Seat-Chef Wayne Griffiths & Jahresbilanz 2019 Wayne Griffiths tritt de Meo-Nachfolge

von Markus Bach 23.09.2020
Inhalt
  1. Oktober 2020: Wayne Griffiths wird nach Rücktritt von Luca de Meo neuer Seat-Chef
  2. 2019: Zweites Rekordjahr für Seat in Folge
  3. Seat-Rekordgewinn dank Produktoffensive
  4. Seat-Pläne für Elektromobilität und Erdgasantriebe

Wayne Griffiths wird zum 1. Oktober 2020 der neue Seat-Chef und tritt die Nachfolge von Luca de Meo an. Mit 574.000 wetweiten Verkäufen feierte Seat 2019 das zweite Rekordjahr in Folge. Alles zu Verkäufen, Neuzulassungen und Jahresbilanz.

 

Oktober 2020: Wayne Griffiths wird nach Rücktritt von Luca de Meo neuer Seat-Chef

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 wird Wayne Griffiths der neue Seat-Chef. Das hat der Aufsichtsrat des spanischen Unternehmens unter dem Vorsitz von Herbert Diess, dem Vorstandsvorsitzenden des Volkswagen Konzerns, im September 2020 beschlossen. Darüber hinaus wird Griffiths seine Ämter als CEO der Marke Cupra und bis auf Weiteres als Vorstand für Vertrieb und Marketing des Unternehmens ausführen. Als Vorstand für Vertrieb und Marketing kam er 2016 zu Seat und hat das Unternehmen seitdem maßgeblich weiterentwickelt. In den drei Jahren seit 2017 und bis zum ersten Quartal 2020 war Seat die am schnellsten wachsende Marke in Europa. Der neue Vorstandsvorsitzende gehört auch zu den Gründern der Marke Cupra und der neu geschaffenen Mobilitätsmarke Seat Mó. Bereits im Januar 2020 war der Rücktritt seines Vorgängers Luca de Meo als Vorstandschef der spanischen VW-Tochter bekannt geworden. Der Manager verlasse "auf eigenen Wunsch" das Unternehmen, teilten die Spanier mit. Die Vereinbarung mit dem Volkswagen Konzern sei einvernehmlich getroffen worden. Der 52-Jährige war seit November 2015 Seat-Chef. Zunächst hatte Finanzvorstand Carsten Isensee seine Aufgaben in Personalunion übernommen, der nun weiterhin als Vorstand für Finanzen und IT fungieren soll. Außerdem hat Seat Herbert Steiner zum 1. November 2020 zum neuen Vorstand für Produktion und Logistik ernannt. Steiner tritt die Nachfolge von Christian Vollmer an, der als neues Mitglied des Produktionsvorstands zur Marke Volkswagen wechselt. 

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2019: Zweites Rekordjahr für Seat in Folge

Als einzige Automarke Spaniens hat Seat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben. So feierte die VW-Tochter 2019 mit 574.000 weltweiten Verkäufen bereits das zweite Rekordjahr in Folge. Seit 2010 steigerten die Spanier ihren globalen Absatz um 69 Prozent. In Deutschland ist die Marke sogar noch erfolgreicher: Bei uns konnte Seat seine Verkäufe seit 2010 von 50.449 auf 138.670 Neuwagen mehr als verdoppeln. Von Platz neun unter den Importeuren kletterte die Marke auf Platz zwei. Dabei ließ sie etablierte Wettbewerber wie Renault, Toyota und Fiat hinter sich. Der Marktanteil vergrößerte sich von 1,7 auf 3,8 Prozent. Mittlerweile ist Deutschland international der größte Markt für Seat – noch vor dem Heimatland Spanien. Dabei war Seat bis 2012 noch das ewige Sorgenkind des VW-Konzerns: Einzig der Margen-schwache Kleinwagen Ibiza verkaufte sich gut. Der einstige Bestseller Toledo musste 2009 nach der designtechnisch eher unglücklichen dritten Generation eingestellt werden. Auch der Exeo, ein Weiterbau des alten Audi A4 mit Seat-Front und Heck, floppte. Zudem setzten die Spanier mit Altea und Alhambra unbeirrt weiter auf das rückläufige Van-Segment, während ein SUV in der Modellpalette fehlte. Kein Wunder, dass die weltweiten Verkäufe 2012 mit 321.002 Fahrzeugen einen Tiefpunkt erreichten. Zudem fuhr Seat jahrelang dreistellige stellige Millionenverluste ein. Einige VW-Aktionäre forderten bereits die Einstellung oder den Verkauf der Marke.

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Seat-Rekordgewinn dank Produktoffensive

Die letzte Chance war 2012 die dritte Generation des Seat Leon. Und die Spanier nutzten sie: Der Kompaktwagen auf dem neuen Modularen Querbaukasten des VW-Konzerns gewann gleich seinen ersten Vergleichstest in der AUTO ZEITUNG. Erstmals gab es den Leon auch als beliebte Kombivariante ST. Das Ergebnis: Der Kompakte übertraf die Verkaufszahlen seiner Vorgänger deutlich. Doch der Leon war nur der Start der größten Produktoffensive in der Geschichte von Seat: 2016 begann die Marke, mit dem Ateca endlich das boomende SUV-Segment zu erschließen. Ein Jahr später folgte der kleinere Arona, 2018 der größere Tarraco. Mit Erfolg: Mittlerweile entfallen auf die drei SUV satte 44 Prozent aller weltweiten Seat-Verkäufe. Seit vier Jahren schreibt Seat zudem wieder schwarze Zahlen und 2018 erzielten die Spanier mit 254 Millionen Euro sogar einen Rekordgewinn. Das liegt neben den renditestarken SUV auch am Erfolg der sportlichen Cupra-Modelle. Diese gehen seit 2018 als eigene Sub-Marke an den Start. 24.700 Cupra-Verkäufe in 2019 machen mutig: In diesem Jahr startet mit dem Kompakt-SUV Cupra Formentor das erste komplett eigenständige Fahrzeug der Marke.

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Seat-Pläne für Elektromobilität und Erdgasantriebe

Seat selbst gibt 2020 bei der Elektromobilität Gas: Los geht es mit dem Mii electric, dem mit 20.650 Euro in Deutschland derzeit günstigsten Stromer. Danach folgt der neue Leon, den es erstmals als Plug-in-Hybrid geben wird. Und 2021 kommen der Tarraco Plug-in-Hybrid sowie der rein elektrische Seat el-Born, der als erstes Modell der Spanier auf der MEB-Plattform des VW ID.3 basieren wird. Zudem hat Seat seit 2018 die Technologie-Führerschaft bei Erdgasantrieben (CNG) im VW-Konzern inne. Auch die Europa-Fixierung der Marke soll im kommenden Jahrzehnt fallen. Nach der erfolgreichen Etablierung in Mexiko mit 24.300 Verkäufen in 2019 richtet Seat seine Augen auf China, den größten Automarkt der Welt. Dort will man zuerst den Verkauf von Elektromodellen vorantreiben – damit auch die Chinesen bei Spanien in Zukunft nicht mehr nur an Tapas und Flamenco denken.

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