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Neuer Opel Astra (2021): Erste Testfahrt Astra-Prototyp im Vorab-Fahrcheck

von Jürgen Voigt 22.06.2021
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Opel Astra (2021)
  2. Neuer Opel Astra (2021) ist breiter und flacher
  3. So fährt sich der neue Opel Astra (2021) mit Plug-in-Hybrid

Wir sind ein wenig früh dran, doch wir hatten bereits schon jetzt Gelegenheit, eine erste Testfahrt mit dem neuen Opel Astra (2021) zu unternehmen. Eines ist sicher: Der erste Astra aus der Post-GM-Ära wird kein Peugeot- oder Fiat-Ableger sondern ein echter Rüsselsheimer. Denn in der Opel-Heimat wird er nicht nur entwickelt sondern auch gebaut.

So hundertprozentig fertig ist der neue Opel Astra (2021) noch nicht, aber die stark getarnten Vorserientypen, die wir hier rund um Rüsselsheim bei einer ersten Testfahrt bewegen dürfen, entsprechen in weiten Teilen bereits dem Serienstand. Der klar durchstrukturierte Entwicklungsprozess sieht in regelmäßiger Folge Erprobungsfahrten vor, um den Stand Dinge zu bewerten. Und der muss zu 100 Prozent stimmen, denn der Astra ist nicht irgendein Opel, sondern eines der wichtigsten und gefragtesten Modelle im Repertoire. Auf die Frage, ob man denn am neuen Opel Astra (2021) überhaupt noch Dinge verändern könne, entgegnet Fahrdynamik-Chef Andreas Holl, dass hier und da durchaus noch was geht, zum Beispiel bei der Programmierung der elektrischen Lenkunterstützung. Anders sieht es dagegen bei der Hardware aus, für die in der Regel teure und komplexe Fertigungswerkzeuge entwickelt werden müssen, was natürlich längst passiert ist. Denn präsentiert wird neue Astra noch im Herbst, bestellt werden kann ab Oktober, und im Januar 2022 wird der begehrte Kompakte dann bei den Händlern anrollen.

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Erste Testfahrt mit dem neuen Opel Astra (2021)

Der zur ersten Testfahrt bereitstehende, neue Opel Astra (2021) ist bereits insofern besonders, weil er zum ersten Mal nicht mehr unter GM-Regie entstanden ist, sondern nun auf der Version 3 der EMP2-Plattform basiert. Diese technische Basis stammt ursprünglich von PSA (Peugeot/Citroen) und wird innerhalb der Stellantis-Gruppe zum Beispiel nicht nur einem Peugeot 308 sondern künftig sicherlich auch dem einen oder anderen Fiat als Basis dienen. Darauf angesprochen, versichert der leitende Entwicklungsingenieur Rainer Bachen, dass der Astra ein echter Rüsselsheimer mit klar erkennbarer Opel-DNA ist, nicht nur weil hier gefertigt wird, sondern weil er von den Opelaner:innen entwickelt wurde. Von der neuen Form des Astra können wir aufgrund der extremen Tarnung noch nicht viel erkennen, einige bereits veröffentlichte Detailbilder zeigen aber eine starke Ähnlichkeit mit der Vizor genannten Front des Opel Mokka, der ja für das neue Opel-Markengesicht steht. Bilder vom Innenraum gibt es zwar noch nicht, doch zeichnet sicher dieser durch eine sehr cleane und geradlinige Gestaltung aus, geprägt auch durch das sogenannte Pure Panel-Cockpit, das im Grunde aus bündig nebeneinander angeordneten Bildschirmen besteht. In der edleren Ausführung sind diese sogar aus Glas und wirken sehr hochwertig. Doch bereits die Basisversion kann sich sehen lassen. Anders als andere Hersteller – z.B. aus dem VW-Konzern – sind im neuen Opel Astra (2021) auch klar definierte Tastenfelder zu finden, zum Beispiel unter dem mittleren Touchscreen. Rainer Bachen hält den schnellen und direkten Tasten-Zugriff zum Beispiel auf die Assistenzsysteme – und von denen wird es im rundum mit Radar-, Kamera- und Ultraschall-Sensorik ausgerüsteten Astra einige geben – für angebracht: "Wenn man zum Beispiel zur Aktivierung oder zur Abschaltung eines Spurassistenten erst mal in die fein verästelten Tiefen der Touchscreen-Bedienung hinabtauchen muss, dann ist das nicht hilfreich."

