Mobile Ladestation & Laderoboter von VW VW-Laderoboter als Prototyp

von Christina Finke 28.12.2020

Um das Problem mangelnder Ladestationen auf öffentlichen Parkplätzen anzugehen, hat VW einen Laderoboter entwickelt, der autonom zum E-Auto fährt. Außerdem soll der Ausbau der Lade-Infrastruktur für E-Autos mit mobilen Ladestationen beschleunigt werden.

VW hat Ende Dezember 2019 eine Studie zu mobilen Ladestationen vorgestellt, die als Laderoboter künftig in Parkhäusern oder Tiefgaragen autonom zu abgestellten E-Autos ausschwärmen sollen, um sie in kurzer Zeit aufzuladen. Nun hat die Technik erfolgreich den Prototypen-Status erreicht. Die rollenden Geräte werden über eine App oder Assistenzsysteme der Elektroautos aktiviert. Dann zieht jeder Laderoboter einen "Akkuwaggon" mit einem Energiegehalt von bis zu 25 Kilowattstunden als Anhänger zum Auto, öffnet die Ladeklappe und schließt den Stecker an. Während des Ladens kann er sich dann entkoppeln und zwischenzeitlich auch andere Fahrzeuge versorgen. Anschließend trennt er den fahrbaren Speicher. Kameras und Sensoren sollen derweil dafür sorgen, dass die Gefährten nicht mit Autos, anderen Robotern oder den Speicherwagen zusammenstoßen. Noch ist die Technik zwar nicht marktreif, aber Entwicklungschef Mark Möller spricht von einer "Studie, die durchaus schnell Realität werden kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen". Die autonomen Laderoboter könnten nach Einschätzung der Wolfsburger die schwierige Umstellung auf E-Mobilität in Deutschland zumindest auf Parkplätzen erleichtern. "Nicht nur der bauliche Aufwand für den Aufbau einer Lade-Infrastruktur, auch die Kosten können deutlich reduziert werden", meinte Möller zur weiterentwickelten Idee einer mobilen Ladestation. Mehr zum Thema: E-Ladesäulen im ADAC-Test

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Studie zu autonomen Laderobotern von VW

Außerdem hat VW bereits Anfang 2019 mobile Schnell-Ladestationen vorgestellt, mit denen der Konzern ab Anfang 2021 den schleppenden Ausbau der Lade-Infrastruktur für E-Autos vorantreiben will. Die Säulen der Wolfsburger können unabhängig vom Stromnetz dort aufgestellt werden, wo gerade Bedarf ist und funktionieren nach dem Prinzip einer Powerbank, wie sie viele für das Smartphone kennen. Die flexiblen Standorte lassen sich via Internet oder App auffinden und neben E-Autos können etwa auch E-Bikes geladen werden. Dank Schnellladetechnologie mit bis zu 100 kW soll ein Ladevorgang laut VW im Schnitt nur rund 17 Minuten dauern. Gleichzeitig sollen bis zu vier Fahrzeuge an einer Säule Platz finden – zwei können über DC-, zwei über AC-Anschlüsse geladen werden. Insgesamt können so mit dem bis zu 360 kWh fassenden Batteriespeicher 15 Elektro-Fahrzeuge mit Strom versorgt werden. Fällt der Energieinhalt unter 20 Prozent, wird die entleerte Säule einfach gegen eine geladene getauscht. Die mobilen Schnell-Ladestationen von VW können aber auch fest an das Stromnetz bis 30 kW via Wechselstrom angebunden werden. Dann lädt sich das Batteriepack dauerhaft eigenständig nach und es ist laut VW sogar möglich, Solar- oder Windenergie zwischenzuspeichern.

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VW zeigt mobile Schnell-Ladestationen

Die ersten mobilen Schnell-Ladestationen hatte VW für ein Pilotprojekt in Wolfsburg 2019 aufgestellt. 2020 wurden die Säulen, die ältere Batterien aus E-Autos weiterverwenden sollen, in anderen Städten eingesetzt. Thomas Schmall, Vorstandschef der VW-Konzern-Komponente, die seit Januar 2019 eine eigene Einheit im VW-Konzern bildet, spricht von einem "entscheidenden Schritt zu einem leistungsfähigen Netz von Ladepunkten". Die Flexibilität der mobilen Schnell-Ladestationen ermögliche einen komplett neuen Ansatz für den schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur: "So können zum Beispiel Städte lernen, wo die geeignetsten Plätze für einen festen Ladepunkt sind, bevor große Investitionen für den Netzausbau getätigt werden." Der unzureichende Ausbau der Ladeinfrastruktur gilt als ein Haupthindernis beim Ausbau der Elektromobilität – neben dem hohen Preis der Autos und der bislang noch überschaubaren Reichweite. Mehr zum Thema: Alle Informationen zu Ionity

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