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Neuer Porsche Taycan (2019): Erste Testfahrt Der neue Taycan ist faszinierend

von Caspar Winkelmann 17.12.2019
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Porsche Taycan (2019)
  2. Basis-Taycan 4S "reicht" vollkommen aus
  3. Neuer Porsche Taycan (2019) verwöhnt mit Komfort

Mit dem neuen Porsche Taycan (2019) hat für die Zuffenhausener eine neue Zeitrechnung begonnen. Die erste Testfahrt im elektrischen Einstiegsmodell 4S sorgt für nachhaltige Begeisterung und zeigt: E-Autos können faszinieren!

Eigentlich sollten wir uns bei der ersten Testfahrt mit dem neuen Porsche Taycan (2019) um elf Uhr auf einem kalifornischen Highway-Parkplatz treffen. Jetzt ist es schon 12:30 Uhr, das Navi prognostiziert noch 15 Meilen bis zum Zielort, und mein Handy zeigt bereits zwei verpasste Anrufe von den Porsche-Jungs an. Dass wir nun mit rund zweistündiger Verspätung am Treffpunkt aufschlagen werden, ist aber ganz klar die Schuld des Taycan 4S, denn der Elektro-Sportler hat uns mit seiner süchtig machenden Performance so sehr in seinen Bann gezogen, dass wir auf der verwinkelten kalifornischen Bergstraße mehrmals gedreht haben, um die Strecke wieder und wieder unter die Räder zu nehmen. Die Uhr arbeitete dabei aber immer gegen uns, und im Hinterkopf schwirrte schon nach dem ersten Wendemanöver der Gedanke an das wenig begeisterte Organisationsteam von Porsche mit. Verzeihen sollte man uns dennoch: In kaum einem anderen Fahrzeug diesseits der Supersportwagen-Liga bereitet das Kurvenräubern so viel Vergnügen wie im neuen Porsche Taycan (2019).

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Der Porsche Taycan 4S (2019) im Fahrbericht (Video):

 
 

Erste Testfahrt mit dem neuen Porsche Taycan (2019)

Die großen Akku-Pakete im Unterboden des neuen Porsche Taycan (2019) sorgen für einen tiefen Schwerpunkt samt perfekt austarierter Gewichtsverteilung. In Verbindung mit dem im Sportmodus gestrafften Luftfeder-Fahrwerk sowie der optionalen Wankstabilisierung durcheilt der Zuffenhausener Sportler so Kurven aller Art und bei jedem Tempo praktisch ohne Seitenneigung. Die ebenfalls aufpreispflichtige Allradlenkung beschert dem 4,96 Meter langen Taycan dabei eine bemerkenswerte Agilität, und das markentypisch präzise Lenkgefühl sowie die dank tief montierter Sportsitze perfekte Integration ins Cockpit geben dem Fahrer das Gefühl totaler Kontrolle. Und dann sind da noch die beiden E-Motoren, je einer an der Vorder- und der Hinterachse. In unserem Testwagen mit dem großen 93,4-kWh-Akku bringen es die E-Maschinen gemeinsam auf 490 PS. Per Overboost-Funktion sind es kurzzeitig sogar 571 PS. Die Version mit 79,2 kWh Batteriekapazität leistet 435 PS (Boost: 530 PS). Ebenso üppig: 650 Newtonmeter Drehmoment (Standard-Version: 640 Nm), die immer anliegen. So schießt der neue Porsche Taycan (2019) in jeder Lebenslage ebenso ansatzlos wie vehement nach vorn. Allzu intensive Beschleunigungsorgien sind auf den tempolimitierten US-Landstraßen und Highways allerdings nicht möglich

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Basis-Taycan 4S "reicht" vollkommen aus

Per Launch-Control-Start soll der 4S laut Porsche in 4,0 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen, nach gut zwölf Sekunden die 200er-Marke knacken und maximal 250km/h erreichen. Zum Vergleich: Der bis zu 680 PS starke Taycan Turbo geht nochmals energischer nach vorn und soll den Sprint auf 100 km/h in 3,2 Sekunden abhaken. Das Topmodell der Baureihe, der Turbo S, mobilisiert aberwitzige 761 PS und soll sogar nur 2,8 Sekunden benötigen. Allerdings: Die Fahrleistungen des neuen Porsche Taycan (2019) als 4S "reichen" vollkommen aus. Ein kurzer Blick in die Preisliste verrät zudem, dass die beiden Turbomodelle mit gut 152.000 beziehungsweise 185.000 Euro Grundpreis erheblich teurer sind als der 4S, den es mit der kleineren Batterie ab 105.607 Euro gibt. Mit 462 km WLTP-Reichweite bietet der neue Porsche Taycan 4S (2019) mit großer Batterie (ab 112.128 Euro) sogar den größten Aktionsradius im Taycan-Portfolio. Und weil Porsche-Fahrer es ja von den Verbrenner-Modellen gewöhnt sind, dass man mit einer Tankfüllung auch nicht unbedingt viel weiter kommt, dürfte die Reichweite den meisten Kunden genügen. Beim gemächlichen Cruisen auf schnurgeraden Highways kommt man laut Bordcomputer jedenfalls sogar unter den WLTP-Verbrauch von 25,6 kWh – und lernt den Taycan gleichzeitig von seiner komfortablen Seite kennen.

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Neuer Porsche Taycan (2019) verwöhnt mit Komfort

Bei der Abschottung gegen Wind- und Abrollgeräusche haben die Porsche-Entwickler sehr sorgfältig gearbeitet, und das Fahrwerk des neuen Porsche Taycan (2019) verwöhnt bei der ersten Testfahrt mit einem satten Federungskomfort: Bodenwellen werden beinahe ohne Karosseriebewegungen absorbiert, und der 4S spricht auch dank des recht großen Querschnitts der 19-Zoll-Räder auf Querfugen und Kanten sensibel an. Zwar schränkt die niedrige Dachlinie die Kopffreiheit der Fondpassagiere deutlich ein, dennoch reist man selbst zu viert noch komfortabel. Der Kofferraum fasst 407 Liter Gepäck, unter der Fronthaube gibt es noch ein Fach mit 81 Liter Volumen. Übrigens: Als wir mit dem neuen Porsche Taycan (2019) deutlich verspätet am besagten Highway-Parkplatz ankommen, meinen die Porsche-Jungs nur lapidar: "Na, ihr hattet ja wohl richtig Spaß!" Stimmt genau.

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