Verpflichtende Assistenzsysteme: Neuwagen (EU/2022) Blackbox und Alkoholkontrolle für Neuwagen ab 2022

von Christina Finke 12.12.2019

Die EU-Staaten haben endgültig für verpflichtende Assistenzsysteme gestimmt: Ab 2022 müssen in der EU alle Neuwagen unter anderem mit einer Alkohol-Wegfahrsperre sowie Notbrems- und Spurhalteassistenten ausgestattet sein!

Neue Autos müssen in Europa ab 2022 verpflichtend mit einer Reihe elektronischer Assistenzsysteme wie etwa einer Alkohol-Wegfahrsperre ausgestattet werden. Das haben die EU-Staaten Anfang November 2019 endgültig beschlossen, die politische Entscheidung zwischen Unterhändlern des EU-Parlaments und der EU-Staaten war bereits im Frühjahr 2019 gefallen. Die Alkohol-Interlock-Systeme sollen künftig dafür sorgen, dass neue Autos nicht mehr anspringen, wenn der Fahrer betrunken ist. Darüber hinaus müssen alle neu verkauften Kraftfahrzeuge nach den neuen Vorschriften ab 2022 weitere neue Sicherheitsfeatures haben. Dazu gehören Warnsysteme, die fehlende Aufmerksamkeit und Müdigkeit erkennen. Außerdem soll es einen Unfalldatenspeicher geben, ähnlich einer Blackbox bei Flugzeugen. Autos und Lieferwagen müssen zusätzlich Notbrems- und Spurhalteassistenzsysteme an Bord haben. Außerdem soll mit "erweiterten Kopfaufprallschutzbereichen" die Gesundheit und das Leben von Fußgängern und Radfahrern besser geschützt werden. Mehr zum Thema: Abbiege-Assistenten zur Nachrüstung für Lkw

Alkohol-Interlock-System im Video:

 
 

EU-Neuwagen: Alkohol-Wegfahrsperre ab 2022 Pflicht

Das Europaparlament hatte bereits Mitte April 2019 Pläne zur Einführung einer automatischen Tempobeschränkung für Neuwagen ab 2022 gebilligt. Die Intelligent Speed Adaption sollte demnach Autofahrer zukünftig daran hindern, Geschwindigkeiten zu überschreiten. Die Elektronik des Fahrzeugs sollte dabei anhand von digitalen Straßenkarten oder einer Verkehrszeichenerkennung Tempolimits sowie eventuelle Geschwindigkeitsüberschreitungen erkennen und den Fahrer mit Hilfe von akustischen und visuellen Warnhinweisen darauf aufmerksam machen. Fährt der Wagen trotzdem über einen längeren Zeitraum schneller als erlaubt, könnte das System die Geschwindigkeit reduzieren, indem es die Motorleistung drosselt. Für Überholvorgänge sollten Fahrer dennoch noch kurzfristig beschleunigen können, außerdem ließe sich das System bei allen Fahrzeugen übersteuern. Angst vor einer Zwangsbremsung durch die automatische Tempobeschränkung müssten Autofahrer folglich nicht haben.

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Verpflichtende Assistenzsysteme: Vertrauen und Akzeptanz verbessern

Der EU-Komission zufolge kamen 2017 rund 25.300 Menschen auf Europas Straßen ums Leben, 90 Prozent aller Unfälle führt sie auf menschliches Versagen zurück. Daher geht die Behörde davon aus, dass mithilfe der vorgeschlagenen Maßnahmen auf europäischen Straßen im Zeitraum bis 2038 25.000 Menschenleben gerettet werden und mindestens 140.000 schwere Verletzungen vermieden werden können. Die geplante Pflicht für elektronische Kontrollsysteme wie die automatische Tempobeschränkung sollen Autofahrern außerdem dabei helfen, sich allmählich an die neuen Fahrerasisstenzsysteme zu gewöhnen und das Vertrauen sowie die Akzeptanz automatisierter Fahrzeuge verbessern, um so den Weg in eine fahrerlose Zukunft zu ebnen. Die Pflicht soll in Europa ab dem Jahr 2022 für neu entworfene Fahrzeugtypen gelten. Ab 2024 sollen dann sämtliche Neuwagen mit den Sicherheitsausstattungen wie der automatischen Tempobeschränkung ausgestattet sein. Zur finalen Umsetzung der verpflichtenden Hightech-Hilfen fehlt nur noch die Zustimmung des EU-Minsterrats.

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