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GefĂ€hrdung im Straßenverkehr: Strafen & Verhalten

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GefĂ€hrdung im Straßenverkehr Rechts ĂŒberholen und zu dichtes Auffahren mit der Lichthupe – derartige Aktionen auf Autobahn und Landstraße können zu GefĂ€hrdung im Straßenverkehr fĂŒhren. Foto: Imago

GefĂ€hrdung im Straßenverkehr: Rund 46,5 Millionen Pkw fahren auf Deutschlands Straßen. Unter den Fahrern gibt es auch zehntausende Verkehrsrowdies. Welche Strafen drohen und wie sollte man sich als Betroffener verhalten. Tipps!

Rechts ĂŒberholen und zu dichtes Auffahren mit der Lichthupe – derartige Aktionen auf Autobahn und Landstraße können zu GefĂ€hrdung im Straßenverkehr fĂŒhren. GrundsĂ€tzlich ist von einer GefĂ€hrdung im Verkehrsrecht laut StGB zu sprechen, wenn man mit hoher Sicherheit vorhersagen kann, dass das Verhalten eines Verkehrsteilnehmers zu einem Schaden an Person oder Eigentum fĂŒhren kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob es tatsĂ€chlich durch verkehrswidriges Verhalten zu einem Unfall kommt. GefĂ€hrdung im Straßenverkehr liegt demnach vor, wenn ausschließlich durch das Verhalten oder Eingreifen eines Dritten ein Unfall verhindert werden konnte. Doch wird reine GefĂ€hrdung im Straßenverkehr ĂŒberhaupt geahndet und mit welchen Strafen mĂŒssen DrĂ€ngler & Co. rechnen? Und: Das sollte man tun!

VerkehrsirrtĂŒmer – Teil 1 im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

Strafen: Wie wird GefÀhrdung im Strassenverkehr geahndet?

GefĂ€hrdungsdelikte werden in Deutschland entweder mit einem Bußgeld, dem FĂŒhrerscheinentzug oder einer Freiheitsstrafe geahndet. Die hĂ€ufigere Sanktion ist der Entzug des FĂŒhrerscheins, unabhĂ€ngig davon, ob man zum ersten oder wiederholten Mal eine Tat begangen hat. Bei einer Geld- oder Freiheitsstrafe hingegen wird sehr genau darauf geachtet, ob die Tat zum wiederholten Male erfolgte. Ein Freiheitsentzug wird vor allem bei solchen GefĂ€hrdungsdelikten ausgesprochen, wenn aus einem provozierten Unfall Opfer resultieren und dies vorsĂ€tzlich in Kauf genommen wurde.

GefĂ€hrdung: RechtsĂŒberholen erlaubt?

Das RechtsĂŒberholen im Straßenverkehr ist verboten und kann zu einer GefĂ€hrdung fĂŒhren. Die Ausnahme sind geschlossene Ortschaften, in denen Autos mit bis zu 3,5 Tonnen zulĂ€ssigem Gesamtgewicht bei einer Fahrbahn mit mehreren Fahrstreifen fĂŒr eine Fahrrichtung auf der rechten Spur schneller fahren dĂŒrfen als links und somit auch ĂŒberholen dĂŒrfen. Ein weiterer Sonderfall ist Stau und zĂ€hlflĂŒssiger Verkehr auf der Autobahn: Das RechtsĂŒberholen ist nur dann zulĂ€ssig, wenn die linke Spur höchstens Tempo 60 fĂ€hrt und die ĂŒberholenden Fahrzeuge nicht mehr als 20 Stundenkilometer schneller fahren. Ansonsten gilt in Deutschland fĂŒr alle Verkehrsteilnehmer außerhalb geschlossener Ortschaften das Rechtsfahrgebot, außer ein Schild besagt etwas anderes. Wer grundlos permanent auf der linken Spur fĂ€hrt und somit den folgenden Verkehr maßgeblich behindert, begeht einen Verstoß gegen das Rechtsfahrverbot, das mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro und einem Punkt geahndet werden kann. Das RechtsĂŒberholen ist grundsĂ€tzlich in Deutschland verboten, weil es zu einer GefĂ€hrdung im Straßenverkehr fĂŒhren kann. Nicht umsonst heißt die linke Spur umgangssprachlich "Überholspur", denn dort fĂ€hrt man fĂŒr gewöhnlich schneller als rechts, um zu ĂŒberholen.

GefĂ€hrliches Überholen: Ab wann GefĂ€hrdung?

