Alle Infos zum Porsche 718

Porsche 718 Spyder: Deutschland-Tour Mit dem 718 Spyder in Hohenlohe

von Johannes Riegsinger 08.06.2020
Inhalt
  1. Deutschland-Tour: Mit dem Porsche 718 Spyder nach Hohenlohe
  2. Hohenlohe – irgendwo zwischen BaWü und Bayern
  3. Porsche 718 Spyder perfekt für kurvige Landstraßen Hohenlohes

Eine Deutschland-Tour in die Postkarte. Nach Hohenlohe. Wo das ist? – Sie finden es bestimmt heraus. Wissenswert ist jetzt nur eines: Hohenlohe ist wunderbar, wunderschön ... gerade mit einem Porsche 718 Spyder!

Man hat in Hohenlohe zwei Probleme – das erstere ist eigentlich gar keines, doch das zweite sehr wohl. Erstens: So richtig einen ausgetretenen Pfad durch Hohenlohe gibt es nicht. Es fällt also schwer zu sagen: Fahren Sie hierhin, fahren Sie dorthin. Einigen wir uns also auf das Wesentliche: Fahren Sie auf jeden Fall hin. Man fängt oben an, unten, westlich oder im Süden oder irgendwo dazwischen – ganz egal. Und dann arbeitet man sich hinein ins Gemüse, in die Auen und Wälder, Hügel und Flusstäler, gerade so wie's einem passt. Immer der Nase nach funktioniert als Leitmotiv ganz famos. Na klar, man könnte zum Einstieg der Burgenstraße folgen, so quasi als Intro für Unentschiedene. Die Burgenstraße schleicht sich aus Mannheim und Heidelberg kommend an, zieht zusammen mit dem großen Fluss der Schwaben über allerhand Neckardingsbums-Orte entlang nach Osten und streift ungefähr bei Bad Wimpfen erstmals das Hohenlohische. Das Problem der Burgenstraße ist allerdings, dass sie zwischen Mannheim und ihrem weit entfernten Ziel Bayreuth vielleicht ein wenig zu sehr Kilometer machen muss, daher immer wieder den großen  Hauptachsen folgt und dann zu viel befahren, zu breit und zu gerade ist – und der eigentliche Reiz Hohenlohes eben in den Winkeln steckt. Man muss nur einmal falsch abbiegen und runter von der Burgenstraße – und auf einmal ist die Welt doppelt so schön. Ab dann macht man das Falsch-Abbiegen natürlich zum Grundprinzip der Reise, man ist ja schließlich lernfähig. Kommen wir also zum zweiten Problem Hohenlohes: Kaum jemand weiß, wo das nun ganz genau ist. Wenn da nicht der Tipp im vorletzten Absatz mit Heidelberg und dem Neckar gewesen wäre …

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Foto: Michelin

 

Deutschland-Tour: Mit dem Porsche 718 Spyder nach Hohenlohe

Nur die Slow-Food-Schlemmer murmeln verzückt etwas vom Boeuf de Hohenlohe oder vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein und tippen deshalb auf Baden-Württemberg. Was natürlich stimmt, so viel sei verraten. Oder auch nicht. So viel sei ebenfalls verraten … Je nachdem wie man die Welt nämlich sehen mag, reicht das Hohenlohische bis ins unterfränkische Bayern hinein, und damit stehen wir vollends auf dünnem Eis, die ersten Kommentatoren werden jetzt schon die Tastatur glühen lassen. Lösen wir das Rätsel also möglichst diplomatisch und unverfänglich: Hohenlohe, das ist irgendwo um die Flüsse Kocher, Jagst und Tauber herum, ganz grob zwischen Heilbronn und Würzburg. Die namensgebenden Herren von Hohenlohe besaßen die im Mittelalter durch munteres Vererben üblichen Flickenteppich-Ländereien, und daher kommt es, dass "Hohenlohe" irgendwie statt eines durchgehenden Gebiets immer auch Ansichtssache ist. Vielleicht sogar vor allem das. Denn das hügelige Land mit seinen gewundenen, versteckten Flusstälern, den weiten Ausblicken, seinem üppigen, wildromantischen Gepräge und den zahllosen Weilern, Dörfern sowie Städten ist eine überaus sehenswerte Ecke der Welt. Die Perspektive der AUTO ZEITUNG auf Hohenlohe steht daher schnell fest: Ein offener Porsche wird als ideales Gerät für eine Exkursion ausgerufen, schließlich müssen Rundumsicht und Gefühlsechtheit stimmen – wer mag eine so intensive Landschaft denn schon hinter Glas oder in einem Auto ohne Kurventalent erkunden? In Bad Wimpfen geht es los, nach der banalen Anreise-Autobahnetappe ist das pittoreske Fachwerk-Städtchen ein erfreulicher Schock. Wer die schwäbische Kehrwoche belächelt, sollte sich einmal die Wimpfener Altstadt um die Kaiserpfalz ansehen: Saubermachen ist hier keine traurige Pflicht, sondern wertgeschätzte Kür.

