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Fahrbericht

So fährt der neue VW ID. Tiguan: Testfahrt im getarnten Prototypen

Ab 2027 ist der VW ID.4 Geschichte. In neuer Form und unter anderem
Namen geht es für ihn weiter – erste Fahrt im Prototyp des ID. Tiguan

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Getarnter Prototyp des VW ID.Tiguan mit gold-blauer Tarnfolie, fahrend von schräg vorn
Trotz Tarnfolierung zu erkennen: bullige Front und klare Tagfahrlicht-Signatur beim neuen VW ID. Tiguan. Foto: Volkswagen
Getarnter Prototyp des VW ID.Tiguan mit gold-blauer Tarnfolie, fahrend von der Seite
Über die Flanke: gegenüber dem ID.4 unveränderter
Radstand und nach wie vor fließend gezeichnetes Heck. Foto: Volkswagen
Getarnter Prototyp des VW ID.Tiguan mit gold-blauer Tarnfolie, fahrend von schräg hinten
Stark getarntes Heck – die Leuchtengrafik ähnelt der des VW ID. Polo. Foto: Volkswagen
Getarnter Prototyp des VW ID.Tiguan Cockpit mit Mensch und abgedecktem Armaturenbrett.
Auf die Pelle gerückt: Schalterleiste und Lenkrad sind neu, der Rest ist noch getarnt. Foto: Volkswagen
Getarnter Prototyp des VW ID.Tiguan mit gold-blauer Tarnfolie, fahrend von schräg vorn
Bewährte Technik, gekonnt weiterentwickelt – dieses Prinzip gilt auch für die Abstimmung von Antrieb, Fahrwerk und Assistenzsystemen. Foto: Volkswagen
Getarnter Prototyp des VW ID.Tiguan mit gold-blauer Tarnfolie, Nahaufnahme der Frontpartie.
Nähe gesucht: dominante Front ... Foto: Volkswagen
Getarnter Prototyp des VW ID.Tiguan mit gold-blauer Tarnfolie, Vorderrad in Nahaufnahme
... und groß dimensionierte Aero-Räder. Foto: Volkswagen

VW ID. Tiguan: Der Nachfolger des ID.4 basiert ebenfalls auf der MEB-Plattform

Anfang Oktober ließ Volkswagen die Hüllen fallen und zeigte den Nachfolger des aktuellen ID.4 – ganz ohne schicke Tarnfolierung in Gelb und Chromglanz. Bereits kurz vor der Premiere hatten wir die Möglichkeit, den VW ID. Tiguan als Prototypen zu fahren.

Das vollelektrische SUV mit MEB-Antriebsplattform stellt sich ab Anfang 2027 an die Seite der äußerst erfolgreichen Tiguan-Modelle mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieb. Das passt definitiv, auch wenn 
sich der vollelektrische ID. Tiguan und seine oktanhaltigen Brüder nur wenige Elemente teilen – Größe und Anspruch sind schließlich gut vergleichbar.

Video: Erster Blick auf den VW ID. Cross

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Klare Proportionen im bulligen SUV-Stil

Darüber hinaus gibt der Neue die beinahe coupéhaften Proportionen des ID.4 auf und präsentiert sich stattdessen als kerniges SUV mit bulliger Front und charaktervoller Heckansicht. Selbst die effektvolle Tarnfolie kann das nicht verbergen. Die Rückkehr klassischer Bügeltürgriffe soll übrigens ein expliziter Wunsch der Kunden sein, dasselbe gilt vermutlich im Cockpit für die separate Tastenleiste mit Klimafunktionen und Co. – ähnlich wie das Lenkrad mit großen Analog-Tasten kennen wir sie bereits aus dem ID. Polo.Bei dieser Verwandtschaft darf freilich auch über einen Audio-Drehregler unter der dicken Filztarnung spekuliert werden. Und wer weiß: Vielleicht bekommt der ID. Tiguan sogar eine Version der famosen „Retro-Skin“-Darstellung in Anlehnung ans Cockpit früherer VW-Sympathieträger?

Technik: Bis zu 600 Kilometer Reichweite für den ID. Tiguan

Die grundlegenden Antriebsdaten des ID. Tiguan weichen nur wenig von denen des aktuellen ID.4 ab, wer also noch schnell einen ID.4 oder ID.5 zu Auslaufkonditionen erstehen kann, wird nicht bald mit völlig überholter Technik dastehen. Allerdings erreicht VW durch konsequente Optimierungsarbeit am MEB-Baukasten etwas bessere Reichweiten und eine höhere Effizienz. Die Basisversion mit 58-kWh-LFP-Akku könnte bis zu 450 km (WLTP) schaffen, Versionen mit 77 kWh großem NMC-Akku landen voraussichtlich zwischen 560 und 600 km Reichweite.

Der Bordcomputer unseres Prototyps zeigte während der kurzen Testfahrt jedenfalls einen Verbrauch von 17,6 kWh pro 100 Kilometer an – das ist für diese Fahrzeugklasse durchaus ordentlich. Übrigens: Dass der ID. Tiguan nicht durch dramatische Leistungssprünge oder neue Lade-Rekorde auffällt, geht völlig in Ordnung. Das Technikpaket des VW ist in jeder Hinsicht alltags- und reisetauglich geschnürt, überdies braucht die Welt eh mehr bezahlbare E-Autos mit gern moderaten Daten statt teure 800-Volt-Hightech-Überflieger.

Bewährte Technik, gekonnt weiterentwickelt – dieses Prinzip gilt auch für die Abstimmung von Antrieb, Fahrwerk und Assistenzsystemen: Bereits das ID.4/ID.5-Duo musste sich keine allzu laute Kritik anhören, dem ID. Tiguan hat Volkswagen einfach noch etwas mehr Reife in Sachen Komfort und Handling mitgegeben. Der Elektro-Antrieb wirkt kraftvoll und kultiviert und generiert durch einen neuen One-Pedal-Driving-Modus noch etwas mehr Effizienz sowie Spontanität. Die Lenkung überzeugt mit Präzision und unaufgeregter Leichtigkeit. Abrollkomfort, Abstimmungsqualität, Geräuschkomfort – auch hier konnte der ID. Tiguan während unserer kurzen Runde nur positive Eindrücke hinterlassen. Die Assistenzsysteme sind auf aktuellem Stand und in ihrer Funktion weiter optimiert – immer mehr hin zu weniger Nervigkeit und mehr Entlastungskomfort.

Im klassischen Tür-zu-Hau-Test vermittelt bereits der Prototyp den Eindruck grundsolider Verarbeitung, und als wir dann in einem unbeachteten Moment doch kurz die Finger unters Tarn-Filz schieben … Sagen wir es so: Wir erwarten da keine entrüsteten Proteste penibler Qualitätsfetischisten, eher das Gegenteil. Jetzt noch kurz umschauen: Das Raumgefühl ist ausgezeichnet. Auch wenn VW den ID. Tiguan auf der Maß-Basis des ID.4 baut, scheint die völlig neue Inneneinrichtung doch noch etwas zusätzliche Luftigkeit zu bieten.

Fazit

Der neue VW ID. Tiguan ist auch unter Tarnung ein erkennbar reifes und gelungenes Angebot – charaktervolle Proportionen, ausgewogenes Fahren. Er dürfte Tiguan-Fans mit Elektro-Interesse ebenso happy machen wie Freunde des ID.4 noch einmal für sich gewinnen. Übrigens läuft der ID.5 mit dem ID.4 aus, es wird also kein vergleichbares ID. Tiguan-Coupé geben.

Technische Daten des Marke Modell ggf. Antriebsversion