Mehr als ein Restomod: Dieser BMW E9 hat einen M5 verschluckt
Anstatt einen Klassiker wie den BMW 3.0 CSL mit Teilen eines M5 aufzumotzen, hat MKO die beiden Bayern komplett verschmolzen.
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MKO fusioniert zwei historische BMW zu einer einzigartigen Mischung
Einen Restomod zu bauen ist mühsam und mit Kompromissen behaftet. Für die technische Aufrüstung eines Oldtimers muss man passende Teile finden oder passend machen. Fast noch aufwendiger, aber weniger kompromissbehaftet, ist die Methode von MKO. Die V8-Fans aus dem niederbayrischen Wörth haben einem M5 der Generation E39 die Karosse eines BMW 3.0 CSL übergestülpt. Heraus kam eine Power-Limousine der späten Neunziger im Gewand der Siebzigerjahre-Ikone BMW E9. Jetzt steht die einzigartige Fusion zum Verkauf.
Auf den ersten Blick gibt sich die Synthese kaum als solche zu erkennen. Der Frontspoiler, der Dachflügel und die Finnen auf den vorderen Kotflügeln zitieren das legendäre CSL-Batmobil, das als Gründervater der späteren BMW Motorsport-GmbH gilt. Allein die vierflutige Auspuffanlage und die nicht zeitgenössischen 19-Zöller von Alpina verraten, dass mit diesem 3.0 CSL etwas nicht stimmt. Im Innenraum hingegen wird klar: Dieser E9 steht einem E39 technisch deutlich näher als seinem historischen Vorbild. Folgerichtig schmückt sich das Interieur mit Komfortmerkmalen, die in den Siebzigerjahren nicht üblich waren: Zwei-Zonen-Klimaanlage, beheizte Vordersitze und Touchscreen gibt es nur in diesem E9. Auch Airbags und Multifunktionslenkräder waren damals noch nicht erfunden.
Der BMW M5 im Fahrbericht (Video)

Der V8 schiebt mit über 400 PS an
Beim Drehen des Zündschlüssels erwacht auch kein Sechszylinder zum Leben, denn der E39 hatte einen zugleich drehmomentstarken und drehfreudigen 4,9-l-V8 unter der Haube. Nach einer leichten Überarbeitung auf 432 PS (318 kW) erstarkt – mehr als das Doppelte der Leistung des E9, der maximal 206 PS (151 kW) an die Hinterräder schickte – schiebt der Sauger das Schmuckstück an wie ein doppelter Espresso auf leeren Magen.
Auch das originale Sechsgang-Schaltgetriebe des M5 ist an Bord. Nur die Kardanwelle und der Radstand mussten um gut 20 cm gekürzt werden, um mit dem zierlichen Layout des E9 zu harmonieren. Damit die dicken Walzen unter die Karosserie passen, hat MKO zudem die Radhäuser erweitert. Insgesamt zeigt sich der bayerische Silberpfeil so stark modifiziert, dass MKO laut der Zulassungspapiere sogar als Hersteller, nicht als Tuner, gilt. Dennoch ist die M5-DNA omnipräsent, bis hin zur Bremsanlage mit ABS, die das Coupé zügeln soll.
Derzeit will sich der Eigner von seinem „E39-9“ trennen. Bei der Auktion auf der Online-Plattform Bring a Trailer wurde allerdings der Reservepreis nicht erreicht, das Höchstgebot steht bei 122.000 Euro (Stand: 30. Juni 2026). Angesichts des Bauaufwands erscheint diese Summe nicht übertrieben. Vielleicht erscheint der Wagen den Bietenden nicht als exklusiv genug, denn als einziger E9 mit V8 kann er nicht gelten. Der damalige BMW-Entwicklungschef Bernhard Osswald nutzte in den frühen Siebzigern einen Entwicklungsprototyp mit 5,0-l-V8 als Dienstwagen. Angesichts der Ölkrise wurde dieses Projekt aber leider eingemottet.



















