Carrera Hybrid: Preis, Zubehör & Kurztest der KI-Rennbahn

Eine Carrera-Bahn ohne Schienen oder klassische Kabel-Fernbedienung? Mit der Carrera Hybrid ist das seit der Gamescom 2024 tatsächlich Realität – wir haben sie auf der Spielemesse kurz angetestet. Was die neue Bahn kann und welches Zubehör es gibt verraten wir hier.

(1/4)
Die Carrera Hybrid in der Detailaufnahme am Messestand auf der Gamescom 2024.
Carrera Hybrid-Bahn Foto: Pavel Girard

Auf der Gamescom 2024 wurde die Carrera Hybrid erstmals vorgestellt. Ihre Besonderheit: Sie kommt ganz ohne Schienen aus, stützt sich aber auf KI. 

Diverses Zubehör für die Carrera Hybrid am Messestand auf der Gamescom 2024.
Carrera Hybrid-Bahn Foto: Pavel Girard

Die Carrera Hybrid gibt es in drei Sets. Das Zubehör bleibt ähnlich zur Schienen-Bahn: Autos und Streckenteile. Seit Oktober 2025 erweitern Bluetooth-Controller das Sortiment.

Die Carrera-Bahn Hybrid mit Martin Müller (l.) und Pavel Girard auf dem Messestand.
Carrera Hybrid-Bahn Foto: Pavel Girard

Martin Müller (l.) hat die Carrera Hybrid erfunden und uns auf dem Messestand präsentiert – auch in einem kleinen Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Carrera Hybrid-Bahn in der Nahaufnahme am Messestand.
Carrera Hybrid-Bahn Foto: Pavel Girard

Kommt das Carrera-Auto an den Streckenrand, sorgt die KI dafür, dass der Wagen auf der Strecke bleibt.

Die Carrera-Bahn gehörte für viele Autofans einfach dazu. Laut ratternd rasen die per kabelgebundener Fernbedienung gesteuerten Rennwagen auf Schienen über die Kunststoff-Strecken. Mit der Carrera Hybrid kommt frischer Wind in die Welt der Slot-Racing-Rennbahnen – und bricht mit so einigen nostalgischen Details. Anstelle der klassischen Kunststoff-Steckbahn mit Metallschienen kommen beim neuen Konzept dünne Streckenelemente zum Einsatz, auf denen die nun akkubetriebenen Autos fahren können. Spieler:innen steuern die Modelle kabellos über eine Smartphone-App, die die traditionelle Fernbedienung ersetzt.

Trotz des neuen Konzepts der Carrera-Bahn bleibt der kreative Zusammenbau der Strecken erhalten. Die Smartphone-App bietet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten und Rennmodi. Gesteuert wird laut Carrera recht intuitiv – ähnlich zu einem Smartphone-Videospiel – durch das Neigen des Geräts sowie Tippen auf bestimmte Schaltflächen auf dem Bildschirm. Und noch etwas unterscheidet die Carrera Hybrid von der Schienen-Rennbahn: Bis zu 16 Spieler:innen können lokal gegeneinander antreten, im freien Modus können sogar 30 Fahrer:innen teilnehmen.
Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Preis: Die Carrera Hybrid startet bei 179,99 Euro

Bereits seit November 2024 ist die Carrera Hybrid in zwei Starter-Sets erhältlich: das Carrera Hybrid Speedway to Hell-Set und die Carrera Hybrid Devil Drivers-Box. Beide Sets umfassen zwei Porsche 911 GT3 R sowie je 15 Streckenteile für frei wählbare Streckenlayouts – wie bei den schienengebundenen Klassiker-Strecken. Der UVP beider Sets liegt bei 179,99 Euro (Stand: Oktober 2025), diverse Onlineshops bieten die KI-Rennbahn aber auch günstiger an.

Exklusiv beim Versandriesen Amazon gibt es darüber hinaus noch die Carrera Hybrid Runway Chase. Auch dieses Starterset umfasst zwei Porsche 911 GT3 R sowie 15 Streckenteile, hier jedoch mit mehr Links- statt Rechtskurven-Teilen für etwas andere Strecken-Layouts. Preis und Streckenlänge (mit dem Basisset max. 609 cm) bleiben aber identisch.

Wer lieber klassisch auf analoge statt das digitale Carrera-Erlebnis setzt: Das neue System ist nur eine Alternative zu den etablierten Schienen-Klassikern, wie dem Carrera Go!!! Max Performance Formel 1 Rennbahn-Set.

Zubehör für die Carrera Hybrid: Autos, Streckenteile und Controller

Wie auch bei den Standard-Sets mit Schienen, lässt sich das Starterset durch Zubehör erweitern. Allerdings müssen hier und da die Erwartungen etwas zurückgeschraubt werden. Eindrucksvolle Loopings – wie sie bei den Schienen-Slot-Racern möglich sind – gibt es bei der Carrera Hybrid nicht. Dafür aber diverse Track Packs, mit denen sich die Strecke beliebig verlängern und modifizieren lässt. Mit herkömmlichen Carrera-Streckenteilen sind die Carrera Hybrid-Sets nicht kompatibel.

Neben Streckenerweiterungen bietet Carrera auch zusätzliche Fahrzeuge an – schließlich sollen bis zu 16 Spieler:innen gleichzeitig an den Start gehen können. Zu Marktstart beschränkte sich die Auswahl auf verschiedene Farbtöne des Porsche 911 GT3 R. Ab Ende Oktober 2025 erweitern zudem BMW M4 GT3 sowie Ford Mustang GT3 – jeweils mit verschiedenen Rennteam-Lackierungen – die Auswahl. Im Gegensatz zu den Stromschienen-gebundenen Carrera-Autos im Maßstab 1:32 sind die Hybrid-Slot-Racer im kleineren Maßstab 1:50 gehalten.

