Offene Gelände-Klassiker: Mercedes G-Klasse und Jeep Wrangler

(1/14)
Cabrio Offroader: Mercedes G-Klasse Jeep Wrangler
Cabrio Offroader - Mercedes G-Klasse und Jeep Wrangler

Immer schön sachte: bulliges Drehmoment, schier unerschöpfliche Traktion und das Ganze offen: Wrangler und Mercedes G sind über die Jahre gereifte Geländeprofis

Cabrio Offroader: Mercedes G Klasse Jeep Wrangler
Cabrio Offroader - Mercedes G-Klasse und Jeep Wrangler

Bevor es losgeht, werden Mercedes und Jeep in Cabriolets verwandelt

Mercedes G 500 Charakteristische Silhouette
Mercedes G 500

Die charakteristische Silhouette des klassischen Gelände-Mercedes ragt aus dem Wasser

Mercedes G 500 Vorderansicht
Mercedes G 500

Den Mercedes G gibt es als Cabrio nur in der Kurzversion

Mercedes G 500 Heckansicht
Mercedes G 500

Der Mercedes G 500 macht den Anfang und kriecht im Schrittempo über die üble Piste

Mercedes G 500 Karosserie
Mercedes G 500

Die Karosserie wankt derbe hin und her, gelegentlich heben einzelne Räder vollständig ab

Mercedes G 500 Differenzialsperren
Mercedes G 500

Im weichen Sand kommen dem Mercedes G-Modell seine Differenzialsperren zugute

Mercedes G 500 Hochwertiges Cockpit
Mercedes G 500

Luxus für das Urgestein: Leder und Holz-Deko auf kantigem Grundthema

Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD Viertürer
Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD

Den offenen Wrangler gibt es als praktischen Viertürer

Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD Langer Radstand: 2947 mm
Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD

Doch ein Viertürer ist mit langem Radstand (2947 mm) unterwegs – immer wieder setzt er auf allzu scharfen Buckeln auf

Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD Fahrspaß
Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD

Ausgelassen toben wir durchs Terrain und wühlen uns wahlweise mit viel Gefühl oder brachialer Gewalt durch die Dünen

Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD Flugeinlage
Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD

Airborne. Ein echter Jeep muss auch gelegentliche Flugeinlagen wegstecken können. Mit zu viel Schwung prügelt er den Wrangler über eine Kante; Meterweit segelt der Amerikaner und plumpst schließlich glücklicherweise auf allen vier Rädern in den Sand

Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD Heckansicht
Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD

Doch es geht auch gefühlvoll, kurzer Reduktionsstufe sei Dank

Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD Jeep-Cockpit
Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD

Behutsam in die Neuzeit: Das Jeep-Cockpit ist funktional mit eingestreuten Lifestyle-Elementen

Sie sind die Dinosaurier der Cabrio-Szene: Mit Jeep Wrangler Unlimited Sahara 2.8 CRD und Mercedes G 500 über Stock und Stein

Und nochmal: Reißverschlüsse hinten auf, Klettstreifen entratschen, die störrischen Krempen aus den seitlichen Karosseriefalzen rupfen. Dann die Seitenteile ausbauen und ab damit in den Kofferraum. Nun das ganze lulatschlange Verdeck vorn entriegeln, kräftig nach oben drücken. Die Verriegelung auf halber Strecke zuerst links, dann rechts ausklinken und jetzt das gesamte Riesensegel aufs Heck klappen. Dort liegt es dann wie Kraut und Rüben. Wer das Viermann-Zelt final loshaben möchte, darf schon mal den großen Kreuzschlitzschraubendreher auspacken - Ungefähr so lässt sich die Prozedur schildern, mit der sich ein Jeep Wrangler in ein Der große Cabrio-Katalog 2011 verwandelt. Komfortverwöhnte Mitteleuropäer winken da entrüstet ab – und verpassen den ganzen Spaß. Denn wer den Wrangler mit all den Stahldach und Nackenheizungs-Weicheiern vergleicht, hat nicht verstanden, was „offen fahren“ bedeutet.

Mehr faszinierende Themen: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Im Mutterland des Jeep machen uns die echten Freaks vor, wie es gemacht wird. Zugegebenermaßen meist im sonnigen Kalifornien, den Wüstengegenden von Arizona und New Mexico. Plötzliche Wolkenbrüche und zögerliche Frühlingsanfänge sind da weniger ein Problem. Also: Kreuzschlitzschrauben am Gestänge ausdrehen, das gesamte Verdeck wegtragen und für immer ganz hinten in der Garage vergessen. Dann die Türen aushängen (deshalb also die außenliegenden Scharniere) und zuletzt noch die Windschutzscheibe nach vorn klappen. Fertig ist ein Cabrio, bei dem ab Spielstraßentempo ein regelrechter Taifun durchs Cockpit pfeift. Wir haben uns bei der ersten Ausfahrt der Cabrio-Saison trotzdem gegen die Hardcore-Variante entschieden. Und fühlen uns ganz und gar nicht verweichlicht dabei.

