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Geht auch ganz einfach:

Porsche-Ziffern (911, 944, 918, 964): Bedeutung Der Zahlendschungel von Porsche

Tim Neumann 03.03.2022

Wer Wissen für den Autostammtisch braucht, aufgepasst: Mittlerweile setzt Porsche hauptsächlich auf Namen statt Ziffern wie 911, doch das war nicht immer so. Wir erklären die Bedeutung von Modellnamen wie 944, 918 Spyder und Entwicklungscodes wie 964!

Wer auf die Geschichte der Marke Porsche zurückblickt, der findet allerlei scheinbar zusammengewürfelte Ziffern. Doch die folgen tatsächlich einer gewissen Logik, die wir an dieser Stelle entschlüsseln. Dazu müssen wir zurück an den Anfang der Marke, als Ferdinand Porsche 1931 ein Konstruktionsbüro eröffnete und fortan Aufträge von Firmen wie Wanderer, Auto Union oder Daimler-Benz annahm. Dazu gehörten sowohl Achsen und Motoren als auch ganze Fahrzeuge, die bei Porsche ganz simpel fortlaufend durchnummeriert wurden. So trägt der Käfer-Vorläufer KdF-Wagen die Nummer 60 und der Leopard Kampfpanzer die 100. Als sich Porsche mit der Entwicklung Nummer 356, dem gleichnamigen Sportwagen, zur Automarke entwickelte, wurden die Ziffern auch zu den Modellnamen. Der Le Mans-Renner 514 folgte der Nomenklatur genauso wie der 550 Spyder. Gleichzeitig liefen auch weiterhin durchnummerierte Aufträge bei Porsche ein. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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924/911/356/356 Carrera Abarth Das Carrera-Team

Der Porsche 718 Cayman GT4 RS (2021) im Video:

 
 

Ziffern-Bedeutung bei Porsche: vom Konstruktionsbüro abgeleitet

So entschied man sich, den Nachfolger des 356 deutlich davon abzusetzen, indem man seinen Namen mit der Ziffer 9 beginnen ließ. So hätte das 1963 eingeführte Fahrzeug 901 geheißen, wenn da nicht Peugeot gewesen wäre. Die französische Marke besaß auf ihrem Heimatmarkt ein Recht auf alle dreistelligen Ziffern mit einer "0" in der Mitte und hatte Porsche nach der Präsentation des 901 auf dem Pariser Salon darauf aufmerksam gemacht. In Stuttgart entschied man sich kurzerhand dazu, den Wagen in "911" umzubenennen, um die bereits gefertigten Drucksätze für die Ziffern nicht komplett neu auflegen zu müssen. Stattdessen musste nur die mittige Null ersetzt werden. Aus dem gleichen Grund lautete auch die offizielle Verkaufsbezeichnung des Mittelmotorrenners 904 von 1963 Porsche Carrera GTS. Über die Jahre schwanden nach Modellen wie 924 oder 944 aber auch die verfügbaren 900er-Ziffern für neue Modelle, weshalb der 911 in Serien unterteilt wurde. Nach dem F-Modell folgte das G-Modell, bis es mit dem 1989 völlig neu konstruierten 964 Zeit für eine weitere Ziffer war. Bis heute erhält jede neue 911er-Generation einen Entwicklungscode, sodass die Stuttgarter:innen nach 991 und 992 vor einem kleinen Problem stehen. Denn: Die Ziffer 993 trägt schon der von 1994 bis 1998 gebaute 911. Und auch die Modelle Boxster, Panamera und Cayenne nehmen einen nicht unwesentlichen Teil der Entwicklungscodes ein. Warum sie nicht auch als Verkaufsbezeichnung genutzt wurden, lässt sich mit der Positionierung des 911 erklären. Der sollte als Markenkern nämlich auch seinen Namen als Alleinstellungsmerkmal verwenden. Eine Ausnahme bildet der Supersportler 918 Spyder.

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Porsche 911 Targa F, G, 964, 993: Classic Cars Offen und herrlich im 911 Targa

 

Neben 911, 944, 918 und 964 kamen auch Kürzel wie GTS

Neben der Porsche-Ziffern haben auch die Zusatzkürzel eine große Bedeutung in Zuffenhausen. Während "GT" für sportlichere Modelle, etwa den spitzer positionierten Cayenne Turbo GT, und "CS" für rennsportlich abgespeckte Modelle, aktuell nicht im Einsatz, stehen, ziert GTS die etwas kräftigeren Porsche-Versionen. Ursprünglich war die Bezeichnung jedoch für Homologationsmodelle vorgesehen. "Turbo" bedeutet spätestens seit dem elektrischen Porsche Taycan nicht mehr, dass ein Turbolader dem Motor Dampf macht, sondern dass das Modell besonders leistungsstark ist. "S" steht für etwas sportlichere Fahrleistungen, die "4" für den Allradantrieb. GT1, GT2, GT3 und GT4 orientieren sich an den Rennklassen der FIA, sind aber dennoch straßenzugelassen. Auch die motorsportlichen RS-Autos dürfen im Straßenverkehr genutzt werden, im Gegensatz zu den reinen Rennwagen der "RSR"-Kategorie.

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Tim Neumann Tim Neumann
Unser Fazit

Marken wie Porsche, die seit Jahrzehnten Millionen von Autos bauen, haben es naturgemäß nicht leicht bei Modellbezeichnungen und Entwicklungscodes, deshalb ist die Logik der Nomenklatur oft erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Zum Glück dürfte es noch etwas dauern, bis dem 911er die Neunen ausgehen. Bis dahin sollten die Produktplaner:innen auf jeden Fall Weitsicht mitbringen. Und wer den Überblick über die Porsche-Ziffern verliert, darf gerne auf uns zurückkommen.

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