VW-Produktion: Stellenabbau VW will bis zu 7000 Stellen streichen

von Christina Finke 15.03.2019

Bei seiner Kernmarke will der Volkswagen-Konzern bis zu 7000 Stellen abbauen und so Milliarden sparen. Und: Im VW-Werk Emden steht die Produktion des Passats vor dem Aus. Ab 2022 sollen an dem Standort wie auch im Werk Hannover Elektroautos produziert werden. Das sind die Hintergründe!

Der Volkswagen-Konzern will in den nächsten fünf Jahren 5000 bis 7000 Stellen bei seiner Kernmarke VW abbauen. Sie sollen etwa beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden. Unter anderem sollen Routineaufgaben automatisiert und ab 2023 damit auch eine Gewinnverbesserung von 5,9 Millionen Euro jährzlich erzielt werden, teilte das Unternehmen Mitte März 2019 mit. Der bei der Marke VW für das Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter sagte, man habe mit den bisherigen Sparprogrammen schon viel erreicht: "Aber wir müssen noch deutlich mehr tun, um die anstehenden Herausforderungen auch in der Zeit nach 2020 zu bewältigen." Derzeit investiert VW viel Geld in moderne IT-Systeme – was dem Management Spielraum eröffnet, über Stellenabbau Kosten zu sparen. Außerdem soll die Modellvielfalt reduziert und die Materialkosten gesenkt werden. Bereits im Herbst 2016 hatten die Wolfsburger ein großes Sparprogramm mit der Arbeitnehmerseite verabredet, das noch bis Ende 2020 läuft. Hierbei sollen weltweite 30.000 abgebaut werden, 23.000 davon in Deutschland. Im Gegenzug sollen 9000 neue Arbeitplätze in Zukunftsbereichen wie der Softwareentwicklung neu entstehen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2025 ausgeschlossen. Mehr zum Thema: Rückgabe VW-Diesel

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VW kündigt Stellenabbau an

Auch an den VW-Standorten Emden und Hannover könnten bis zu 7000 Stellen wegfallen, wenn die E-Auto-Produktion hochgefahren und in Emden die Passat-Produktion ins tschechische Skoda-Werk in Kvasiny verlagert  wird. Hintergrund der Umstrukturierung ist die Tatsache, dass sich der Passat zunehmend schlechter verkauft und das Werk deshalb nicht mehr ausgelastet ist. So wurde 2017 im VW-Werk Emden aufgrund des Absatzrückgangs Kurzarbeit angeordnet. An einigen Tagen ruhte die Produktion sogar komplett. Der Stellenabbau an den VW-Standorten Emden und Hannover sei allerdings nur möglich, wenn Altersteilzeitregelungen voll ausgeschöpft würden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) im Dezember 2018 berichtete. Auch durch die Versetzung bis dato befristeter Mitarbeiter ins VW-Werk in Kassel und zu Porsche in dann unbefristete Arbeitsverhältnisse sollen Arbeitsplätze abgebaut werden. Um die Umstellung an den beiden Standorten abzufedern, wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 vereinbart. Gleichzeitig können nach dpa-Informationen Zukunftsjobs rund um den Megatrend Digitalisierung in den Werken entstehen. Mehr zum Thema: Elektroautos im Test

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