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Audi bis VW: 12 Kompakt-SUV im Megatest

Wer gehört zum alten SUV-Eisen?

NISSAN QASHQAI

Der Nissan Qashqai tritt zu diesem Test in der Topversion Tekna (4550 €) an. Das ist in gewisser Weise Segen und Fluch zugleich. Auf der einen Seite glänzt der Japaner dadurch mit einer umfangreichen Serienausstattung, die unter anderem Voll-LEDScheinwerfer, Teilledersitze und Kameras für eine 360-Grad-Rundumsicht beinhaltet. Andererseits hat die Tekna-Ausstattung unweigerlich Komforteinbußen zur Folge.

Denn zum einen gibt das Fahrwerk mit den zum Lieferumfang gehörenden 19-Zoll-Rädern Stöße recht unge ltert an die Insassen weiter. Zum anderen schränkt das Glas-Panoramadach vor allem im Fond die Kopfreiheit ein. Lobenswert ist der Umfang der angebotenen Sicherheitsausstattung.

Features wie ein Notbrems-, Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie Verkehrszeichenerkennung sind beim 1.6 dCi serienmäßig an Bord. Für die Tekna-Ausstattung bietet Nissan zudem das sogenannte Safety Shield (700 €) an, das einen Müdigkeitswarner, einen Spurwechsel- sowie einen Einparkassistenten umfasst.

EFFIZIENTER MOTOR, NICHT OPTIMALE GETRIEBEABSTUFUNG

Der 1,6-Liter-Diesel des Nissan mit 130 PS präsentiert sich angenehm drehfreudig und erfreut mit der für einen Vierzylinder-Diesel bemerkenswert guten Laufkultur. Die Fahrleistungen gehen mit gemessenen 10,2 Sekunden für den Standardsprint auf Landstraßentempo ebenso in Ordnung wie die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h.

Viele Punkte sammelt der Nissan mit dem zweitbesten Testverbrauch von nur 6,1 l/100 km. In Verbindung mit dem 65 Liter großen Tank ergibt sich daraus eine Reichweite von mehr als 1000 km. Auch wenn die erzielten Zeiten auf dem Handlingkurs und im Slalomparcours nur durchschnittlich ausfallen, verfügt der Nissan Qashqai über ausgeprägte fahrdynamische Talente.

Mit seiner strafen Fahrwerksabstimmung umrundet er Biegungen mit nur wenig Wankbewegungen, liefert dabei stets verbindliche Rückmeldung und zeigt nur geringe Lastwechselreaktionen. Den guten Eindruck runden die kurzen Bremswege von 35,9 Meter (kalt) und 34,9 Meter (warm) ab. In der Endabrechnung belegt der Nissan Qashqai somit einen guten fünften Platz.

SKODA YETI

Es ist immer wieder beeindruckend, mit welch vielfältigen Talenten der Skoda Yeti aufwartet. Der kantige Tscheche belegt in jedem der fünf Wertungskapitel einen der vorderen Plätze und kürt sich dank des kontinuierlichen Punktesammelns einmal mehr zum Vergleichstest-Sieger.

Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat zweifellos das ausgeklügelte Raumkonzept des Yeti. Trotz seiner relativ kompakten Außenmaße bietet er vorn wie hinten ausreichend Bewegungsfreiheit. Die drei Einzelsitze im Fond lassen sich mit geringem Aufwand ausbauen, der bei fünfsitziger Konfiguration 405 Liter große Koferraum so in Windeseile auf mehr als das Vierfache erweitern (1760 Liter).

EINDRUCKSVOLLE FAHRDYNAMIK, LEICHTE SCHWÄCHEN BEIM KOMFORT

Der Yeti kann aber nicht nur sehr viel laden, sondern die Fracht zudem äußerst zügig transportieren. Sein Zweiliter-TDI mit 140 PS, baugleich mit den Aggregaten im Audi Q3 und im VW Tiguan, verhilft ihm zu guten Fahrleistungen. Einzig der recht hohe Verbrauch von 6,9 Liter auf 100 Kilometer ist ein kleiner Wermutstropfen.

Auch im Fahrdynamik- Kapitel setzt sich der Skoda gut in Szene. Im Handling bleibt er als einer von nur vier Kandidaten unter 1.55 Minuten. Den Slalomparcours durcheilt der Tscheche gleichschnell wie der BMW X1, nur der Audi ist schneller. Sein agiles Wesen geht allerdings etwas zu Lasten des Fahrkomforts.

Der Yeti gibt sich insgesamt recht steiffbeinig, Fahrbahnunebenheiten dringen teilweise weitgehend ungefiltert zu den Insassen durch. Hinzu kommt ein vergleichsweise hohes Geräuschniveau an Bord. Spätestens im Kostenkapitel beseitigt der Skoda Yeti auch die letzten Zweifel an seinem Gesamtsieg in diesem Test. Gegenüber dem VW Tiguan kostet der Yeti in testrelevanter Ausstattung fast 7000 Euro weniger. Günstiger sind in diesem Vergleich nur der Dacia Duster und der Suzuki SX4 S-Cross.

>>Teil 6

Alexander Lidl