VW Rückruf "01C5" (Dezember 2018): Vorserienmodelle Rückkauf von Vorserienmodellen

von AUTO ZEITUNG 07.12.2018
Inhalt
  1. Dezember 2018: VW-Rückruf "01C5" zu Vorserienmodellen
  2. August/Juli 2018: VW-Rückruf für Tiguan/Touraen & E-Autos
  3. Mai 2018: Passat- & Arteon-Produktion mit 2.0-TDI-Motor gestoppt
  4. Mai 2018: Rückruf für VW Polo
  5. November 2017: KBA-Rückruf für VW Touareg II 3.0 TDI
  6. Juli 2017: Rückruf wegen ABS bei VW

"01C5"-Rückruf im Dezember 2018: VW ruft rund 6700 Autos zurück, die als Vorserienmodelle nicht in den Verkauf hätten gelangen dürfen. Weitere Rückrufe: Bei 700.000 Tiguan und Touran drohen Kurzschlüsse; Cadmium-Spuren in einem E-Auto-Bauteil. Das müssen VW-Fahrer wissen!

Ein VW-Rückruf namens "01C5" im Dezember 2018 betrifft bis zu 6700 Autos, die als Vorserienmodelle nicht in den Verkauf hätten gelangen dürfen. Bedeutet: Nach Angaben des Autoherstellers sind von 2006 bis 2018 Fahrzeuge vermarktet worden, die nicht dem serienmäßigen Bauzustand entsprechen. Zum größeren Teil seien es Vorserienmodelle, die zu Testzwecken gebaut werden. Betroffen sind die Modelle Up, e-up, Polo, Golf, e-Golf, Golf Plus, Golf Cabrio, Golf Variant, Sportsvan, Scirocco, Eos, Touran, Tiguan, Sharan, Volkswagen CC, Passat, Passat Variant, US-Passat, Phaeton und Touareg. Da ein ernstes Risiko nicht ausgeschlossen werden könne, werde der VW-Rückruf "01C5" aus dem Dezember 2018, der nach KBA-Angaben 4000 Autos betrifft, überwacht. Das teilte KBA in Flensburg mit. Käufern von 5500 betroffenen Modellen wird einem VW-Sprecher zufolge ein Rückkauf angeboten. In einigen Fällen sei auch ein Update möglich. Nähere Details zu den betreffenden Bauteilen wurden nicht genannt. Nach eigenen Angaben sind Volkswagen keinerlei Unfälle oder Verletzungen bekannt, die auf eine nicht serienmäßige Ausstattung eines ehemaligen Vorserienfahrzeugs zurückzuführen wären.

VW-Modellpalette im Video:

 
 

Dezember 2018: VW-Rückruf "01C5" zu Vorserienmodellen

VW-Rückruf im August 2018 wegen Kurzschluss-Gefahr bei den Modellen VW Tiguan und Touran: Weltweit sind fast 700.000 Autos betroffen, in Deutschland sind es circa 52.500 Wagen. Grund für den Rückruf ist eine Lichtleiste am Panoramadach. In diese kann Feuchtigkeit eindringen, die zu einem Kurzschluss führen kann, wie ein VW-Sprecher am Montag, 20. August 2018, erklärt. Es kann zu einem Schmorschaden am Dachhimmel, schlimmstenfalls zum Brand kommen. Betroffen sind Modelle der aktuellen Modellgeneration, die bis zum 5. Juli 2018 hergestellt wurden. Erster Hinweise für einen Kurzschlusses sei die ausgefallene Ambientebeleuchtung, erklärt der Sprecher außerdem. Sollten erste braune Flecken zu sehen sein, sollten die Autobesitzer direkt zur nächsten Werkstatt fahren. Ansonsten könne das Auto aber bis zum Rückruf weiter genutzt werden. Im Einzelnen geht es um 30.000 VW Tiguan und 22.500 VW Touran, die jeweils mit dem großen Schiebedach und der Ambientebeleuchtung ausgestattet sind.

 

August/Juli 2018: VW-Rückruf für Tiguan/Touraen & E-Autos

VW droht Ende Juli 2018 wegen der Verwendung eines von Zulieferern gefertigten Bauteils mit Cadmium-Spuren ein Rückruf von 124.000 Elektro- und Hybridautos. Allerdings verteilt sich die Anzahl auf die Kernmarke VW und die Tochterfirmen Audi sowie Porsche. Eine entsprechende Anordnung durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) sei zur Zeit "in Klärung", bestätigt ein VW-Sprecher. Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge hat VW selbst das KBA informiert, dass eine mögliche Nicht-Konformität mit der europäischen Altfahrzeuggesetzgebung vorliegen könnte, die die spätere Entsorgung der Fahrzeuge regelt. Bei Werkstoffanalysen eines Relais im Ladegerät ist festgestellt worden, dass das entsprechende Bauteil neben Silber auch 0,008 Gramm des giftigen Schwermetalls Cadmium pro Gerät enthalte. "Die Serienfertigung und die Auslieferung der entsprechenden Fahrzeuge wurden sofort gestoppt, das betroffene Bauteil durch das eines anderen Zulieferers ersetzt und die Fertigung wieder aufgenommen", erklärte VW in einer schriftlichen Stellungnahme zum drohenden Rückruf. Das eingebaute Cadmium-Teil befinde sich in einem geschlossenen Gehäuse.