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Hohenlohe – irgendwo zwischen BaWü und Bayern

Den Beweis für diese These liefern die penibel bis ins Detail dekorierten und mit Heimatliebe inszenierten Gassen. Hier lehnen Fahrräder ordentlich-nachlässig an Hauswänden, in kopfsteingepflasterten Winkeln sonnen sich strahlend gesunde Katzen, unter blühendem Fassadengrün, das aussieht, als würde jede Blüte einzeln gegossen, kraftstrotzt aufwendig restauriertes Fachwerk, gehauene Erker erzählen kleine Geschichten, die Bewohner plauschen in gemütlich-knusprigem Schwäbisch, und unten auf dem Neckar liefern sich Frachtkähne Zeitlupenverfolgungsjagden. So ist Baden-Württemberg eben – irgendwas zwischen Industrie-Powerhouse und tiefenentspannt-zurückgelehnter Lebensart. Eat this, Prenzlauer Berg. Der Porsche braucht nun aber endlich Kurven-Auslauf, und den bekommt er: Vorbei am Salzbergwerk Friedrichshall, vorbei am Audi-Werk in Neckarsulm, einen schnellen Blick auf die Burgruine Weibertreu bei Weinsberg werfen und dann südlich der A6 nach Osten räubern. Öhringen, Schloss Neuenstein, Schloss Waldenburg und dann nach Nordost über Braunsbach zum Schloss Langenburg fliegen. Hier ist das dicht besiedelte Gewimmel entlang der Autobahn nur noch eine verblassende Erinnerung, die weite, bunte, kleinteilige Welt Hohenlohes liegt direkt vor uns. Der Porsche schnurrt wohlig auf sanften Geraden, verbeißt sich in wilde Kurven, donnert über winzige Sträßchen und zählt kleine Orte, die allesamt mit -hausen enden und am Ende der bekannten Welt zu liegen scheinen. In Weikersheim, an der Grenze nach Bayern, drehen wir bei, schnüren hinüber nach Bad Mergentheim und ziehen dort die finale Halse zurück nach Süden. Vorbei an Boxberg, Zwischenstopp am Kloster Schöntal, Stippvisite in Berlichingen – und ab hier hat uns das Wesen der Schwaben vollends gepackt: In schönster Ordnung frönen wir dem Lotterleben, schauen weder auf Navigationssystem noch Landkarte, biegen ab, gerade wie es uns passt, schauen bei Michelin-Sterneköchen vorbei und lernen das Land so auch von seiner geschmackvollen Seite kennen. Ewig könnte das so gehen …

Porsche 718 Spyder

Gastro-Tipp 
Im "rotermohn" in Unterregenbach perfektionieren Martina und Martin Berstecher mit konsequent regionaler Küche im Rhythmus der Jahreszeiten die Kunst des kleinen, feinen Land-Restaurants. Die Wibele des Langenburger "Café Bauer" können bereits jetzt mitgenommen werden, das kaum fingernagelgroße Biskuit-Gebäck gehört im Jagsttal zu den lokalen Schätzen. Sterneküche gefällig? – Dann hat Hohenlohe überdurchschnittlich viel zu bieten, "Rebers Pflug" in Schwäbisch Hall ist auch für den Guide Michelin klar einen Stopp wert. Wer sich auf Reisen einfach nur treiben lassen möchte und trotzdem immer nur einen Fingerschnips entfernt von den besten Restaurants sein möchte, sollte sich übrigens die Smartphone-App des Guide Michelin herunterladen. Die lotst Gourmet-Reisende zielsicher an die Töpfe der besten Köche in jeder Region. Mehr unter guide.michelin.de 

Foto: Hardy Mutschler

 

Porsche 718 Spyder perfekt für kurvige Landstraßen Hohenlohes

Ein Name wie Donnerhall: Irgendwo zwischen Traditionskonzept und Sammlerobjekt für Markenfans ist der Porsche 718 Spyder angesiedelt. Wer angesichts des Spyder-Labels aber krassen Ultraleichtbau, konsequent reduzierte Technik und eine Art Blaupause für drahtige Fahrspaß-Roadster erwartet, erwischt den mindestens 93.350 Euro teuren Porsche auf dem falschen Fuß. Technisch basiert er nämlich auf dem messerscharfen Rennstrecken-Werkzeug 718 Cayman GT4, und das bedeutet eher ein generalstabsmäßiges Reinbuttern von Renningenieurs-Schwarmintelligenz denn puristische Verknappung der Technik-Ressourcen für einen herrlich freigeblasenen Kopf beim kleinen Alltags-Ausstieg am frühen Sonntagmorgen auf der Hausstrecke. Der 718 Spyder ist also eher die Kategorie "Metallica mit Begleitung durch das San Francisco-Symphonieorchester" denn "dreckiger Anderthalb-Minuten-Punk-Track im Kellerclub". Das muss man wissen. Denn dann kann man sich auch wirklich auf das individuell einstellbare Rennfahrwerk mit dynamischen Getriebelagern, variablen Dämpfern, hypergriffiger Semi-Slick-Bereifung des Typs Michelin Pilot Sport Cup 2 sowie hochleistungsrechnenden Regelsystemen einlassen. Oder die ausgefuchste Aerodynamik goutieren, die im radikal rundenzeitenden GT4 für Hochgeschwindigkeits-Anpressdruck oder deftige Durchlüftung im Racing-Betrieb sorgt – beim Spyder aber eher dem Schaulaufen dient. Hardcore-Renntechnologie für ein Landstraßen-Autokonzept – das ist eben Kunst um der Kunst willen. Wenn man diese Idee für sich abschließend bejahen kann, steht der lustvollen Fahrt ins Landstraßen-Glück aber nichts mehr im Wege: Die knackige Handschaltung macht hier großen Sinn und riesige Freude – das automatische Zwischengas beim hastigen Runterschalten hätten wir natürlich gerade so noch selbst hinbekommen –, und der druckvolle 420-PS-Vierliter-Sechszylinder dreht, klingt und geht ganz famos. Irgendwann hat man dann das Hightech-Epos völlig vergessen, und übrig bleibt ein Tag voll ausgelassener Fahrfreude unter der Sonne – und nein, dabei stören Karbon-Keramik-Bremsen oder anderer Ballast kein bisschen. 

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