Testfahrt vom anderen Stern: Pagani Huayra R Evo Roadster
Beim Pagani Huayra R Evo Roadster treffen 900 PS (662 kW) aus zwölf Zylindern auf nur 1060 kg Trockengewicht. Er ist ein Meister der Extreme ohne Straßenzulassung und mit eigenem Trackday-Programm. Wir durften auf eine erste Testfahrt in Monza in das Steuer greifen.
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- Erste Testfahrt: Wir greifen in das Steuer des nicht-straßenzugelassenen Pagani Huayra R Evo Roadster
- „Arte in Pista“: Kunst auf der Rennstrecke
- Der von HWA entwickelte V12 liefert 900 PS und 770 Nm Drehmoment
- Telepathie mit Soundtrack: So fährt der Huayra R Evo Roadster
- Technische Daten des Pagani Huayra R Evo Roadster
Erste Testfahrt: Wir greifen in das Steuer des nicht-straßenzugelassenen Pagani Huayra R Evo Roadster
Draußen sind es 38 °C, und wir sitzen festgeschnallt in einem Ofen aus Kohlefaser. Unsere schwarzen Rennoveralls saugen gleichermaßen Schweiß und Sonnenstrahlen auf, während wir auf unserer ersten Testfahrt mit 290 km/h dahin rasen. Wenige Zentimeter von unseren Köpfen entfernt heult sich der V12 wie ein metallener Tornado durchs Drehzahlband. Einmal blinzeln – und wir sind für 30 m blind. Ein unvorsichtiges Niesen, und die Nummer ist gelaufen.
Was für manche klingt wie ein Fenster zur Hölle, ist für andere nicht weniger als ein Trackday direkt im Paradies. Die Hitze, der Lärm und die milde Angst gehören zum Spaß im Pagani Huayra R Evo Roadster dazu. Die extreme Rennstreckenvariante versteht sich als weitere Steigerung des kaum minder dramatischen und ebenso dem Rennstreckenbetrieb vorbehaltenen Huayra R. Rundenzeiten auf dem Niveau von LMP2-Fahrzeugen und die Soundkulisse zwischen exquisiter Nostalgie und Formel-1-Rennwagen aus den 90ern – ein Erlebnis, für das die Kundschaft von Horacio Pagani gut und gern über 4,5 Mio. Euro zahlt.
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„Arte in Pista“: Kunst auf der Rennstrecke
Wer sich für einen Huayra R Evo Roadster entscheidet, wird automatisch in das „Arte in Pista“-Programm aufgenommen und erhält Zugang zu zehn Rennstrecken-Events innerhalb von zwei Jahren. In diesem exklusiven Club treffen sich die Besitzenden auf einigen der bekanntesten Rundkursen der Welt und genießen, was Pagani zu bieten hat. Dazu gehört die professionelle Unterstützung durch persönliche Mechanikerteams, Instruktor:innen, ein Team von Renningenieur:innen und den Chef-Fahrertrainer, Formel-1-Veteran Andrea Montermini.
Auf der Hausstrecke in Monza dürfen wir „Arte in Pista“ als Teilnehmende erleben – wortwörtlich übersetzt also: „Kunst auf der Rennstrecke“. Wir zwängen uns in das Cockpit des besagten Kunstwerks. Für das Carbon-Lenkrad und das Schalttafel im GT3-Rennwagen-Stil gibt es jeweils eigene Bedienungsanleitungen, die wir uns im Vorfeld definitiv nicht lang genug angesehen haben. Die Sitzposition mit dem Hintern am Boden und nach oben angezogenen Knien ist Welten von der aufrechten Norm eines Straßenautos entfernt. Im Innenraum finden sich alle Funktionen eines modernen Rennwagens, umgesetzt in feinster Material- und Verarbeitungsqualität.
Also: Den Limiter für die Boxengasse aktivieren, ersten Gang einlegen, „Drive“-Knopf drücken. Vergisst man diesen zusätzlichen Schritt, dreht der V12 in ohrenbetäubender Lautstärke hoch, und man wundert sich, warum sich das Auto nicht bewegt. Noch ein Versuch. Der Blick aus der geteilten Windschutzscheibe fühlt sich an, als würde man direkt aus Darth Vaders Helm auf die Tribünen von Monza schauen, während wir uns zur ersten Testfahrt aus der Garage in die glühend heiße Boxengasse vorarbeiten.
