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Neuer VW ID. Buzz (2022): Erste Testfahrt So fährt der elektrische Bulli-Erbe

Thomas Geiger 23.02.2022
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen VW ID. Buzz (2022)
  2. Typische Bulli-Sitzposition und Heckantrieb
  3. Preis: Neuer VW ID. Buzz (2022) startet bei etwa 65.000 Euro
  4. Technische Daten des neuen VW ID. Buzz (2022)

Stupsnase? Check. Heckantrieb? Check. Versionen für die Familien wie das Handwerk? Check. Ob der neue VW ID. Buzz aber auch das Gefühl seines über 70 Jahre alten Vorbilds wieder heraufbeschwören kann, klärt die erste Testfahrt!

Sie sind technisch auf der Höhe der Zeit und mittlerweile auf Monate ausverkauft – doch so richtig das Herz erwärmen wollen die VW-Modelle ID.3, ID.4 und bald auch ID.5 nicht. Dafür ist der neue VW ID. Buzz (2022) zuständig, der uns fünf Jahre nach der Präsentation des Showcars als Vorserienmodell für eine erste Testfahrt bereitsteht. Im März 2022 lässt das Serienmodell die Hüllen fallen, ab Sommer des gleichen Jahres wird er verkauft und ab Herbst ausgeliefert. Mit der ersten elektrischen Großraumlimousine auf einer dezidierten Akku-Architektur schlägt VW den Bogen zurück zum Bulli, der 1950 seinen Einstand gab und binnen 70 Jahren zum Traumwagen ganzer Generationen geworden ist. Erst Motor des Wirtschaftswunders, dann Ikone der Hippies und bis heute Blech gewordenes Fernweh – es gibt neben dem Käfer kaum ein anderes VW-Modell, an das so viele unterschiedliche Generationen so viele positive Erinnerungen haben. Und spätestens nachdem uns VW immer und immer wieder die Studie vor Augen gehalten hat, sind die auch alle wieder frisch und lebendig. Schade nur, dass die Studie viel charmanter und detailverliebter war, als es in der Serienfertigung je durch die Kostenkontrolle gegangen wäre – von Gimmicks wie dem versenkbaren Lenkrad oder dem Sofa im Fond ganz zu schweigen. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

Elektroauto VW ID. Buzz (2022)
VW ID. Buzz (2022): Preis, Innenraum & Maße Vorverkaufsstart für den ID. Buzz

Die Studie zum VW ID. Buzz (2022) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen VW ID. Buzz (2022)

Von außen mag der sentimentale Gedankensprung dabei noch klappen, da der neue VW ID. Buzz (2022) wie das Original eine Stupsnase mit einem ein extra großen VW-Logo trägt und die Proportionen einfach passen. Doch im Innenraum gibt es weder Retro-Charme, noch Augenzwinkern. Stattdessen erkennt man auch unter der Tarnmatte die bekannte Bedienlandschaft aus ID.3 und ID.4. Immerhin: Der Wählhebel für das Automatikgetriebe ist vom Bildschirmrand ans Lenkrad gewandert. Gleichzeitig irritiert bei der ersten Testfahrt die schier endlose Platte, die sich bis zur Frontscheibe erstreckt. Wegen besagter Stupsnase muss die gesamte Klimatechnik und Steuerungselektronik unter dem Armaturenbrett verschwinden. Auch das Head-up-Display mit Augmented Reality Technik braucht seinen Platz. Aber Achtung: Was dem ID. Buzz im Vergleich zur Studie an Charme fehlen mag, macht er mit Alltagstauglichkeit wieder wett. Anders als beim Einzelstück gibt es für das Serienmodell Ablagen und reichlich smarte Ladetechnik, wohin das Auge blickt. Dazu passend feiern mit dem neuen VW ID. Buzz (2022) Plug&Charge ohne leidige Authentifizierung an der Ladesäule und bidirektionales Laden, mit dem der Bus zum Pufferspeicher etwa für das heimische Solardach wird, ihre Premieren. Mehr zum Thema: Das ist der VW T6.1

Elektroauto VW ID.3 (2020)
VW ID.3 (2020): Preis/Innenraum/Reichweite Software-Update für den ID.3

 

