Meinung zum VW-Golf-Exil in Mexiko: Rückkehr zu alten Tugenden
Der VW Golf wandert aus, die Empörung der Auto-Nation Deutschland ist groß. Die Geschichte des VW Käfer, sie wiederholt sich. Und das muss nichts Schlechtes sein, denn im mexikanischen Exil eröffnen sich dem Bestseller neue Chancen. Ganz wie damals, vor knapp 50 Jahren – findet Redakteur Tim Neumann.
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Deutschland ist das Auto-Land schlechthin, aber auch ein Schwarzmal-Land. Bezeichnend ist dabei, dass wir eine der wenigen Nationen sind, die die schwarze Farbe sogar auf der Flagge tragen. Und deshalb darf man im ersten Moment auch zu Recht bestürzt darüber sein, dass VW die Fertigung des Golf von Wolfsburg nach Mexiko auslagert. Wenn aber der innere Anlasser fertig gerödelt hat, offenbaren sich ganz neue Perspektiven auf den Golf-Abschied.
Eine VW-Legende in Mexiko ... war da nicht mal was? Klar, auch der VW Käfer musste diesen Weg einst gehen. 1978 war das, als an einem nasskalten Wintertag in Emden der letzte Krabbler aus europäischer Produktion vom Band lief. Auch damals war die Stimmung bedrückt. Doch der Golf-Urahn lief und lief und lief auch danach noch freudig weiter – nur eben als Import aus Mexiko. Sieben lange Jahre noch blieb er dem deutschen VW-Programm erhalten, das offizielle Ende folgte erst 2003, ganze 25 Jahre später.
Der VW T-Roc im Fahrbericht (Video)

Dank mexikanischer Fertigung könnte der VW Golf zur automobilen Basis zurückfinden
Das klingt für mich wie eine Karriere, die auch der eines VW Golf würdig wäre. Und mehr noch: Durch die günstigeren Produktionsbedingungen könnte Volkswagen den Preis des Kompakten über Jahre hinweg halten oder sogar senken. Denn für einen Golf gehört sich ein Einstiegspreis jenseits von 30.000 Euro einfach nicht, er muss wieder ein Basis-Automobil werden. Genau das könnte in Mexiko gelingen.
Es ist also ganz gleich, ob wir ihn analog zum Käfer zukünftig Mexiko-Golf oder gar augenzwinkernd den Golf von Mexiko nennen: Er wird noch für viele Jahre ein treuer Begleiter auf unseren Straßen sein – solange ihn die strengen EU-Vorschriften denn nur lassen.







