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Neuer Dacia Sandero (2020): Erste Testfahrt Sanderos Preiskampf in dritter Runde

von Jürgen Voigt 10.12.2020

Im Wettbewerb um das günstigste Auto legt die Renault-Tochter nach und bringt den neuen Dacia Sandero (2020) in dritter Generation. Die Außenabmessungen legen nur marginal zu, dafür basiert der Low-Budget-Rumäne nun auf einer aktuellen Renault-Nissan-Konzernplattform. Wie sich das bemerkbar macht, klärt die erste Testfahrt.

8490 Euro, so lautet die Kampfansage des neuen Dacia Sandero (2020), der uns vor seinem Marktstart im Januar 2021 zur ersten Testfahrt zur Verfügung steht. Dabei handelt es sich natürlich um das Basismodell Access, das recht mager, aber immerhin serienmäßig mit Bordcomputer, E-Fensterhebern vorn, Servolenkung, LED-Scheinwerfern und sogar einem Notbremsassistenten ausgerüstet ist. Einziger Schlüssel zum digitalen Infotainment ist hier die Radiovorbereitung und eine integrierte Smartphone-Halterung. Auch unter der Haube sieht es mit 67 PS aus einem turbo- und kraftlosen 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner eher mager aus. Passend zu den wesentlich reichhaltigeren Ausstattungsstufen Essential (ab 8890 Euro) und Comfort (ab 9990 Euro; alle Preise Stand Dezember 2020) empfiehlt sich dann auch eher der ausreichend kräftig durchziehende 1,0-Liter-Turbo-Dreizylinder des TCe 90 mit ebenso vielen PS, mit dem wir die erste Testfahrt bestreiten. Selbst in der Topausstattung Comfort für 11.490 Euro ist man beim neuen Dacia Sandero (2020) immer noch extrem preisbewusst unterwegs und muss sich nicht in Verzicht üben: Klimaanlage, zweifach einstellbare Lenksäule, Multimediasystem inklusive ordentlichem Touchdisplay, 16-Zoll-Räder – alles dabei. Und eine Navifunktion mit Kartenmaterial kommt für relativ schlanke 250 Euro hinzu.

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Erste Testfahrt mit dem neuen Dacia Sandero (2020)

Zwar hat der neue Dacia Sandero (2020) in der dritten Generation nur wenig an Größe zugelegt, dennoch gehört er im Kleinwagensegment zu den geräumigeren Vertretern. Das spüren nicht nur Fahrer und Beifahrer auf ihren zwar dünn, aber hinreichend bequem gepolsterten Sitzen. Dahinter können es auch Erwachsene längere Zeit gut aushalten, wenn sie nicht gerade zu den Basketballmodellathleten zählen. Besonders die üppige Kopffreiheit findet man in dieser Klasse eher selten. Passend dazu liegt das Gepäckvolumen mit 328 bis 1108 Liter schon fast auf Kompaktklassenniveau. Typisch Kleinwagen hingegen ist die hohe Ladekante, die zusammen mit dem niedrigen Ladebodenniveau schon mal für Rückenschmerzen beim Einladen der Getränkekisten sorgt. Ansonsten hat der Sandero, der nun auf der aktuellen Renault-Nissan-Technik-Plattform CMF basiert, an Qualität zugelegt. Der Testwagen fühlt sich recht verwindungssteif an, nichts knirscht, quietscht oder klappert. Auch die Wind- und Abrollgeräusche treten nicht mehr so deutlich zutage wie noch beim Vorgänger. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung fühlt sich bei der ersten Testfahrt nun ein wenig straffer an, und passiert man Querfugen mit hohem Tempo, poltert es ein wenig aus den Radkästen. Dennoch hat sich der neue Dacia Sandero (2020) seine eher Komfort-betonte Auslegung mit langen Federwegen bewahrt. Noch deutlicher unterstreicht dies der etwas höher gelegte, im Stil eines Crossover gestylte Sandero Stepway.

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Neuer Dacia Sandero (2020) spürbar wertiger

Dass der neue Dacia Sandero (2020) unter hohem Kostendruck entstand, kann er auch in der dritten Generation nicht ganz verleugnen. Innen gefällt er – je nach Ausstattung – bei der ersten Testfahrt zwar mit wertigen Bedienelementen, Displays und Instrumenten. Die Qualitätsanmutung der verwendeten Materialien verdient aber bestenfalls das Prädikat "pflegeleicht". Das gilt insbesondere auch für die Sitzbezüge und die filzige Auskleidung des Kofferraums. Immerhin: Sämtliche Blenden und Verkleidungen sind sauber und spielfrei eingepasst. Unterm Strich dürfte es schwerfallen, einen gleichwertigen Konkurrenten zum Sandero zu finden, selbst wann man sämtliche sich bietende Optionen der Preisliste ausschöpft. Für deutlich unter 14.000 Euro bekommt man mit dem neuen Dacia Sandero (2020) ein voll alltagstaugliches Fahrzeug, das sich kaum Blößen gibt. Und mit dem Benzin-/Flüssiggas (LPG)-tauglichen Sandero TCe 100 ECO-G (101 PS, ab 10.490 Euro) hat der Dacia-Händler sogar einen alternativen Antrieb im Programm. Einen Diesel gibt es nicht mehr, aber immerhin die Option auf eine stufenlose Automatik im Sandero TCe 90 CVT (ab 12.690 Euro), der später nachgereicht wird – auch in der bislang sehr beliebten rustikalen Stepway-Variante.

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