VW Golf 8 GTI/VW Golf 1 GTI: Vergleich

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VW Golf 8 GTI/VW Golf 1 GTI
VW Golf 8 GTI/VW Golf 1 GTI Foto: Frank Ratering

Die GTI-Version der achten Golf-Generation soll so digital und sportlich wie nie werden. Wie viel Tradition im Neuen steckt, zeigt der Vergleich mit dem Ur-GTI! >> Mehr zum Thema Kompaktsportler

VW Golf 8 GTI
VW Golf 8 GTI Foto: Frank Ratering

Kühlergrill in Wabenoptik, im gleichen Stil gehaltene Nebelscheinwerfer und ein LED-Leuchtenband – an Überholprestige mangelt es dem Neuen nicht.

VW Golf 8 GTI
VW Golf 8 GTI Foto: Frank Ratering

Der 245 PS starke 2.0 TSI versteckt sich unter einer unbeschrifteten Kunststoffabdeckung.

VW Golf 8 GTI
VW Golf 8 GTI Foto: Frank Ratering

Sportsitze mit klassischem Karomuster und viel Seitenhalt. Die Kopfstützen sind erstmalig integriert. 

VW Golf 8 GTI
VW Golf 8 GTI Foto: Frank Ratering

Sportlenkrad mit Touchflächen, große Displays, teils umständliche Bedienung im Golf 8 GTI.

VW Golf 8 GTI
VW Golf 8 GTI Foto: Frank Ratering

Serienmäßige Digitalinstrumente mit GTI-spezifischem Layout und Individualisierungsmöglichkeiten.

VW Golf 8 GTI
VW Golf 8 GTI Foto: Frank Ratering

Die Charakteristik der adaptiven Dämpfer (Option) lässt sich stufenlos per Display einstellen.

VW Golf 8 GTI/VW Golf 1 GTI
VW Golf 8 GTI/VW Golf 1 GTI Foto: Frank Ratering

Der 56 Zentimeter kürzere und rund 16 Zentimeter schmalere VW Golf 1 GTI wirkt geradezu brav.

VW Golf 1 GTI
VW Golf 1 GTI Foto: Frank Ratering

Rüstig wirft sich der VW Golf 1 GTI in Kurven, während die Schaltarbeit mit dem etwas knochigen Viergang-Getriebe richtig Spaß macht.

VW Golf 1 GTI
VW Golf 1 GTI Foto: Frank Ratering

Der Saugmotor im Oldie leistet 110 PS.

VW Golf 1 GTI
VW Golf 1 GTI Foto: Frank Ratering

Schwarzrote Sitze mit typischem Karomuster, relativ kurzer Lehne, aber gutem Seitenhalt und bequemer Polsterung.

VW Golf 1 GTI
VW Golf 1 GTI Foto: Frank Ratering

Selbsterklärendes Cockpit mit vier Uhren, Golfball-Schalthebel und Sportlenkrad.

VW Golf 1 GTI
VW Golf 1 GTI Foto: Frank Ratering

Klassische Rundinstrumente mit guter Ablesbarkeit.

VW Golf 1 GTI
VW Golf 1 GTI Foto: Frank Ratering

Über dem Schaltknauf im Golfball-Look zeigen zwei zusätzliche Instrumente Öltemperatur und Uhrzeit an.

VW Golf 1 GTI/VW Golf 8 GTI
VW Golf 1 GTI/VW Golf 8 GTI Foto: Frank Ratering

So digital und querdynamisch war der GTI noch nie. Der VW Golf 1 GTI ist längst ein Klassiker und verzückt im digitalen Zeitalter als analoger Sympathieträger.

Der VW Golf 8 GTI soll so digital und sportlich wie nie werden. Wie viel Tradition im Neuen steckt, zeigt der Vergleich mit dem VW Golf 1 GTI!

Als 1976 der VW Golf 1 GTI auf den Markt kam, sorgte VW für Furore: Stattliche 110 PS trafen auf bescheidene 810 Kilogramm Auto – das entsprach einem bemerkenswerten Leistungsgewicht von 7,36 Kilo pro PS. Mit über 180 km/h Topspeed avancierte der sonst eher praktisch veranlagte Golf dank GTI-Signet zum Autobahnschreck für deutlich größere, stärkere und teurere Fahrzeuge. Längst sind die Golf GTI Kult und haben eine große Fangemeinde auf der ganzen Welt. Und nachdem die Wolfsburger erste Bilder vom VW Golf 8 GTI veröffentlicht hatten, begegnen wir nun der Neuauflage der kompakten Sportskanone zum ersten Mal live. Selbstredend ist das Erscheinungsbild des Neuen keine allzu große Überraschung, schließlich soll und muss der Golf auch als GTI den Geschmack der Masse treffen. Dennoch: Noch nie saß der Sportanzug bei einem Golf so gut wie jetzt. Gerade im Vergleich mit der zahmeren Vorgängergeneration wirkt der VW Golf 8 GTI präsenter und athletischer: Kühlergrill in Wabenoptik, im gleichen Stil gehaltene Nebelscheinwerfer und ein LED-Leuchtenband, das die serienmäßigen LED-Scheinwerfer miteinander verbindet – an Überholprestige mangelt es dem Neuen nicht. Verbreiterte Radläufe, bis zu 19-Zoll große Alu-Räder, eine zweiflutige Abgasanlage mit echten Endrohren und der prominent in der Mitte der Heckklappe platzierte GTI-Schriftzug runden das sportliche Erscheinungsbild ab. Dagegen wirkt der 56 Zentimeter kürzere und rund 16 Zentimeter schmalere VW Golf 1 GTI geradezu brav, auch wenn er als Trendsetter bei der neuen Generation wieder Pate für Details wie den rot umrandeten Kühlergrill stand.