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Mai 2018: Passat- & Arteon-Produktion mit 2.0-TDI-Motor gestoppt

Weiterer Ärger im Zusammenhang mit Dieselmotoren bei VW: Vorstandsvorsitzender Herbert Diess ließ Ende Mai 2018 die Produktion von Passat und Arteon mit dem beliebten 2.0-TDI-Motor (190 PS/Euro 6) stoppen. Selbst bereits produzierte Fahrzeuge mit entsprechender Motorisierung und der zusätzlichen Konfiguration Frontantrieb und Siebengang-DSG können nicht an Kunden ausgeliefert werden. Grund für die Störung ist eine Fehlermeldung der Abgasnachbehandlung, die dem Fahrer via aufleuchtender Motorkontrollleuchte angezeigt wird. VW bittet betroffenen Passat- und Arteon-Fahrer die Meldung der Bordelektronik ernst zu nehmen und unbedingt eine VW-Werkstatt aufzusuchen, um das Problem abzuklären. In Wolfsburg arbeitet man bereits an einer Softwarelösung, die aber nach ersten Informationen jedoch erst im vierten Quartal 2018 zur Verfügung stehen soll. Da beide VW-Modelle, Passat und Arteon, in entsprechender Konfiguration vor allem bei Vielfahrern beliebt, bietet VW Kunden einen Bonus von 2050 Euro beim Wechsel auf ein Modell mit Benzinmotor oder das kostenfreie Upgrade auf Allradantrieb an.

 

Mai 2018: Rückruf für VW Polo

Rückruf VW Polo (Mai 2018): Der Autobauer Volkswagen ruft insgesamt 219.000 Polo-Exemplare der aktuellen Generation (AW) im Mai 2018 in die Werkstatt. Die sechste Generation ist 2017 auf den Markt gekommen. Grund für den umfangreichen Rückruf seien Probleme mit den Gurtschloss-Halterungen der Rückbank. Medienberichten zufolge habe eine finnische Zeitschrift bei einem Test herausgefunden, dass bei einem schnellen Spurwechsel das Schloss des äußeren linken Rücksitzes aufspringen könne: Bei einem voll besetzten Fahrzeug mit fünf Personen könnten zwei Gurtschlösser übereinander gedrückt werden, so dass das eine Schloss das andere öffne. Um das Problem zukünftig zu verhindern, solle im Zuge des VW-Rückrufs und per Produktionsänderungen die neue technische Lösung umgesetzt werden. Betroffene Autohalter werden schriftlich informiert. Bis dahin könnten die Fahrzeuge weiterhin gefahren werden. Der VW-Konzern rate seinen Kunden jedoch, den mittleren Rücksitz vorerst nicht zu benutzen.

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November 2017: KBA-Rückruf für VW Touareg II 3.0 TDI

Der Diesel-Skandal lässt Volkswagen keine Ruhe. Wegen unzulässiger Abgastechnik ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im November 2017 auch beim VW Touareg II einen Rückruf an. Davon seien in Deutschland 25.800 und weltweit 57.600 Fahrzeuge betroffen, teilte das KBA mit. Betroffen ist der Geländewagen mit dem 3,0-Liter-TDI und der Euro-Norm 6 aus den Modelljahren 2014 bis 2017. Die Produktion von Neufahrzeugen habe Volkswagen bereits umgestellt, eine von VW vorgelegtes neue Version der Abgas-Software sei vom KBA geprüft und freigegeben worden. Die Behörde hatte zwei unzulässige Abschalteinrichtungen der Abgasreinigung festgestellt: Zum einen springe auf dem Prüfstand eine "schadstoffmindernde Aufwärmstrategie" an, die aber auf der Straße überwiegend nicht aktiviert werde. Zum zweiten sei bei Fahrzeugen mit SCR-Abgaskatalysator eine Strategie eingesetzt worden, die unter bestimmten Bedingungen die Nutzung der Harnstofflösung AdBlue unzulässig einschränkt. Der Verdacht, dass es auch beim VW-Touareg II Unregelmäßigkeiten geben könnte, kam schon im Sommer 2017 auf. Ende Juli hatte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mitgeteilt, auch die VW-Tochter Porsche habe – beim Cayenne – eine illegale Abgas-Software eingesetzt und einen Pflicht-Rückruf angeordnet. Der betroffene VW Touareg II hat baugleiche Teile wie der Cayenne.

 

Juli 2017: Rückruf wegen ABS bei VW

Im Sommer 2017 stand Volkswagen ein großer Rückruf wegen Problemen mit dem ABS ins Haus. Betroffen waren nicht nur Modelle der Marke VW, sondern auch Fahrzeuge von Skoda und Audi. Über 385.000 Autos mussten in Deutschland in die Werkstatt. In der Schweiz waren nochmal gut 22.000 Pkw von dem Rückruf betroffen. Grund für den Rückruf war ein Defekt des ABS: In Grenzsituationen wie beim Übersteuern, Untersteuern oder bei Vollbremsungen kann die Stabilisierungsfunktion ausfallen oder nicht mehr richtig funktionieren. Die Ursache: Im Steuergerät kann es laut VW es zu einer "thermomechanischen Überlastung" kommen. Behoben wurde der Fehler mit einem Software-Update für das Steuergerät, das in der Werkstatt rund eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Alle betroffenen Fahrzeughalter wurden per Post angeschrieben und über den Rückruf informiert. Der Rückruf bei VW bezog sich auf verschiedene Modelle unterschiedlicher Baujahre. Rund 340.000 Rückrufe galten den zwischen 20. Mai 2008 und 28. August 2010 gefertigten Caddy, Eos, Golf, Golf Plus, Jetta und Scirocco.

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