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Toyota Camry Hybrid: Test Souveräner Hybridantrieb im Camry

von Klaus Uckrow 05.09.2019

Die in den USA erfolgreiche Limousine Toyota Camry kommt als 218 PS starker Hybrid nach Europa zurück. Wie seine Chancen stehen, zeigt der Test!

PositivSparsamer und alltagstauglicher Hybrid, viel Platz, gute Ausstattung
NegativSchwächen bei Bedienung und Fahrdynamik, nicht optimale Bremswerte

Der Toyota Camry lässt sich nicht so einfach einordnen. Ober- oder Mittelklasse? Der Test soll Klarheit bringen. Mit 4,89 Metern ist er deutlich länger als Mittelklässler à la 3er BMW oder VW Passat, reicht aber auch nicht an Audi A6 oder Mercedes E-Klasse heran. Dafür bietet er serienmäßig Komfortfeatures wie elektrisch einstellbare Ledersitze oder eine Klimaautomatik – zum Einstiegspreis von 39.990 Euro, der auch irgendwo zwischen den Klassen liegt. Dafür bieten die Japaner den Camry in Europa ausschließlich mit der von ihnen nahezu perfektionierten Hybridtechnik an. Das Toyota-Hybrid-System der zweiten Generation (THS II) leistet in dem Fronttriebler 218 PS bei einem Normverbrauch (nach NEFZ) von nur 4,4 Liter Super pro 100 Kilometer. Ist diese Angabe realistisch? Durchaus: Im Test kommt der Toyota Camry auf der Sparrunde mit sanftem Gasfuß auf einen Verbrauch von nur 4,3 Litern. Das ist einem modernen Diesel ebenbürtig. Und auch der Testverbrauch mit Volllastanteil auf der Autobahn kann sich mit sechs Litern sehen lassen. Selbst bei Alltagsfahrten im Stadtverkehr ist man immer wieder überrascht, dass der Bordcomputer den Durchschnittsverbrauch mit einer Sechs oder sogar einer Fünf vor dem Komma angibt. Mehr zum Thema: Strategiewechsel bei Toyota

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Der Toyota Camry im Video:

 
 

Toyota Camry im Test der AUTO ZEITUNG

Dennoch prescht der Toyota Camry im Test in gemessenen 8,2 Sekunden auf Landstraßentempo. Dabei klingt der Vierzylinder-Benziner, der mit langem Kolbenhub und hoher Verdichtung nach dem effizienten Atkinson-Prinzip arbeitet, jedoch etwas brummig. Der Lenkung fehlt es ein wenig an Präzision, und das Fahrwerk ist sehr komfortabel ausgelegt. Das VSC (ESP) greift in schnellen Kurven zudem rigide ein. Diese Entschlossenheit kommt dem Camry bei Vollbremsungen ein wenig abhanden, wie die etwas mauen Bremswege zeigen. Die liebste Rolle des Toyota ist es ohnehin, beim sanften Gleiten vom Fahrer fast unbemerkt in den E-Modus zu schalten. Wer mit sensiblem Gasfuß fährt, kann sich so einige Kilometer nur vom 120-PS-E-Motor treiben lassen. Das Platzangebot ist gut, und auch der tiefe Kofferraum mit kleiner Heckklappe überzeugt dank umklappbarer Rücksitzlehnen. Die Bedienung des getesteten Toyota Camry ist dagegen kompliziert, die Anordnung der Drehknöpfe unübersichtlich. Und trotz guter Serienausstattung, passabler Verarbeitung und bequemer Sitze wirkt der Japaner nicht wirklich hochwertig.

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Messwerte & technische Daten des Toyota Camry Hybrid

AUTO ZEITUNG 14/2019Toyota Camry Hybrid
Technik 
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4; Turbo
Hubraum2487 cm³
LeistungVerbrenner: 131 kW/177 PS
Systemleistung:160 kW/218 PS
Max. Gesamtdrehmoment221 Nm
Getriebe/AntriebPlanetengetriebe; Vorderrad
Messwerte 
Leergewicht (Test)1631 kg
Beschleunigung 
0 - 100 km/h8,2 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)180 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
36,6/37,0 m
Verbrauch (Test)6,0 l S/100 km
CO2-Ausstoß (EU)101 g/km
Preise 
Grundpreis39.900 Euro

von Klaus Uckrow von Klaus Uckrow
Unser Fazit

Toyota hat seinen Hybrid-Antrieb weiter verbessert und zum ernsthaften Diesel-Gegner gemacht. Der Toyota Camry zeigt sich im Test nicht als dynamischer Langstrecken-Jäger, sondern eine komfortable Limousine. Die Bremswerte fallen aber mäßig aus.

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