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Neuer Opel Astra (2021) ist breiter und flacher

Mit einer Länge von 4374 Millimeter hat der bewährt fünftürige, neue Opel Astra (2021) nur um vier Millimeter zugelegt, allerdings bei einem um 13 Millimeter gewachsenen Radstand (2675 mm). Und mit 1860 Millimeter macht sich der kompakte Opel nun 51 Millimeter breiter als der noch aktuelle Astra. Die hinten sitzenden Passagier:innen haben aufgrund der geräumigen Platzverhältnisse keinen Grund zu klagen, und auch dahinter ist der Opel mit einem auf 422 Liter gewachsenen Gepäckvolumen sowie einem variabel justierbaren Laderaumboden gut für den Alltag gerüstet. Vorn fühlt sich der:die Fahrer:in nun besser ins Auto integriert als bisher, was an der niedrigeren Sitzposition liegt. Doch obwohl der H-Punkt, der die Beckenpostion des:der Fahrer:in markiert, nun 12 Millimeter tiefer liegt als bisher, lässt sich der neue Astra nach vorn durch die laminierte und somit dämmende Windschutzscheibe und auch zur Seite hin gut überschauen. Die erste Testfahrt unternehmen wir mit dem an sich bekannten 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit Turboaufladung, der 130 PS generiert und dessen sechs Gänge per Hand geschaltet werden (optional auch mit Achtstufen-Automatik). Der gut gedämmte Dreizylinder hängt spontan am Gas, ganz anders als der deutlich trägere, ebenfalls 130 PS starke GM-Turbo-Dreizylinder des noch aktuellen Modells, das wir zu Vergleichszwecken dabeihaben. Einen sehr ausgereiften Eindruck hinterlässt die harmonische Feder-Dämpfer-Abstimmung, selbst auf holprigem Asphalt. Der neue Opel Astra (2021), der stets mit rollwiderstandsoptimierten Reifen ausgeliefert wird, bleibt auf den hier montierten 17-Zöllern stets gut kontrollierbar und lässt sich präzise und flüssig durch die Kurven dirigieren. Auch die gute Abroll- und Federungsgeräuschdämmung macht bereits einen sehr erwachsenen Eindruck.

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So fährt sich der neue Opel Astra (2021) mit Plug-in-Hybrid

Umstieg auf den neuen Opel Astra (2021) Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 180 PS, ähnlich wie im Opel Grandland (optional im Astra auch mit 225 PS): Die Kombination aus 1,6-Liter-Turbobenziner und in der Achtgang-Automatik integrierter E-Maschine, die von einem extern aufladbaren 12,4 kWh-Akku versorgt wird, hinterlässt einen harmonisch-kraftvollen Eindruck. Neben der angenehmen Kraftentfaltung zeichnet sich der Antrieb durch einen leisen und kultivierten Lauf aus. Allerdings rollt der schwerere und straffer abgestimmte Plug-in-Hybrid auf seiner 18-Zoll-Bereifung nicht ganz so komfortable ab wie der zuvor gefahrene Dreizylinder-Benziner. Auch das Lenkgefühl wirkt etwas synthetischer. Das gilt auch für das Pedalgefühl der Bremse, die sich zum Beispiel beim Heranrollen an eine rote Ampel bis zum Stillstand nicht optimal dosieren lässt. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die sich ja auch bis zum Serienanlauf vielleicht noch beheben lassen. Insgesamt hinterlässt der neue Opel Astra (2021) bei der ersten Testfahrt nämlich einen rundum gelungenen, harmonischen und ausgereiften Eindruck.

von Jürgen Voigt von Jürgen Voigt
Unser Fazit

Langfristig wird es zwar auch für den neuen Opel Astra (2021) eine voll elektrische Variante brauchen. Doch fürs Erste muss sich Opel damit weder vor der eigenen Familie noch vor Fremdfabrikaten wie einem Golf GTE verstecken – das hat die erste Testfahrt im Prototyp untermauert.

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