Dürfen Elektro-Roller auf die Straße? (Update!) Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor rückt näher

von Sven Kötter 03.04.2019

Dürfen Elektro-Roller bald legal auf die Straße gelangen? Ja, allerdings müssen sie einige Voraussetzungen erfüllen. Eine entsprechende Verordnung hat das Bundeskabinett Anfang April 2019 beschlossen. Nun muss noch der Bundesrat zustimmen. Auch eine Erlaubnis für sogenannte Hoverboards soll folgen!

Elektro-Roller dürfen laut der "Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr" schon bald legal am Straßenverkehr teilnehmen. Das hat das Bundeskabinett Anfang April 2019 beschlossen. Nun muss der Bundesrat noch zustimmen, er entscheidet voraussichtlich am 17. Mai. Voraussetzung dafür ist, dass die E-Roller nicht schneller als 20 km/h fahren, mit einer Lenk- oder Haltestange ausgerüstet sind und über zwei voneinander unabhängige Bremsen verfügen. Des Weiteren müssen die Fahrzeuge analog zur Fahrradausrüstung nach § 67 StVZO mit Scheinwerfer, Schlussleuchte, Rückstrahler und Seitenreflektoren bestückt sein. Die Roller, die oft einige hundert Euro oder mehr kosten, dürfen höchstens 70 Zentimeter breit, 1,40 Meter hoch und zwei Meter lang sein. Maximalgewicht ohne Fahrer: 55 Kilogramm. Ähnlich wie ein Mofa beziehungsweise Motorroller müssen die Elektro-Roller, wenn sie legal auf der Straße sein wollen, zudem mit einem Versicherungskennzeichen ausgestattet werden. Mehr zum Thema: E-Taxi Moia startet Testbetrieb

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Elektro-Roller dürfen bald auf die Straße

Entgegen früherer Meldungen soll der Mofa-Führerschein nun doch keine Pflicht werden: Elektro-Roller, die nur weniger als 12 km/h schnell fahren können, sollen bereits für Jugendliche ab 12 Jahren erlaubt sein – schnellere Gefährte ab dem vollendeten 14. Lebensjahr. Eine Helmpflicht wird es nicht geben. Bewegt werden dürfen E-Roller mit einem maximal möglichen Tempo von weniger als 12 km/h innerorts nur auf Gehwegen und gemeinsamen Geh- und Radwegen. Sind diese nicht nicht vorhanden, ist auch die Straße erlaubt  – allerdings nicht innerhalb geschlossener Ortschaften. Sind die Roller schneller als 12 km/h, gehören sie auf Radwege und Radfahrstreifen. Fehlen sie, darf es sowohl inner- als auch außerorts auch die Fahrbahn sein. Der Schritt, Elektro-Roller für die Straße zu legalisieren, ist überfällig, da die kleinen Fortbewegungsmittel schon im großen Stile verkauft werden. Offenbar ist der Markt derart groß, dass sie einen entsprechend umfangreichen Beitrag zur Mobilität der Zukunft beitragen könnten.

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Auch Hoverboards sollen legalisiert werden

Die Verordnung für Elektro-Roller, mit Hilfe derer die Fahrzeuge dann legal auf die Straße dürfen, könnte unter Umständen in Zukunft auch auf Hoverboards und Skateboards mit Elektromotor ausgeweitet werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gab Anfang Januar 2019 bekannt, auch eine Ausnahmeverordnung für Fahrzeuge zu machen, die keine Lenk- oder Haltestange haben. Die geplante Verordnung soll mit Hilfe von wissenschaftlicher Expertise ausgearbeitet werden und dann unter anderem regeln, wo und unter welchen Bedingungen die elektrischen Fortbewegungsmittel ohne Lenkstange fahren dürfen. Bis die Verordnung in Kraft tritt, gilt für E-Kleinstfahrzeuge, PLEV (Personal Light Electric Vehicles) abgekürzt, de facto noch das Verbot im öffentlichen Straßenverkehr und die Beschränkung der Nutzung auf Privatgelände. Unter dem Kürzel "PLEV" versteht man eine komplett neue Fahrzeugklasse, deren Standards erst jüngst definiert wurden: Zu ihr zählen neben E-Scootern auch Hoverboards, E-Floater und E-Longboards. Allen gemein ist die kompakte Größe, die Elektrifizierung und der Verwendungszweck als Fortbewegungsmittel für die Kurzstrecke – auch "last mile" genannt. Man erhofft sich durch die Mikromobile eine Entlastung des öffentlichen Nah- und des motorisierten Straßenverkehrs.

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