Hyundai Nexo: Test

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Hyundai Nexo
Hyundai Nexo Foto: Frank Ratering

Mit dem Nexo hat Hyundai längst ein alltagstaugliches Wasserstoffauto im Angebot. >> Mehr zum Thema Test

Hyundai Nexo
Hyundai Nexo Foto: Frank Ratering

Auf langen Reisen gefällt der Nexo mit Ruhe, Gelassenheit und Komfort.

Hyundai Nexo
Hyundai Nexo Foto: Frank Ratering

Das Cockpit ist tastenreich. Materialien, Verarbeitung und Sitzposition zeigen sich tadellos.

Hyundai Nexo
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Vorn wie hinten genießt man im Nexo ein großzügiges Platzangebot.

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Einfach volltanken: Der Hochdruck-Vorgang dauert keine fünf Minuten.

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Seine E-Maschine an der Vorderachse bringt es auf 163 PS und 395 Newtonmeter.

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Auf dem 12,3-Zoll-Touchscreen können neben Navi- und Entertainment-Infos auch komplexe Fahrdaten angezeigt werden.

Hyundai Nexo
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Die Reichweitengrafik (links) beeindruckt – zumal die Tanks hier nur drei Viertel voll sind. 500 Autobahn-Kilometer sind kein Problem. 

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Hyundai Nexo Foto: Frank Ratering

Umweltbeitrag als Nebeneffekt Durch den hohen Sauerstoffbedarf der Brennstoffzelle wird sehr viel Umgebungsluft angesaugt, verdichtet und extrem fein gefiltert. Aus dem Auspuff entweicht bei der Fahrt nur reiner Trinkwasser-Dampf. CO2-Emissionen? Keine!

Hyundai Nexo
Hyundai Nexo Foto: Frank Ratering

Die drei Hochdrucktanks speichern insgesamt bis zu 6,33 Kilogramm gasförmigen Wasserstoff, der mit 700 bar verdichtet ist. Sowohl Drücke als auch Temperaturen werden an mehreren Stellen überwacht und können auch über das Bordmenü angezeigt werden.

Mit dem Nexo hat Hyundai längst ein alltagstaugliches Wasserstoffauto im Angebot. Und das begeistert nicht nur als großes Reise-SUV, sondern auch als Hightech-Spielzeug. Wir haben den Hyundai Nexo im Test!

PositivEmissionsfreier Antrieb, viel Platz, Komfort, fünf Jahre Garantie
NegativHoher Preis, Tankstellennetz noch etwas dünn

Bevor wir mit dem Test des Hyundai Nexo starten, ein kleiner Exkurs: Können Sie sich noch an das Periodensystem aus dem Chemieunterricht erinnern? Alle Elemente auf einen Blick – Symbole, Dichten, Atommassen. Keine Angst, wir gehen hier jetzt nicht in die Tiefe. Wir bleiben nur beim ersten chemischen Element ganz oben links: Wasserstoff. Geringste Masse, geringste Dichte. Nur ein Proton und ein Elektron. "H" (lat.: Hydrogenium) ist das häufigste Element im All. Es ist in jedem lebenden Organismus zu finden – sozusagen das Brot-und-Butter-Atom. Was das mit dem Nexo zu tun hat? Nun ja – zum einen soll es den Vorbehalt aus der Welt räumen, dass Wasserstoff gefährlich sei. Denn spätestens beim ersten Tankvorgang an einer der derzeit 84 Tankstellen in Deutschland wird man nämlich garantiert von Passanten gefragt, ob man denn keine Angst habe, mit mehr als sechs Kilogramm Wasserstoff bei 700 bar durch die Gegend zu fahren. Nein, hat man nicht! Selbst bei einer sehr unwahrscheinlichen Leckage würde sich das molekulare Gas (H2) unter freiem Himmel so schnell verflüchtigen, dass gar kein zündfähiges Luftgemisch entstünde. 50 Liter Benzin oder Diesel im Tank sind viel gefährlicher. Und da fragt komischerweise niemand. Doch viel interessanter ist die Ähnlichkeit von Brennstoffzellenauto und Element. Beide sind im Alltag nämlich so simpel wie unscheinbar. Gut, die durchgehende LED-Leiste als Tagfahrlicht und die sich sanft versenkenden Türgriffe fallen auf. Doch ansonsten rollt der Nexo so unauffällig daher wie die meisten anderen SUV. Dagegen wirkt der Hauptkonkurrent Toyota Mirai mit seinen Ufo-Proportionen wie ein extrovertierter Rockstar. Selbst innen ist beim Nexo alles vertraut: Lenkrad, Startknopf, zwei Pedale. Nur die breite Mittelkonsole mit den Wähltasten für das Fahrprogramm ist etwas gewöhnungsbedürftig. Dennoch wird jeder, der schon einmal ein Automatik-Auto gesteuert hat, prompt losfahren können. Das Platzangebot ist riesig. Tadellos zeigen sich auch Materialien, Verarbeitung und Sitzposition. Sogar der Federungskomfort macht ohne adaptive Dämpfer eine gute Figur. Doch das Beste am Hyundai Nexo ist sein lautloser Antrieb.