GefĂ€hrliches Überholen ist grundsĂ€tzlich verboten. Wer beispielsweise auf der Landstraße in einer unĂŒbersichtlichen Kurve mit Gegenverkehr ĂŒberholt, riskiert eine GefĂ€hrdung im Straßenverkehr. Das gefĂ€hrliche Überholen gilt dabei als TodsĂŒnde. Der Verstoß gegen die StVO gilt bereits als Ordnungswidrigkeit, auch wenn weder Person noch Eigentum zu Schaden gekommen ist. Kommt es allerding durch ein gefĂ€hrliches Überholmanöver zum Unfall, kommt nach der GefĂ€hrdung des Straßenverkehrs auch eine Strafe des StGB hinzu. Die Strafe kann einen Freiheitsentzug von bis zu fĂŒnf Jahren oder eine Geldstrafe umfassen.

Überholen auf dem Standstreifen: GefĂ€hrdung

Das Überholen auf dem Standstreifen stellt nicht nur eine GefĂ€hrdung, sondern auch ein Verkehrsdelikt dar. Der Standstreifen ist fĂŒr liegengebliebene oder verunfallte Fahrzeuge vorgesehen, um den nachfolgenden Verkehr nicht zu behindern. Wer auf dem Standstreifen fĂ€hrt, muss folglich mit Konsequenzen rechnen: Das Überholen auf dem Standstreifen ohne GefĂ€hrdung und ohne Unfallverursachung kostet 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Mit GefĂ€hrdung des Straßenverkehrs muss man 90 Euro Strafe zahlen, kommt es zu einem Unfall, kann es richtig böse enden: Drei Punkte, variables Bußgeld sowie Fahrverbot und je nach Einzelfall der Entzug der Fahrerlaubnis mit bis zu fĂŒnf Jahren Freiheitsentzug.

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GefÀhrdung im Verkehr: Dichtes Auffahren mit Lichthupe

Dichtes Auffahren mit Lichthupe ist als Nötigung einzuordnen und kann zu einer GefĂ€hrdung im Straßenverkehr fĂŒhren. Wer jemanden im Straßenverkehr zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung droht, riskiert nicht nur die Entziehung der Fahrerlaubnis, drei Punkte und ein Fahrverbot (ein bis drei Monate), je nach Vorfall muss der DrĂ€ngler auch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. 

Welche Strafen drohen bei GefÀhrdung im Verkehr?

Welche Strafen bei gefĂ€hrdung im Straßenverkehr drohen, hĂ€ngt immer von der jeweiligen Tat ab. GrundsĂ€tzlich gilt aber, dass die in der Bußgeldtabelle verankerte RegelsĂ€tze immer zuzĂŒglich 15 Euro zu rechnen sind, wenn GefĂ€hrdung im Spiel gewesen ist. BetrĂ€ge das Bußgeld fĂŒr die Ordnungswidrigkeit beispielsweise 60 Euro, muss man bei GefĂ€hrdung 75 Euro zahlen. Bei höheren Bußgeldern erhöht sich der Regelsatz der Bußgeldtabelle um 25 Euro. Sollte außerdem noch SachbeschĂ€digung hinzukommen, erhöht sich der Regelsatz erneut um entweder 15 Euro bei kleineren BetrĂ€gen oder 25 Euro bei höheren.

Tipps bei GefÀhrdung: So bei DrÀnglern & Co. verhalten!

Doch wie soll man sich verhalten, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer einen drĂ€ngelt, rechts ĂŒberholt oder anderweitig womöglich gefĂ€hrdet?Svenja Mischel vom NiedersĂ€chsischen Ministerium fĂŒr Inneres und Sport sĂ€t vor allem dazu, so schnell wie möglich den Polizei-Notruf 110 zu wĂ€hlen. Diejenigen, die weder Freisprecheinrichtung noch Beifahrer im Auto haben, sollten bei der nĂ€chsten Gelegenheit anhalten, um sich dann per Telefon an die Polizei zu wenden. Die Polizei stelle dann die wichtigsten Fragen und gebe weitere Anweisungen, so Mischel weiter. Sollte allerdings ein Beifahrer dabei sein, so gibt es noch weitere Tipps, um die Gefahrensituation zu dokumentieren: Der Beifahrer kann auf jeden Fall Fotos oder Videoaufnahmen von dem anderen Fahrzeug machen, um die GefĂ€hrdung zu beweisen. Außerdem sollten sich Beifahrer und Fahrer so viele Details wie möglich merken: Kennzeichen, Marke, Modell, Farbe, Beschreibung des Fahrers sowie Ort und Zeitpunkt der Tat. Vor allem auf der Autobahn können sich Autofahrer an den blauen Kilometertafeln orientieren, die den Abstand zum nĂ€chsten Ort anzeigen.