Alpina B3 2.7 und B3 Biturbo Cabriolet – Reportage

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Alpina B3 Biturbo und B3 2.7 Cabriolet: Bereits seit Mitte der 80er-Jahre interpretiert ALPINA das BMW 3er-Cabrio neu
Alpina B3 Biturbo und B3 2.7 Cabriolet

Bereits seit Mitte der 80er-Jahre interpretiert ALPINA das BMW 3er-Cabrio neu

Alpina B3 Biturbo und B3 2.7 Cabriolet
Alpina B3 Biturbo und B3 2.7 Cabriolet

Neben dem selbstbewusst-breiten Biturbo-Cabriolet wirkt das schlanke Ur-Modell aus den 80ern wie ein schüchternes Mädchen vom Lande

Das Alpina B3 2.7 Cabriolet kostete 80.300 Mark
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Das Ur-Modell kostete damals, im Jahre 1990, 80.300 Mark

Alpina B3 2.7 Cabriolet Heckansicht
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Die Heckansicht des Ur-Modells mutet gegenüber dem neueren B3 deutlich verhaltener an

Alpina B3 2.7 Cabriolet Höchstgeschwindigkeit 217 km/h
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 217 km/h

Alpina B3 2.7 Cabriolet in 8,0 Sekunden auf Tempo 100
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Der Spurt von null auf hunder gelingt in 8,0 Sekunden, mit Schaltgetriebe sogar in 7,5 Sekunden

Alpina B3 2.7 Cabriolet spartanischer Innenraum
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Der Innenraum mutet aus heutiger Sicht recht spartanisch an

Alpina B3 2.7 Cabriolet Vierspeichen-Lenkrad
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Vierspeichenlenkrad mit Alpina-Logo

Alpina B3 2.7 Cabriolet vierspeichiges Lenkrad
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Vierspeichiges Lenkrad im Ur-Modell des B3-Cabrios

Alpina B3 2.7 Cabriolet Sonderanfertigung auf Bestellung
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Exlusivität garantier: Nummer des angefertigten Modells

Alpina B3 2.7 Cabriolet Automatik mit vier Gängen
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Die Automatik hat vier Gänge

Alpina B3 2.7 Cabriolet Mittelkonsole
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Zusätzliche Bedienelemente in der Mittelkonsole

Alpina B3 2.7 Cabriolet inklusive Blaupunkt-Radio mit Kassettendeck
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Bordunterhaltung damals: Blaupunkt-Radio mit Kassettendeck

Alpina B3 2.7 Cabriolet mit Digitalanzeigen für die Vitalfunktionen von Motor und Differenzial
Alpina B3 2.7 Cabriolet

ALPINA-Digitalanzeigen für die Vitalfunktionen von Motor und Differenzial

Alpina B3 2.7 Cabriolet Seitentür
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Seitentür: Der Schlüssel passt

Alpina B3 2.7 Cabriolet Urahn des Biturbo
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Der Ur-Ahn verlangt einige Handgriffe, bevor der Wind ins Cockpit darf

Alpina B3 2.7 Cabriolet 2,7-Liter-Reihensechszylinder mit 204 PS
Alpina B3 2.7 Cabriolet

Der 2,7-Liter jubiliert jenseits der 4000 Touren herzergreifend

Alpina B3 Biturbo 005
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Der Preis: 67.800 Euro (2010 abgelöst vom B3 S mit 400 PS)

Alpina B3 Biturbo Spitzengeschwindigkeit 280 km/h
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Die Höchstgeschwindigkeit des Biturbo-Cabrios ist bei 280 km/h erreicht

Alpina B3 Biturbo in 4,8 Sekunden auf Tempo 100
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Das neue Alpina-Cabrio sprintet in 4,8 Sekunden auf Tempo 100

Alpina B3 Biturbo mit großen Leder-Serien-Sitzen
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Die großen Seriensitze sind aus weichem Leder

Alpina B3 Biturbo edles Holz im B3-Cockpit
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Edles Holz im neuen B3-Cockpit

Alpina B3 Biturbo Dreispeichenlenkrad
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Dreispeichenlenkrad mit Alpina-Logo

Alpina B3 Biturbo exklusive Anfertigung geringer Stückzahlen
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Exklsuivität ist bei der Fertigung geringer Stückzahlen garantiert

Alpina B3 Biturbo
Alpina B3 Biturbo Cabriolet
Alpina B3 Biturbo mit Sechsgangautomatik
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Die Sechsgangautomatik schaltet hellwach

Alpina B3 Biturbo Entertainment-System
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Volle Laustärke ist mit dem Entertainment-System des B3-Cabrios gerantiert

Alpina B3 Biturbo öffnet bequem per Tastendruck
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Das aktuelle B3-Cabrio lässt sich bequem per Tastendruck öffnen

