Neuer Audi A8 (2017): Erste Testfahrt A8 lebt den Vorsprung durch Technik

von Thomas Geiger 17.11.2017
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Audi A8 (2017)
  2. Neuer A8 (2017) bald auch mit W12-Motor
  3. Audi A8 (2017) bis Tempo 60 vollautonom

Mit dem neuen Audi A8 (2017) bitten die Ingolstädter zum Showdown im Smoking. Nachdem die feine VW-Tochter viel zulange tatenlos hat zusehen müssen, wie die Mercedes S-Klasse sich zum Dominator der Luxusklasse aufschwingt und der BMW 7er in seiner Rolle als Athlet im Anzug glänzt, holen die Herren der Ringe jetzt zum Gegenschlag aus.

Mit dem neuen Audi A8 (2017) wollen die Ingolstädter beweisen, dass der sprichwörtliche Vorsprung durch Technik nicht zu einer leeren Marketinghülse verkommen ist. Zu Preisen ab 90.600 Euro rühmt sich die dritte Generation des Flaggschiffs mit einer stattlichen Länge von 5,17 Metern nicht nur als leuchtendes Symbol für die erneuerte Designsprache. Schließlich hat Stilführer Marc Lichte dem Luxusliner ein noch präsenteres Gesicht, eine sportlichere, fast coupéhafte Silhouette samt weiter ausgestellter Kotflügel und ein Heck mit gleißenden Lichtspielen verpasst. Der neue Audi A8 (2017) feiert sich mit seinem hohen Level an künstlicher Intelligenz auch als schlaueste Luxuslimousine der Welt. Der neue Führungsanspruch äußert sich auch in einer selbstbewussten Preisposition: Zumindest auf dem Papier sind sowohl der 7er als auch die S-Klasse zum Teil deutlich billiger als das Topmodell aus Ingolstadt. Während der neue A8 (2017), den es für 3500 Euro Aufpreis auch als A8L mit 13 zusätzlichen Zentimetern gibt, mit all seinen Assistenten sowie einem Heer neuer Wellness-Funktionen ganz klar auf die S-Klasse zielt, will er zugleich auch dem Münchener seine Rolle als Gralshüter der Fahrfreude streitig machen. Dafür setzen die Ingolstädter genau wie die Münchener zum ersten Mal auf eine Hinterachslenkung, die den Wendekreis spürbar verringert. In der Stadt kann man damit deutlich besser rangieren und auf der Landstraße schrumpft der neue Audi A8 (2017) gefühlt um eine Klasse.

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Neuer Audi A8 (2017) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen Audi A8 (2017)

Als weitere Finesse in Sachen Fahrdynamik installiert Audi ein neues Adaptiv-Fahrwerk, das dank 48-Volt-Bordnetz elektrische Stellmotoren nutzen kann. Die reagieren so schnell, dass die Limousine nicht nur mit Weitblick sämtliche Fahrbahnunebenheiten ausbügeln, sondern auch nahezu alle Nick- und Wankbewegungen ausgleichen kann. Nicht nur der Komfort wird deutlich gesteigert, bei engagierter Fahrweise verspricht Audi auch mehr Beherrschung denn je. Außerdem erlaubt das System eine ähnliche Höhenanpassung wie eine Luftfederung – nur deutlich schneller. Deshalb wird der neue Audi A8 (2017) nicht nur zum bequemeren Einstieg um fünf Zentimeter angehoben, er bockt sich auch bei einem drohenden Seitencrash auf und bietet dem Gegner deshalb mehr Widerstand. Mit dem Aktiv-Fahrwerk und der Hinterachslenkung kompensieren die Entwickler zugleich ein wenig von dem Übergewicht, das der neue A8 (2017) mit sich herumträgt: Da das Auto deutlich besser ausgestattet ist als bisher und sich obendrein von der reinen Lehre des Aluminium-Leichtbaus verabschiedet, hat der Luxusliner ein paar Zentner zugelegt und wiegt jetzt in der Basisversion stolze 1995 Kilogramm. In Fahrt bringen das neue Flaggschiff dabei erst einmal zwei Dreiliter-V6, die alle vier Räder antreiben und an eine Achtgang-Automatik gekoppelt sind: ein Diesel mit 286 PS und 600 Newtonmeter, der im besten Fall 5,6 Liter verbraucht, oder ein TFSI, für den Audi 340 PS, 500 Newtonmeter und einen Normwert von 7,5 Litern nennt. Der Motor, der zwar für eine Limousine dieses Formats vielleicht nicht genügend Status, auf jeden Fall aber ausreichend Souveränität hat, beschleunigt in 5,6 Sekunden auf Tempo 100, erreicht mühelos die standesgemäßen 250 km/h und fühlt sich auch bei engagierter Gangart nie sonderlich angestrengt an.

