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Neuer Audi A8 (2017): Erste Testfahrt Der A8 lebt den Vorsprung durch Technik

von AUTO ZEITUNG 11.11.2019

Den neuen Audi A8 haben wir bereits bei unserer ersten Testfahrt 2017 auf Herz und Nieren geprüft. Nun bittet das Flaggschiff als Plug-in-Hybrid – der neue Audi A8 L 60 TFSI e quattro (2019) – zur ersten Fahrt!

Um den ganzen technischen Errungenschaften im neuen Audi A8 (2017) bei der ersten Testfahrt Rechnung zu tragen, müsste man eigentlich ein Buch schreiben – oder auch zwei bis drei. Stattdessen zunächst ein paar wesentlichen Fakten: Der 5,17 Meter lange Chef-Audi wächst als Langversion A8 L (plus 3500 Euro) auf 5,30 Meter und ist kein reines Alu-Auto mehr, sondern die A8-Struktur besteht weitgehend aus Stahl und Alu, abgesehen von der Domstrebe (Magnesium) und der Rückwand (Karbon). Die Gewichtszunahme liegt allerdings im Wesentlichen an der Aufrüstung der Komfort- und  Assistenzsysteme, zum Teil unter dem Kürzel AI zusammengefasst. So wurde der A8 zum Beispiel bereits technisch für das teilautonome Fahren auf Level konstruiert. Das heißt, sobald es die Gesetze erlauben, wird er über den AI Staupiloten verfügen, der auf der Autobahn im  Kolonnenverkehr bis 60 km/h die Führung des Fahrzeugs – und damit auch die Verantwortung – selbst übernehmen kann. Weitere, zum großen Teil aufpreispflichtige Highlights sind der AI Park- und Garagenpilot, mit dem man den A8 ferngesteuert per Smartphone einparken lassen kann, sowie weitere 40 Fahrerassistenzsysteme. Koordiniert wird das alles über das zFAS (zentrales Fahrerssistenzsteuergerät), in dem sämtliche Daten der umfassenden Rundum-Sensorik einfließen. Der neue Audi A8 (2017) lässt einen also nie allein, weiß immer, wo er ist und was um ihn herum passiert. Und man kann mit ihm sogar sprechen, denn die Sprachbedienung versteht selbst ganze Sätze und sucht gegebenenfalls im Netz nach Antworten. Zudem steht der A8 für ein komplett neues Bedienkonzept, das hauptsächlich auf zwei Touchscreens in der Mittelkonsole sowie auf dem Multifunktionslenkrad basiert. Das MMI touch response-System gibt bei der Berührung desTouchscreens neben einer akustischen auch eine haptische Rückmeldung. Das reduziert in der Praxis die Fehlbedienungsrate. Die Fülle an Infotainment-, Navigations- und  Kommunikationsmöglichkeiten lassen sich zwar nur schwer in ihrer Gesamtheit erfassen, doch zumindest die wichtigsten Funktionen erlernt man im A8 schnell und intuitiv.

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Neuer Audi A8 (2017) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen Audi A8 (2017)

Aber der neue Audi A8 (2017) definiert sich nicht nur als fahrender Supercomputer. Einmal mehr schätzen wir auch an diesem Audi die makellose Verarbeitung hochwertiger Materialien, wobei die Funktionalität immer im Vordergrund steht – etwa beim LED-Matrix-Licht, das eine fein aufgelöste, adaptive und dank Lasertechnik extrem reichende Ausleuchtung mit einem prägnanten Erscheinungsbild verbindet. An den Start geht der neue Audi A8 ab November zunächst mit zwei 3,0-Liter-V6-Motoren, kombiniert mit einer Achtstufen-Automatik, dem quattro-Allradantrieb und einem 48-Volt-Riemen-Starter-Generator, der den A8 komfortabel auf Touren bringt, bei der  Bremsenergierückgewinnung hilft und den Audi somit zum Hybridauto macht. Rein elektrisch kann der A8 zwar nicht fahren, z.B. aber bis 160 km/h antriebslos bei abgeschalte tem Motor den Berg "hinabsegeln". Einstiegsmodell ist – man beachte die neue, aussagefreie Nomenklatur – der Diesel A8 50 TDI für 90.600 Euro, den wir dem V6-Benziner im A8 55 TFSI (340 PS, ab 93.500 Euro) vorziehen. Der TDI bringt es auf 286 PS, geht mit maximal 600 Newtonmeter kraftvoll zu Werk und dürfte in der Praxis klar unter zehn Liter Diesel pro 100 Kilometer benötigen. Das gelingt mit dem kaum  kultivierter laufenden TFSI nur schwer, vor allem, wenn man dem herrlich agilen A8 freien Lauf lässt. Großen Anteil an der gefühlten Leichtig keit hat die optionale Allradlenkung, die den Audi unerwartet wendig macht, ohne dass die Lenkung dabei zu synthetisch wirkt. Parallel sorgt das Serien-Luftfederfahrwerk mit adaptiven Dämpfern für einen erlesenen Fahrkomfort. Seit 2018 wird dies noch getoppt vom optionalen AI Aktivfahrwerk, das Unebenheiten erkennt und den neuen Audi A8 (2017) per elektro-mechanischer Regelung an jedem Rad scheinbar über Hindernisse hinwegschweben lässt.