Der VW Golf 8 GTI (2020) im Fahrbericht (Video):

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

VW Golf 8 GTI und VW Golf 1 GTI im Vergleich

Ähnliches gilt für den Innenraum, in dem VW das Karomuster der Sportsitze über die Jahrzehnte immer wieder neu interpretiert hat. Und natürlich soll der VW Golf 8 GTI mit manuellem Getriebe wieder über den klassischen Golfball-Schaltknauf verfügen. Wie alle Modellvarianten der achten Golf-Generation folgt auch der neue GTI im Interieur dem digitalen Zeitgeist und fährt stets mit virtuellen Instrumenten samt GTI-spezifischem Layout sowie großem Touchscreen vor. Die Handhabung der Temperatur- und Lautstärkeeinstellungen per Touchslider erfordert allerdings ebenso Eingewöhnung wie der Umgang mit den neuen Touchflächen am Lenkrad, die zunächst dem Dreispeichen-Volant des GTI vorbehalten sind. Der VW Golf 1 GTI mit seinem Armaturenbrett im besten Wortsinn und den vier Analoginstrumenten versprüht dagegen den Charme der 70er. Einstellen lässt sich außer Sitzen, Radio und Heizung kaum etwas – die volle Konzentration gilt dem Fahren. Und hier macht der Oldie einen topfitten Eindruck: Etwas knurrig meldet sich der 1.6er zum Dienst, reagiert spontan auf Gasbefehle und präsentiert sich nach der schonend absolvierten Aufwärmphase sehr drehfreudig. Rüstig wirft sich der VW Golf 1 GTI in Kurven, während die Schaltarbeit mit dem etwas knochigen Viergang-Getriebe richtig Spaß macht.

Golf 1 GTI ein Klassiker, Golf 8 GTI digital wie nie

Umsteigen in den VW Golf 8 GTI. Mit einem etwas zerknirschten Grinsen bedeutet mir der VW-Pressesprecher, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen. Selbst fahren geht noch nicht. Doch auch als Copilot lässt sich das dynamische Potenzial erahnen. Im Komfortmodus zeigt sich der seriennahe Prototyp akustisch angenehm zurückhaltend, federt selbst grobe Fahrbahnschäden satt weg und verwöhnt dank der angenehm straff gepolsterten Sportsitze mit exzellentem Sitzkomfort. Dann werden alle Systeme auf Sport geschaltet. Die Kombination aus Progressivlenkung, Vorderachsquersperre und stufenlos einstellbaren adaptiven Dämpfern soll für eine deutlich verbesserte Kurvenperformance sorgen. "Auf unserer hauseigenen Handlingstrecke ist der neue GTI rund vier Sekunden schneller als sein Vorgänger", hatte Hendrik Muth, Leiter VW Produktmarke Produktmarketing, noch vor Fahrtantritt stolz erklärt. So neutral wie der VW Golf 8 GTI eine schnell gefahrene Wechselkurve nimmt und am Kurvenausgang ohne Traktionsverluste voll durchlädt, erscheint das glaubwürdig. Schade nur, dass die meisten Landstraßen im Wolfsburger Umland schnurgerade verlaufen und ich nur noch beim Durchfahren zweier Kreisverkehre einen Eindruck vom querdynamischen Talent des GTI vermittelt bekomme. Bei den Händlern steht die achte Golf GTI-Generation für rund 35.000 Euro schon im Spätsommer 2020. Serienmäßig an Bord: digitales Cockpit, Fahrprofilauswahl und LED-Scheinwerfer. Die aus den zivilen Golf bekannten Assistenten werden ebenso erhältlich sein wie alle aktuellen Multimedia-Features.

Technische Daten VW Golf 8 GTI und VW Golf 1 GTI

AUTO ZEITUNG 14/2020VW Golf 8 GTIVW Golf 1 GTI
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Partikelfilter4-Zylinder, 2-Ventiler
Hubraum1984 cm³1588 cm³
Leistung180 kW/245 PS bei 5000 /min81 kW/110 PS bei 6100 /min
Max. Gesamtdrehmoment370 Nm bei k.A.140 Nm bei 5000 /min
Getriebe/Antrieb7-Gang, Doppelkuppl., Vorderradantrieb4-Gang, manuell, Vorderradantrieb
Leergewichtk.A.810 kg
0 - 100 km/h6,2 s10,0 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)250 km/h183 km/h
Verbrauchk.A.10,5 l S/100 km
Grundpreisca. 35.500 €13.850 Mark (1976)

Fazit

Ganz klar – so digital und querdynamisch war der GTI noch nie. So anspruchsvoll in der Bedienung allerdings auch nicht. Ansonsten wird Alltagstauglichkeit wie gewohnt großgeschrieben – wir wollen jedenfalls so schnell wie möglich selbst ans Steuer des VW Golf 8 GTI. Der VW Golf 1 GTI ist längst ein Klassiker und verzückt im digitalen Zeitalter als analoger Sympathieträger.