane der einzige Zweiventiler. Schaden tut ihm dieses Layout zumindest nicht, wenn es um die Laufkultur geht. Während die Vierventiler der französischen Konkurrenz und auch der 2,2-Liter des Mazda 3
spätestens jenseits der 4000 Umdrehungen rau bis angestrengt klingen, jubiliert er weiter locker hoch – fast so unbeschwert wie
der laufruhige Motor des Golf.

Unterschiede gibt es auch bei der Kraftentfaltung. Im VW und vor allem im Citroën baut sich die Kraft sehr gleichförmig auf, im Renault Mégane geht es in den höheren Gängen ab 1500, im Peugeot erst ab etwa 2000 Touren druckvoll zur Sache. Brachialen Turbo-Bumms alter Schule – man kann ihn mögen, muss es aber nicht – bietet der Mazda 3, dessen 360 Newtonmeter-Bulle bei 1800 Touren sehr beeindruckend loslegt.

Obwohl im Golf nicht das stärkste Triebwerk dieser Runde sitzt, ist dessen sehr gut schaltbares Getriebe am längsten übersetzt. Das bringt ihn zwar bei der Elastizitätsmessung im höchsten Gang in Rückstand und erfordert gelegentliches Zurückschalten. Andererseits hat diese Auslegung aber ihr Gutes. Zum einen bleibt der Golf auch bei schneller Fahrt ein motorisch sehr leises Auto, zum anderen spart das niedrige Drehzahlniveau Sprit: Der Testverbrauch des Golf 2.0 TDI lag bei 6,1 Litern, während der Peugeot (6,9 Liter) und der Renault (6,8 Liter) die Negativ-Rekorde aufstellten. Der Citroën C4 und der Madza 3 bildeten mit 6,4 und 6,3 Litern das erfreulich genügsame Mittelfeld dieser Runde, deren Mitglieder allesamt über 200 km/h schnell laufen und in weniger als zehn Sekunden auf 100 km/h sprinten.

Motor und getriebeMax. PunkteVW Golf 2.0 TDIRenault Mégane dCi 130 FAPMazda 3 2.2 CDCitroën C4 HDi 150 FAP Peugeot 308 HDi FAP 140
Beschleunigung150104104108112104
Elastizität1007280778079
Höchstgeschwindigkeit1506057576057
Getriebeabstufung1008583818181
Kraftentfaltung503332313130
Laufkultur1005452485048
Verbrauch325266253262260251
Reichweite251817171817
Kapitelbewertung1000692678681692667
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf 2.0 TDI

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 209 km/h

Preis 25.525,00 €

Renault Mégane dCi 130 FAP

PS/KW 131/96

0-100 km/h in 9.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 205 km/h

Preis 21.550,00 €

Mazda 3 2.2 CD

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 9.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 205 km/h

Preis 25.390,00 €

Citroën C4 HDi 150 FAP

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 210 km/h

Preis 23.150,00 €

Peugeot 308 HDi FAP 140

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.70s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 205 km/h

Preis 22.550,00 €