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Audi A8 L 60 TFSI e quattro (2019)
Der A8 L 60 TFSI e quattro soll im Schnitt nur 2,5 Liter verbrauchen. Foto: Audi
 

Erste Testfahrt mit dem neuen Audi A8 L 60 TFSI e quattro (2019)

Im neuen Audi A8 L 60 TFSI e quattro (2019) soll das Zusammenspiel aus potentem Turbo-Sechszylinder plus permanent erregter E-Synchronmaschine für mindestens standesgemäße Fahrleistungen bei extrem niedrigen Verbräuchen sorgen. Und zwar ohne dass die Fahrgäste auch nur auf einen Hauch an Verwöhnaroma verzichten müssen. Schließlich bietet der Plug-in-Hybrid-Luxusliner, den es zum Start zunächst nur in der Langversion gibt, auf 5,30 Metern neben jeder Menge Platz auch viele Komfortmerkmale wie sehr bequeme Sitze vorn und im Fond, weiche Lederbezüge oder zahlreiche autonome Fahrfunktionen, die das Reisen sicherer sowie entspannter machen. Ebenfalls dem langen Reisen zuträglich sind die überaus  wirkungsvolle Geräuschisolierung sowie die schluckfreudige Federung, die selbst übelste Unebenheiten souverän von den Passagieren fernhält. Apropos souverän: Diese Eigenschaft trifft bei unserer ersten Testfahrt auch vollumfänglich auf die Antriebseinheit zu. Der samtweich laufende Turbo-V6 gibt seine Kraft gleichmäßig über die beinahe unmerklich, teilweise jedoch zögerlich agierende Achtstufen-Automatik an alle vier Räder weiter. Das im Verbund mit der Elektro-Maschine zur Verfügung stehende Systemdrehmoment von satten 700 Newtonmetern sorgt derweil in jeder Situation für eine äußerst druckvolle Beschleunigung – auch noch weit über die Autobahn-Richtgeschwindigkeit hinaus. Dabei soll der neue Audi A8 L 60 TFSI e quattro (2019) lediglich 2,5 Liter Super zuzüglich 20,9 kWh an Strom verbrauchen – nach EU-Norm, wohlgemerkt. Freilich kann der Ingolstädter auch rein elektrisch fahren, sogar bis zu 135 km/h schnell. Bei gezügelter Gangart sind 46 km Elektroreichweite (WLTP-Norm) möglich. Dass der hochkomplexe Luxusliner indes nicht zum Discount-Tarif in den Audi-Showroomssteht, liegt auf der Hand. Mindestens 109.600 Euro werden für den umfangreich ausgestatteten Plugin-Hybrid-A8 fällig.

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Unser Fazit

Der neue Audi A8 (2017) aus Ingolstadt steckt voll innovativer Technik, die das Flaggschiff aus Ingolstadt sicherer, komfortabler und autonomer macht. An das neue Bediensystem wird man sich schnell gewöhnen, wie die erste Testfahrt zeigt. Der 3,0-Liter-V6 TDI überzeugt mit Kraft, Laufkultur und Effizienz. Auch der neue Audi A8 L 60 TFSI e quattro (2019) vereint souveräne Kraft mit äußerst hoch entwickeltem Komfort. Ob der vom Werk in Aussicht gestellte Knauser-Verbrauch in der Praxis Bestand hat, wird ein späterer Test klären.

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