Neuer Peugeot 308 (2017): Erste Testfahrt Neuer 308 erfüllt bereits die Euro-Norm 6c

von Caspar Winkelmann 30.10.2017
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Peugeot 308 (2017)
  2. Peugeot 308 fährt als Diesel mit Euro 6c
  3. Up to date: das Angebot an Assistenzsystemen

Testfahrt: Nach knapp vierjähriger Bauzeit spendiert Peugeot dem erfolgreichen 308 ein Facelift. Ganz neu: ein sauberer 1,5-Liter-Dieselmotor mit 130 PS.

Rechteckig statt rund: Vermutlich wird nur Markenkennern die neue Form der Tankklappe des überarbeiteten Peugeot 308 auffallen. Dennoch ein wichtiges Detail, denn hinter dem nun deutlich größeren Deckel verbirgt sich bei Modellen mit dem neuen 1,5-Liter-Dieselmotor auch der Tankstutzen für das vom SCR-Katalysator benötigte AdBlue. Abgasreinigung und Emissionsreduzierung standen ganz oben im Lastenheft der Motorenentwickler – deshalb erfüllt der neue BlueHDi 130 bereits ab September 2017 die erst ab 2020 geltende Euro-6c-Norm. Bedeutet konkret: Der Prüfstands-NOx-Grenzwertdarf dann in der Praxis höchstens um das 1,5-Fache überschritten werden. Auch in puncto Verbrauch soll der neue und zehn PS stärkere Selbstzünder das Vorgängeraggregat unterbieten.

Der Peugeot 308 (2017) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen Peugeot 308 (2017)

Konkrete Werte nennt Peugeot nicht, weil der Motor noch nicht homologiert ist. Bei Testfahrten auf Landstraßen und Autobahnen meldete der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 5,8 Litern. Mit etwas Zurückhaltung im rechten Fuß und frühem Hochschalten sind auch Werte um die vier Liter möglich. Gut gedämmt und sehr kultiviert verrichtet das 130 PS starke Dieseltriebwerk seine Arbeit. Schon bei 1750 /min liegt das maximale Drehmoment von 300 Nm an, und so beschleunigt der Franzose auch aus niedrigen Drehzahlregionen kraftvoll. Schaltfaules Cruisen ist also keine Problem, doch bei beherzter Fahrweise stören die etwas langen Schaltwege der obligatorischen Sechsgang-Box. Auch wenn das Beschleunigungsvermögen sowie der Topspeed von 203 km/h in den meisten Situationen zufriedenstellen dürften, bietet der stärkste Diesel mit zwei Liter Hubraum, 180 PS und 400 Newtonmetern deutlich mehr Power. Außerdem erfüllt er ebenfalls die strenge Abagsnorm Euro 6c und fährt stets mit einer neuen, sanft schaltenden Achtstufen-Automatik des japanischen Getriebeherstellers Aisin vor. Interessenten müssen aber mit einem voraussichtlichen Mehrpreis von mindestens 6000 Euro rechnen.

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Peugeot 308 fährt als Diesel mit Euro 6c

Ansonsten fährt der 308 nach dem Facelift auf der Testfahrt wie gewohnt. Der Federungskomfort überzeugt, auch wenn der Testwagen wegen seiner 18 Zoll großen Optionsbereifung etwas unwirsch auf einzelne Schlaglöcher und Kanten anspricht. Präzise und sicher lässt sich der Peugeot durch Kurven dirigieren, allzu sportlichen Ambitionen schiebt die Fahrdynamikregelung aber mit Nachdruck einen Riegel vor. Die Innenraumgestaltung bleibt vom Facelift nahezu unberührt: Über das markentypisch kleine Lenkrad schaut man – anders als bei den aktuellen SUV-Modellen 3008 und 5008 – weiterhin auf analoge Instrumente. Neu ist dagegen eine 3D-Navigation, die bei ihrer Routenberechnung auf Stauinformationen in Echtzeit zurückgreift und zusätzliche Infos zu Wetterverhältnissen oder Kraftstoffpreisen liefert. Die Bedienung erfolgt wie gehabt über einen berührungssensiblen Zentralbildschirm, auf dem sich jetzt per Apple CarPlay oder Android Auto die Inhalte eines gekoppelten Smartphones spiegeln lassen. Die verbesserte Auflösung gefällt, doch manche Symbole sind sehr klein und nicht optimal ablesbar.

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Up to date: das Angebot an Assistenzsystemen

Auch von außen fällt die Überarbeitung des 308 moderat aus: Der Kühlergrill steht nun steiler und beherbergt das Löwenemblem. In der neu designten Frontschürze ist die Radarsensorik einiger Assistenten untergebracht. Kollisionswarnung, City-Notbremssystem mit Personenerkennung, Müdigkeitswarner, aktiver Spurhalte- und -wechselassistent sowie Abstandsregeltempomat und Fernlichtassistent – die aus 3008 und 5008 bekannte Sicherheitstechnik ist nun auch komplett für den 308 erhältlich. Bei unseren Testfahrten arbeiteten die Systeme zuverlässig, einzig die Übereifrigkeit des Spurhalteassistenten störte zuweilen. So erfolgten korrigierende Lenkeingriffe, obwohl man sich noch deutlich innerhalb der Fahrspur befand. Preise nennt Peugeot für den 308 mit dem ab September erhältlichen BlueHDi 130 übrigens noch nicht. Für den weiterhin bestellbaren Dieselmotor mit 120 PS werden 24.250 Euro fällig.

Peugeot 308 BlueHDi 130: Das ist neu
1,5-Liter-DieselDer Motor mit 130 PS und 300 Nm erfüllt die ab 2020 geltende Abgasnorm Euro 6c.
NavigationssystemEs greift jetzt auf Stauinformation in Echtzeit zurück.
AssistenzsystemeHelfer aus 3008 und 5008 halten nun auch im 308 Einzug.
Technische DatenPeugeot 308 BlueHDi 130
Motor4/4, Turbodiesel
Hubraum1499 ccm
Leistung130 PS
Maximales Drehmoment300 Nm
Getriebe6-Gang, manuell
AntriebVorderrad
0-100 km/hk.A.
Höchstgeschwindigkeit203 km/h
Leergewicht1295 kg
L/B/H in mm4585/1863/1457
Kofferraum420-1228 l
Testverbrauchk.A.
Grundpreisk.A.

von Caspar Winkelmann von Caspar Winkelmann
Unser Fazit

Der neue 1,5-Liter-Diesel überzeugt mit guten Fahrleistungen und Laufruhe. Dass er bereits dieses Jahr die ab 2020 gültige Norm Euro 6c einhält, ist ein echtes Kaufargument. Auch gut: die modern Sicherheitstechnik.

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