Der Hyundai Nexo (2018) im Crashtest (Video):

Video Platzhalter
Video: Euro NCAP

Hyundai Nexo im Test

Wie jedes andere elektrisch angetriebene Auto auch kommt der Hyundai Nexo ohne Motorgeräusche und ruckelnde Schaltvorgänge aus. Seine E-Maschine an der Vorderachse bringt es auf 163 PS und 395 Newtonmeter. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der 4,67 Meter lange Koreaner im Test damit in knapp neun Sekunden. Und weil auf der Autobahn mehr als 170 km/h drin sind, qualifiziert sich der Nexo sogar als perfekter Reisewagen. Viel leichter als ein batterieelektrisches Auto ist er jedoch nicht. Schließlich wiegt die Tankanlage mit den drei Hochdruck-Sicherheitstanks unter dem Kofferraum allein 125 Kilogramm. Der kräftig zupackende Antrieb kaschiert die 1848 Kilogramm Leergewicht aber wirkungsvoll. Außerdem kann es bisher kein mobiler Lithium-Ionen-Akku mit der Kapazität von gut sechs Kilogramm Wasserstoff aufnehmen. Rechnerisch stecken nämlich 33,3 Kilowattstunden in jedem Kilo des komprimierten Gases. Und das wird innerhalb weniger Minuten an einer Wasserstofftankstelle für 9,50 Euro je Kilogramm nachgefüllt. Auch wenn der Nexo im Unterboden noch eine Pufferbatterie (1,56 kWh) für Leistungsspitzen und Rekuperationsenergie versteckt – aufladen kann und muss man ihn nicht. Nicht einmal das Kofferraumvolumen oder die Variabilität werden von der Technik eingeschränkt. Das Heck nimmt es mit 461 bis 1466 Liter Gepäck auf. Die gesamte Brennstoffzellentechnik versteckt sich dagegen unter der vorderen Haube. Zusammen mit der E-Maschine ist sie etwa so groß ist wie ein konventioneller Verbrennungsmotor samt Automatik-Getriebe. Doch statt einer dynamischen Verbrennung findet in der Brennstoffzelle eine chemische Reaktion von  Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) statt. Dabei entstehen Wasser (H2O) und elektrischer Strom. Liefe die Zelle auf voller Last, könnte sie dauerhaft eine Leistung von 95 kW erzeugen. Stattdessen wird sie aber je nach Lastanforderung von einer aufwendigen Elektronik reguliert. Das passiert für den Fahrer völlig unbemerkt und schränkt das schnelle Ansprechverhalten des Motors an keiner Stelle ein. Nur der Verbrauch des Wasserstoffs hängt – wie auch beim Verbrennungsmotor – stark von der Stellung des rechten Pedals ab. Auf der Testrunde der AUTO ZEITUNG verlangt der Hyundai Nexo nach gut einem Kilogramm H2 pro 100 Kilometer. Mit einer kompletten Füllung käme man im Alltag also 600 Kilometer weit. Spätestens jetzt mausert sich der unauffällige Koreaner zum alltagstauglichsten Elektroauto überhaupt.

Connectivity-Check beim Hyundai Nexo

Der Hyundai Nexo ist von Haus aus selbst auf Infotainment-Seite komplett ausgestattet. DAB-Radio, Bluetooth und Apple CarPlay/Android Auto gehören genauso zum Standard wie Live-Navigation oder Sprachsteuerung. Einzige Option ist das Premium-Paket (3500 Euro), das neben dem Glasschiebedach auch ein Krell-Soundsystem und den Around-View-Monitor enthält.

Messwerte & technische Daten des Hyundai Nexo

AUTO ZEITUNG 18/2020Hyundai Nexo
Technik
E-MotorPermanenterregter Elektro-Synchronmotor
Systemleistung120 kW / 163 PS
Systemdrehmoment395 Nm
Brennstoffzelle/Batterie95 kW Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle
Batterie1,56 kWh Lithium-Polymer-Batterie
Tank6,33 kg H2 bei 700 bar
AntriebVorderrad
Messwerte
Leergewicht (Test)1848 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)8,9 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)179 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
37,7 / 36,4 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)1,05 / 0,95 kg H2
CO2-Ausstoß (Werk)0 g/km
Reichweite (Test)600 km
Preis
Grundpreis77.008 Euro (inkl. 16 % MwSt.)

Fazit

Während andere Hersteller noch an Visionen oder Kleinserien feilen, haben die Südkoreaner mit dem Hyundai Nexo längst ein komplett alltagstaugliches Wasserstoffauto mit fünf Jahren Garantie im Angebot, das in unserem Test eine gute Figur macht. Einen konventionellen Antrieb wünscht man sich hier jedenfalls nicht mehr zurück. Und die SUV-Form bietet sehr gute Platz- sowie Komfortverhältnisse. Das Ausstattungsniveau ist sehr hoch – der Preis allerdings auch.