Neben Streckenteilen und Autos sind seit Oktober 2025 auch Bluetooth-Controller teil des Zubehörs für die Carrera Hybrid. Das Smartphone samt App ist zwar nach wie vor benötigt, um die Autos fernzusteuern, die Steuerung erfolgt nun aber über den per Bluetooth mit dem Smartphone verbundenen Controller anstatt über den Touchscreen des Telefons. Der Controller kostet im UVP knapp 40 Euro (Stand: Oktober 2025).
Hinweis: Aktuell ist die Verfügbarkeit des Controllers noch lückenhaft.

Carrera Hybrid angetestet: KI-gestützter Fahrspaß mit Videospiel-Steuerung

Auf der Gamescom 2024 in Köln durften wir die damals brandneue Carrera Hybrid antesten. Neben Videospielen, Hardware und Peripherie gehören nämlich mittlerweile jede Form von Spielen und Spielzeugen in Köln fest zum Programm. Auf einem Podest hatte der Spielzeughersteller eine Rennstrecke aus den neuen Teilen zusammengestellt, zeigte uns vor dem eigentlichen Hands-on jedoch erst einmal die Smartphone-App (iOS und Android), welche anstelle der üblichen Fernbedienung bei Carrera Hybrid als Steuerungseinheit fungiert. Wie beim üblichen Racing-Videospiel eben, daher auch der Name "Hybrid".

Nach dem Start der App hält man das Smartphone quer und gibt durch Tippen und Halten oben rechts auf dem Screen Gas und bremst oben links. Berührt man hingegen am unteren Bildschirmrand das entsprechende Symbol, fahrt man mit denselben Tasten dann rückwärts. Außerdem gibt es noch einen Bereich, über den geboostet wird, was wie immer auf gerader Strecke am sinnvollsten ist. 

Hier ist aber mitnichten schon Schluss: Die App bietet zahlreiche Einstellungen und Modi, so startet ihr etwa den Schnelligkeitsmodus, mit dem ihr – klar – schneller unterwegs seid. Zudem nimmt man hier diverse Einstellungen für den Multiplayer-Modus vor. In den lokalen Rennsessions treten bis zu 16 Spieler:innen gegeneinander an, im sogenannten Freien Fahren (ohne gewählten Kurs) sogar 30.

Die Carrera-Bahn Hybrid mit Martin Müller (l.) und Pavel Girard auf dem Messestand.
Foto: Pavel Girard

Auf der Messe traten wir jedoch nur gegen einen Mitspieler an – aber einen ganz Besonderen. Carrera-Hybrid-Erfinder Martin Müller selbst brauste mit uns um die Runden und stand parallel für alle Fragen parat. Unsere Fahrt mit der Carrera Hybrid verläuft problemlos und intuitiv. Ganz locker nimmt unser knallgrüner Porsche die Kurven, während wir auf der Gerade mutig boosten und sogar dann und wann in Führung gehen. Das Rennen macht aber schließlich (und natürlich) Müller mit seinem weißen GT3 R.

Carrera Hybrid nutzt dabei eine künstliche Intelligenz, welche verschiedenen Zwecken dient. Neben der peniblen Berechnung unterschiedlicher Echtzeitrennparameter für mehr Simulation sorgt die KI vor allem dafür, dass euer Wagen automatisch wieder Richtung Bahnmitte gelenkt wird, wenn er droht auszubrechen. So fährt sich das kleine Auto wortwörtlich quasi von selbst.

Dennoch muss man immer wieder selbst lenken, was ähnlich wie einst beim Sixaxis-Controller der PlayStation durch das Neigen des Smartphones in die entsprechende Richtung erledigt wird. All das hat auf der Gamescom in Köln wunderbar funktioniert und definitiv Lust auf mehr gemacht. Das eigenartige, hybride Fahrgefühl ist in Worten schwer zu erklären, aber es fühlt sich richtig gut an. Es geht aber deutlich gemächlicher voran, als bei der "normalen" Carrera-Bahn. Selbst im Schnelligkeitsmodus und mit Boost erreichen die Racer von Carrera Hybrid nicht die Geschwindigkeiten der größeren Brüder.
von Pavel Girard (erstmalig erschienen auf tvmovie.de)

Akku und Aufladung: Schnell wieder einsatzbereit

Die Akkulaufzeit der Carrera Hybrid-Autos beträgt laut Hersteller etwa 30 min. Die Aufladung der Autos erfolgt über einen USB-C-Port direkt am Unterboden des Fahrzeugs. Mit der Weiterfahrt muss aber nicht allzu lange gewartet werden: Die Batterien lassen sich laut Carrera innerhalb von 20 min vollständig aufgeladen.

Carrera Hybrid auch ohne KI nutzbar: So deaktivieren

Die KI-Unterstützung der Carrera Hybrid kann auch deaktiviert werden. So lassen sich die Autos auch manuell fahren, ohne von der künstlichen Intelligenz auf Kurs gehalten zu werden. Möglich ist das über das Einstellungsmenü in der Smartphone-App, die zum Steuern der Autos benötigt wird. Ist die KI ausgeschaltet, wird das Fahren natürlich anspruchsvoller, da die Fahrzeuge ohne KI-Unterstützung wie ferngesteuerte Autos funktionieren und nicht automatisch die Spur halten.