WASSER VON UNTEN
Eine dünne Eisschicht splittert, als der Wrangler mit dem Bug voraus in einen hüfttiefen Tümpel taucht, der uns von der anderen Seite des Neandertals trennt. Mit ausgehängten Türen würde spätestens jetzt die braune Brühe im Fußraum stehen. Zumal das lose Geröll am Grund ein vorsichtiges Waten verhindert. Hier hilft nur Feuer. Der große Vierzylinder-Diesel rumpelt los, schnell läuft die Bugwelle über die Motorhaube, aus den Radhäusern gischten wahre Fontänen. Zehn Meter weiter hinten flucht der Mannin der Mercedes G-Klasse wie ein Bierkutscher: Das schicke Leder-Interieur des kantigen Nobel-Offroaders ist hellbraun gesprenkelt, die Scheibenwischer kommen kaum gegen den Wasser-Schwall an, der vom Heck des Jeep aufgeschleudert wird.

Der Kollege im Mercedes erkennt seinen Fehler schnell und geht vom Gas. Mit dem Resultat, dass sich der G 500 nun im Teichuntergrund eingräbt. Sendepause, nichts geht mehr. Eigentlich ein idyllisches Bild: Die charakteristische Silhouette des klassischen Gelände-Mercedes ragt aus dem Wasser, von sanft schwappenden Wellen umspült, und aus den unter Wasser liegenden Auspuffenden gurgelt der große V8 im Leerlauf. Dann aber spielt der G seine Trümpfe aus: Getriebeuntersetzung aktiviert, alle drei Sperren werden eingelegt, und nun darf das bullige Drehmoment des 5,5-Liter-V8 ganz sachte ziehen. Wenige Sekunden später ist der Mercedes alle Leinen los, er brandet dem Ausgang entgegen und schwappt schließlich mit grollendem V8-Sound in einer Riesenwelle aufs trockene Land.

LANGSAM VORAN
Genau so unterhaltsam war das Ganze geplant, schließlich sind beim Fahren im Gelände mehr Erlebnisse pro Kilometer zu verbuchen. Idealer Einstieg in die Cabrio-Saison also, für eine Tagestour im Sportwagen wäre es deutlich zu kalt. Also kurze Orientierungsphase, und weiter geht’s.

Gleich hinter dem glücklich gemeisterten Wasserloch führt eine schwindelerregend steile Rampe ins Dickicht, die Offroader schrauben sich mühelos hinauf. Nach einem engen Bergabknick führt eine mit tiefen Löchern und Wellen durchsetzte Strecke hinauf zum großen Sandspielplatz.

Der Mercedes G 500 macht den Anfang, kriecht im Schrittempo über die üble Piste. Die Karosserie wankt derbe hin und her, gelegentlich heben einzelne Räder vollständig ab, wenn die Verschränkung des extrem geländetauglichen Autos nicht mehr ausreicht. Der Jeep könnte das vielleicht etwas besser, hat allerdings einen großen Nachteil: Er ist als viertürige Unlimited-Version mit langem Radstand unterwegs – immer wieder setzt er auf allzu scharfen Buckeln auf.
Johannes Riegsinger

JEEP ALS LUFTIKUS
Trotzdem schaffen es die beiden Geländetiere bis zum Gipfel und werden nun mit einer Spielstunde im weichen Sand belohnt. Ausgelassen toben wir durchs Terrain, wühlen uns wahlweise mit viel Gefühl oder brachialer Gewalt durch die Dünen. Und dieses Mal ist es der Jeep-Fahrer, der beinahe vorzeitig die Arena verlassen muss: Mit zu viel Schwung prügelt er den Wrangler über eine Kante, dahinter fällt das Gelände steil ab. Meterweit segelt der Amerikaner – und plumpst schließlich glücklicherweise auf allen vier Rädern in den Sand. Zur Strafe muss der Jeep-Fahrer das Verdeck-Ungetüm für die Heimfahrt allein auflegen, mit eiskalt gefrorenen Fingern kein wirklicher Spaß. Der Mann im Mercedes hat da nur die etwas steife Persenning zu bewältigen – danach wird per Knopfdruck vollstreckt. Weichei!

MOTOREN, TECHNIK, AUSSTATTUNGEN
 

Mercedes G 500
Jeep Wrangler
Motor V8-Zylinder,
4-Ventiler 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel Hubraum 5461 cm³ 2777 cm³ Leistung
bei 285 kW / 381 PS
6000 /min 130 kW / 177 PS
3800 /min Max. Drehmoment
bei 530 Nm
2800 - 4800 /min 410 Nm
2000 - 2600 /min Getriebe Siebenstufen-
Automatik 6-Gang,
manuell Antrieb permanenter
Allradantrieb zuschaltbarer
Allradantrieb 0-100 km/h 5,9 s 10,7 s Höchstgesch. 210 km/h 172 km/h EU-Verbrauch
 14,7 l S / 100 km 7,4 l D / 100 km L/B/H  4257 / 1760 / 1931 mm  4751 / 1873 / 1900 mm Radstand  2400 mm 2947 mm Leergewicht  2300 kg 2035 kg Kofferraumvolumen  250 - 1580 Liter 496 - 935 Liter KOSTEN     Grundpreis  98.401 € 32.750 € AUFBAU + FAHRWERK       Zweitüriger Geländewagen mit halbelektrisch betätigtem  Stoffverdeck. Rundum: Starrachsen, Längslenker, Panhardstab, Federn, Dämpfer, Kugelumlauflenkung, Servo hydraulisch. ESP Viertüriger Geländewagen mit manuell betätigtem Stoffverdeck. Rundum:  Starrachsen, Längslenker, Panhardstab,  Federn, Dämpfer, Kugelumlauflenkung, Servo hydraulisch. ESP Bereifung
rundum: 265/70 R 16 rundum: 255/75 R 17
 















AUTO ZEITUNG