 

Neuer A8 (2017) bald auch mit W12-Motor

Doch natürlich sind sechs Zylinder in einer Luxuslimousine nur die halbe Miete, weshalb es im neuen Audi A8 (2017) schon bald auch wieder einen W12 mit 585 PS geben. Die Lücke dazwischen füllen zwei Achtzylinder mit vier Litern Hubraum und 435 PS für den TDI oder 460 PS für den TFSI. Als Brückenschlag ins Elektrozeitalter rollt der A8 e-tron mit 449 PS Systemleistung, einer elektrischen Reichweite von etwa 50 Kilometern und einem Normverbrauch von vermutlich weniger als zwei Litern vor. Damit man öfter den Akku auflädt, statt nur den Tank zu füllen, gibt es für A8 (2017) zum erste Mal eine Induktionsladung. Aber man muss gar nicht auf den Plug-In-Hybriden warten, um sich wie unter Strom zu fühlen: Auch alle konventionellen Verbrenner sind elektrifiziert und fahren als Mild-Hybrid mit einem neuen Riemenstarter. Ebenfalls vom 48 Volt-Netz versorgt, kann dieser kleine E-Motor den Wagen zwar nicht alleine bewegen, aber den Benziner viel kräftiger und komfortabler anschleppen. So wird er in Kombination mit Navigation und Frontkamera zu einer Art Start-Stopp-Automatik deluxe. Der Motor schaltet viel früher ab, wodurch der neue Audi A8 (2017) länger und effektiver segeln kann. Und wenn der Benziner wieder angeworfen wird, ist kein Schütteln oder Knurren mehr zu spüren. Da die Rekuperationsleistung steigt, ist das System auch beim Tanken zu merken – im Alltag verbraucht der Mild-Hybrid im Schnitt 0,7 Liter auf 100 Kilometer, verspricht Audi.

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Audi A8 (2017) bis Tempo 60 vollautonom

Zwar fühlt sich der neue Audi A8 (2017) agil und ambitioniert, bisweilen sogar aggressiv an, doch selten hat man in einem Auto von Audi weniger Lust gehabt, all dieses Potenzial auszureizen. Vorne links lockt schließlich eine revolutionäre Bedienlandschaft fast ohne Schalter und Knöpfe, die mit ihren Touchscreens, Sensorfeldern und dem Digitalcockpit mit 4K-Auflösung viel zu faszinierend ist, als dass man sich noch auf die Fahrbahn konzentrieren möchte. Zusätzlich gibt es auch eine ganze Reihe neuer Assistenten, die Audi unter der Rubrik "AI" führt und als nächsten großen Schritt zum autonomen Fahren feiert. Schließlich kann der neue Audi A8 (2017) neben den fahrerlosen Spielchen auf dem Parkplatz und in der Garageneinfahrt auch als erstes Auto bis Tempo 60 auf der Autobahn alleine durch den Stau fahren – zumindest sobald der Gesetzgeber dafür grünes Licht gibt. Natürlich gibt es auch noch die Luxuslounge in der zweiten Reihe, die alle Gedanken an die schnöde Führungsaufgabe hinter dem Lenkrad vergessen macht. Nicht umsonst kann man schon in der Standardversion bei drei Metern Radstand die Beine übereinander schlagen – selbst wenn es auf der Dreierbank noch vergleichsweise nüchtern zugeht und die Holzapplikationen, das Ambientelicht und das kleine Tablet zur Bedienung von Klima, Licht und Infotainment die einzigen Extravaganzen sind. Wer den um 13 Zentimeter gestreckten A8L bestellt und noch das Kreuzchen bei den Einzelsitzen macht, der kann unter anderem über die erste automobile Fußmassage samt Sohlenheizung freuen. Das gehört für die Bayern genau wie die Matrix-Leseleuchten mit ferngesteuertem Lichtkegel zur Kategorie "Vorsprung durch Technik". Mit dem neuen Audi A8 (2017) entdecken die Ingolstädter alte Tugenden wieder, beeindrucken durch Innovationskraft garniert mit dem ungebrochenen Hang zur Perfektion, doch brechen zugleich auch neue Zeiten an. Nicht nur, weil Marc Lichte eine frische Variation der immer gleichen Formensprache gefunden hat, sondern vor allem, weil Audi den Blick wieder nach vorne richtet. Nicht umsonst ist der neue A8 (2017) der erste Audi, der einer komplett neuen Nomenklatur folgt.

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