Der von HWA entwickelte V12 liefert 900 PS und 770 Nm Drehmoment
Das Design des Huayra R Evo Roadster ist von den Codalunga Le Mans-Prototypen der 1960er- und 70er-Jahre inspiriert. Optisch ähnelt der Entwurf dem Huayra R, doch beide Autos teilen sich kein einziges Karosserieelement. Der auffälligste Unterschied ist die Verlängerung um 101 mm an der Front und 190 mm am Heck, was die Oberfläche des aerodynamischen Unterbodens deutlich vergrößert. Das Ergebnis: noch einmal 45 Prozent mehr Abtrieb (über eine Tonne bei höheren Geschwindigkeiten) und eine um 21 Prozent verbesserte Aeroeffizienz.
Pitlane-Limiter aus. Je näher der V12 dem roten Bereich von 9200 Touren kommt, desto betörender wird das Klangkonzert. Das Aggregat besteht im Wesentlichen aus zwei miteinander verbundenen Reihensechszylindern und wurde vom Motorsport-Spezialisten HWA für den Huayra R entwickelt. Dank überarbeiteter Ansaugung und weiterer Änderungen wie optimierten Nockenwellenprofilen steigt die Leistung beim R Evo nochmals um 50 PS (37 kW) auf nun 900 PS (662 kW) und das Drehmoment auf 770 Nm.
Telepathie mit Soundtrack: So fährt der Huayra R Evo Roadster
Klar, es gibt noch stärkere Autos da draußen. Doch nur ganz wenige stellen dem ein Trockengewicht von 1060 kg gegenüber. Das Leistungsgewicht ist mit dem eines Bugatti Chiron vergleichbar – und der Huayra R Evo Roadster fühlt sich während der ersten Testfahrt genauso schnell an, wie es die Werte vermuten lassen. Pure Kraft, seidenweich und linear, gleichzeitig roh und wild. Bremsen für die zweite Schikane. Das Pedal: leicht und empfindsam, unterstützt durch das ABS als Sicherheitsnetz; die Lenkung völlig frei von jeglicher Verzögerung oder Trägheit. Noch vor einem selbst weiß das Auto, was man als Nächstes tun wird. Das Kurvengefühl, der Grip und die Stabilität auf den Pirelli-Slicks stellen alles andere in den Schatten. Das ist kein Fahren. Das ist Telepathie mit Soundtrack.
Für ein Tracktool auf Slicks mit dem Tempo eines LMP2-Rennwagens ist der Pagani Huayra R Evo Roadster unglaublich intuitiv und zugänglich. So war es ein zentrales Ziel des Entwicklerteams, das Auto von Natur aus fahrbar zu halten. Gleichzeitig sollte die Kundschaft die Möglichkeit bekommen, die Assistenzsysteme mit steigendem Vertrauen herunterzuregeln. Ein paar Mal sind wir etwas zu ehrgeizig mit der Leistung oder nehmen zu viel Speed mit in die schnellen Kurven – keine Unruhe, kein Ausbrechen. Unsere Testfahrt auf der Strecke geht zu Ende – echten Kund:innen macht man natürlich keine Zeitvorgabe. Ein uniformiertes Mechanikerteam umschwärmt das Auto. „Arte in Pista“ ist Pagani in Reinform. Und die angebotene Wasserflasche in Sekunden geleert.
Technische Daten des Pagani Huayra R Evo Roadster
AUTO ZEITUNG 08/2026 | Pagani Huayra R Evo Roadster |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | V12-Zylinder, 5980 cm³; |
Getriebe | 6-Gang-Sequentiell |
Leistung | 900 PS / 662 KW |
Max. Drehmoment | 770 Nm |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 5180 / 2077 / 1164 mm |
Leergewicht | 1060 kg |
Fahrleistungen | |
Beschleunigung (0 – 100 km/h) | 3,0 s |
Höchstgeschwindigkeit | 350 km/h |
Verbrauch auf 100 km | k.A. |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | rund 4,5 Mio. € |
Alle Daten Werksangaben | |





















