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Neuer Jaguar I-Pace (2018): Erste Testfahrt I-Pace schlägt sich als Tesla-Fighter

von Caspar Winkelmann 04.06.2018

Den neuen Jaguar I-Pace (2018) haben wir auf einer ersten Testfahrt auf Herz und Nieren geprüft. Seine Stärke: Gute On- und Offroad-Performance. So fährt sich das E-SUV!

Der neue Jaguar I-Pace (2018) ist als vollelektrisches SUV ab sofort bestellbar. Bei dem britischen Autobauer Jaguar Land Rover läuft es: 2017 verkauften beide Marken weltweit 614.000 Autos. Zum Vergleich: 2008 waren es nur knapp 200.000. Nach der Übernahme durch den indischen Autobauer Tata Motors erfolgte eine Verdreifachung der Absatzzahlen, und inzwischen können sich die Briten auch technisch und qualitativ wieder mit den deutschen Premium-Herstellern messen. Nun schickt sich Jaguar sogar an, in Europa die Führungsrolle in Sachen E-Mobilität zu übernehmen. Der neue Jaguar I-Pace (2018) ist mit 400 PS Leistung und einer – gemäß neuer WLTP-Norm – Reichweite von 480 Kilometern ein echter Gegner für Teslas Model S und X. "Der I-Pace ist in gerade einmal vier Jahren entstanden – vom weißen Blatt Papier bis zum fertigen Auto", erklärt Wolfgang Ziebart, Technical Design Director. "Unser Ziel war es, ein Elektro-Auto zu bauen, das von seinem Fahrer absolut keine Kompromisse einfordert." Rein optisch macht das 4,68 Meter lange SUV mit seinem drei Meter langen Radstand und den extrem kurzen Überhängen eine gute Figur. Die außergewöhnlichen Proportionen haben vor allem einen technischen Hintergrund: Die beiden E-Motoren sitzen an Vorder- und Hinterachse, dazwischen ist das 605 Kilogramm schwere Batterie-Paket tief im Fahrzeugboden platziert.

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Neuer Jaguar I-Pace (2018) im Video:

 
 

Erste Testfahrt des neuen Jaguar I-Pace (2018)

Für den neuen Jaguar I-Pace (2018) ergeben sich so eine ganz und gar ausgewogene Gewichtsverteilung sowie ein niedriger Schwerpunkt. Die Vorzüge dieser Konstruktion sind schon auf den ersten Metern auf einer verwinkelten portugiesischen Landstraße erfahrbar. Praktisch ohne Seitenneigung wirft sich der 2,2 Tonnen schwere I-Pace in eine anspruchsvolle Kurvenkombination und beschleunigt trotz bis zu 696 Newtonmeter Drehmoment dank permanentem Allradantrieb mit beeindruckender Traktion wieder heraus. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der Brite laut Herstellerangabe in 4,8 Sekunden, und auch danach lässt der ansatzlose Boost der beiden E-Motoren kaum nach – bei Bedarf rennt das SUV maximal 200 Stundenkilometer. Die mehrstufige Bremsenergierückgewinnung arbeitet auf Wunsch so ergiebig, dass man den Jaguar über das Fahrpedal auch verzögern kann, sodass man etwa im zähfließenden Verkehr das Bremspedal nicht betätigen muss. Bei Bergabfahrten lässt sich durch Rekuperieren die Batterie wirkungsvoll aufladen. Das Fahrwerk mit Doppelquerlenkern vorn und hinten mit Mehrfachlenkerhinterachse sowie konfigurierbarer Luftfederung sorgt nicht nur für ein präzises Handling, sondern beschert dem neuen Jaguar I-Pace (2018) auch gute Komforteigenschaften. Die Grundabstimmung ist straff und die üppige 22-Zoll-Bereifung (Option) reicht Kanten sowie grober Schlaglöcher direkt weiter. Dennoch federt der Jaguar sensibel an und zeigt auf welliger Bahn keine nennenswerten Aufbaubewegungen.

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Neuer Jaguar I-Pace (2018) ist ein echtes Raumwunder

Der gigantische Radstand des neuen Jaguar I-Pace (2018) sorgt für enorme Bewegungsfreiheit. Vor allem der Beinraum im Fond kann sich sehen lassen. Kleinere Einschränkungen müssen vorn aufgrund der breiten Mittelkonsole sowie hinten wegen der niedrigen Dachlinie hingenommen werden. Stark: Das Laderaumvolumen beträgt 656 Liter, ein kleines Fach unter der Fronthaube schluckt weitere 27 Liter, und unter der Mittelarmlehne findet sich ein Fach mit gut zehn Liter Stauraum. Mit dem großen Zentralbildschirm, dem darunter liegenden berührungsempfindlichen Display für Klima- und weitere Fahrzeugeinstellungen sowie den digitalen Tachoinstrumenten präsentiert sich das Interieur aufgeräumt und sehr modern. Die Materialanmutung übertrifft in weiten Teilen die eines F-Pace oder eines XF. Auch bei der Verarbeitung haben die Jaguar-Ingenieure solide Arbeit geleistet. Das Grundmodell kostet 77.850 Euro, die mit Assistenzsystemen und Komfortfeatures üppig ausstaffierte First Edition liegt bei 101.850 Euro. Die aktuelle Lieferzeit für den neuen Jaguar I-Pace (2018) beträgt zehn Monate. Übrigens: Weil Jaguar eine Kooperation mit dem E-Mobilitätsanbieter "Plugsurfing" hat, laden I-Pace-Fahrer europaweit an den rund 60.000 E-Tankstellen die ersten 30 Minuten kostenlos.

 

von Caspar Winkelmann von Caspar Winkelmann
Unser Fazit

Der I-Pace ist ein Hingucker mit gutem Raumangebot sowie starker On- und Offroad-Performance. Ob die 480 Kilometer WLTP-Reichweite realistisch sind, muss ein Praxistest klären. Fakt ist: Jaguar hat Europas ersten Tesla-Fighter im Portfolio.

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