Typische Bulli-Sitzposition und Heckantrieb

ID-Cockpit hin, Sprachsteuerung her: Zumindest auf dem Fahrersitz fühlt man sich in der neuen alten Bulliwelt schnell zu Hause. Schließlich ist die Sitzposition näher am Bus als in jedem anderen VW-Modell und die Rundumsicht besser als bei allen anderen ID. Und wie bei den Verbrennern schon seit über 30 Jahren nicht mehr, hat der Neuzeit-Bulli sogar Heckantrieb. Selbst das Tempo erinnert an die Jugendjahre des Dauerbrenners: Mit Rücksicht auf die Reichweite, die dem Borddisplay zufolge bei gut 400 Kilometern liegen wird, zieht die Elektronik bei 145 km/h den Stecker. Bis dahin aber beschleunigt der neue VW ID. Buzz (2022) bei unserer ersten Testfahrt so schneidig und seidig wie jeder andere Stromer. Obendrein punktet er mit seinem flüsterleisen E-Antrieb und mit einem Wendekreis von gerade mal elf Metern auf Golf-Niveau. Alles andere als Golf-Niveau ist das Platzangebot auf der Rücksitzbank: Obwohl der ID. Buzz mit 4,70 Metern Länge rund 20 Zentimeter kürzer ist als der Multivan, stehen die Achsen ebenfalls fast drei Meter weit auseinander. Nur mit der Variabilität ist es nicht weit her: Ja, die herkömmliche Rücksitzbank ist geteilt, klappbar und verschiebbar, doch weder verschwindet die Bank für maximalen Stauraum im Boden, noch kann man sie umdrehen oder gar ausbauen. Dafür wird es den neuen VW ID. Buzz (2022) ein Jahr nach Marktstart als XL-Variante mit nochmal 25 Zentimetern mehr Radstand sowie Platz für eine dritte Sitzreihe geben. Bis dahin soll es auch ein Sitzkonzept mit vier Sesseln ins Angebot schaffen, das wie im T7 eine hohe Flexibilität erlaubt. Mehr zum Thema: Das ist der VW T7

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Preis: Neuer VW ID. Buzz (2022) startet bei etwa 65.000 Euro

Selbst beim Antrieb des neuen VW ID. Buzz (2022) ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Im Gegenteil: Während es zum Start lediglich den 77-kWh-Akku mit einem 150-kW-Motor (204 PS) im Heck gibt, kommen später noch mindestens zwei weitere Varianten: Der "Pure" mit etwas mehr als 50 kWh für rund 300 Kilometer und das Topmodell mit einer zweiten E-Maschine für Allradantrieb und sportliche 300 kW (knapp 400 PS). Wahrscheinlich wird das Ingenieursteam den größeren Bauraum des XL-Modells auch mit mehr Batteriezellen zu füllen wissen, sodass dann auch die 500-Kilometer-Marke zu knacken ist. All das spreizt auch das Preisband. Dieses beginnt erst einmal bei etwa 63.000 Euro für die erste Auflage und soll später mit einem Einstiegsmodell auf 55.000 und mit dem Cargo auf 45.000 Euro sinken. Auch darin steht der neue VW ID. Buzz (2022) ganz in der Tradition des Bullis, der zumindest in den letzten Generationen nie ein günstiges Auto war – und die Elektromobilität macht ihn sicher nicht erschwinglicher. Mehr zum Thema: VW T6.1 und VW T7 im Vergleich

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Technische Daten des neuen VW ID. Buzz (2022)

AUTO ZEITUNGVW ID. Buzz
Technische Daten
Motoreine permanenterregte Synchronmaschine
Getriebe/AntriebKonstantübersetzung; Heckantrieb
Gesamtleistung150 kW/204 PS
Max. Drehmoment310 Nm
Batterie-Kapazität77 kWh (netto)
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)ca. 4700 mm/k.A./k.A.
Leergewicht/Zuladungk.A.
Kofferraumvolumenk.A.
Fahrleistungen (Werksangaben)
Beschleunigung (0-100 km/h)k.A.
Höchstgeschwindigkeit145 km/h
Verbrauch auf 100 kmk.A.
Reichweiteca. 400 km
Kaufinformationen
Basispreisca. 63.000 Euro
MarktstartSommer 2022

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