Alpina B3 Biturbo Reihensechszylinder mit 360 PS
Alpina B3 Biturbo Cabriolet

Unter der Haube werkelt der Biturbo-Reihensechszylinder mit 360 PS

Bereits seit Mitte der 80er-Jahre interpretiert ALPINA das Thema BMW 3er-Cabriolet auf eigene Weise. Sonnige Impressionen einerAusfahrt im B3 2.7 von gestern und im B3 Biturbo von heute

Es ist nicht mehr zu übersehen: Der erste offene 3er-BMW, das E30 Cabriolet, hat Karriere gemacht. Es hat sich vom Verbrauchswagen, den junge Erwachsene mit Spoilergetöse, tiefem Disco-Fahrwerk und Boah-ey-Auspuff auf unwürdige Weise zu Tode reiten, zum Liebhaberauto gewandelt, das in den letzten Jahren bis zur Verleihung des H-Kennzeichens nur noch im Sommer aus der Garage kommt.

Den Klassiker-Status hat der E30 zweifellos verdient. Denn er begründete 1985 die ungebrochene Tradition, dass jeder 3er auch als Cabrio gebaut wird. Und wie BMW hält es auch ALPINA, wo man sich aller Modellgenerationen des einst kleinsten BMW annahm und sie – nach Art des Hauses mit modifi zierter Technik und dezenten Eingriffen in Interieur und Exterieur – zum ALPINA B3 weiterentwickelte, der leistungsmäßig zwischen dem jeweils stärksten Serienmodell und dem M3 liegt.

Beim grünen Biturbo der aktuellen Baureihe E93 bedeutet dies: 360 PS und 500 Newtonmeter, wobei in diesem Frühjahr mit dem Facelift ein B3 S mit 400 PS und 540 Newtonmetern auf den Markt kommt.

Da wirken die Eckdaten des schwarzen B3 2.7 Cabrio von 1990, dessen Motor ALPINA aus Serien-Teilen sowie selbst entwickelten Komponenten wie geschmiedeten Kolben, überarbeitetem Zylinderkopf, Fächerkrümmer und durchsatzfreudiger Auspuffanlage baute, wie ein laues Lüftchen: Der 2,7 Liter große Sechszylinder bringt es auf 204 PS und 265 Newtonmeter.

Doch keine falschen Schlüsse bitte: Damit überbot der B3 2.7 den 325i um 34 PS und war zeitweise sogar stärker als der M3, dessen drehzahlhungriger Vierzylinder es anfangs auf nur 195 PS brachte.

FANFAREN VON BUCHLOE
Damals wie heute gilt, dass diese 204 PS ausnehmend gut im Futter stehen. Obwohl unser Fotoauto durch eine Wandlerautomatik mit nur vier Vorwärtsgängen ein wenig eingebremst wird, kann sein Temperament auf der Fahrt durch die Eifel immer wieder für Verblüffung sorgen.

Aus dem leicht unrunden Leerlauf heraus nimmt der 2,7-Liter seidig Drehzahl auf, zieht bis etwa 4000 Umdrehungen putzmunter und merklich kräftiger als ein 325i durch – und gibt dann bis rund 6500 Umdrehungen eine Zugabe, die in dynamischer wie akustischer Hinsicht hohes Suchtpotenzial besitzt.

Als hätten die Entwickler in Buchloe in der Software eine Art Fast-Forward-Funktion hinterlegt, strebt die orangefarbene Drehzahlmessernadel von einem zweiten Wind gepusht dem roten Warnbereich entgegen, während sich die zwei Auspuffendrohre in Trompete und Posaune verwandeln und eine fröhliche Fanfare blasen. Im nächsten Gang, der beim Kickdown leicht ruckelnd die Arbeit aufnimmt, geht das Spiel munter weiter, während Fahrer moderner Autos zum Teil sehr irritiert gucken. So alt – und so schnell?

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Naja, Tempo ist relativ. Das zeigt sich beim Umsteigen in den Biturbo, der durch seine größere, unübersichtlichere Karosserie und das durchgestylte Interieur mit Navigations- und iDrive-System weniger ursprünglich und irgendwie ernsthafter wirkt.

Dass er rund 350 Kilogramm schwerer ist als der B3 2.7, ist jederzeit zu spüren. Nicht nur wegen der geringeren Karosserieverwindungen, sondern auch in vermeintlich unwichtigen Details. Schalter und Tasten fühlen sich solider an, und die breiten, dick gepolsterten Sitze sind bequemer als die Pendants im schmal geschnittenen Vor-Vor-Vorgänger.

Langstreckentauglich sind die allerdings auch. Dank modernerer Radführungselemente und breiterer, besser haftender Reifen kann der Biturbo zwar Kreise fahren um den schmal bereiften B3 2.7, der wie seine Nachfolger Räder im klassischen ALPINA-Styling trägt – nur eben im winzigen 16-Zoll-Format. Doch der federleicht in der Hand liegende Oldie lenkt leichtfüßiger ein, obwohl seine Lenkung indirekter übersetzt ist.

Erst bei Geradeausfahrt verlieren die 1,7 Tonnen des aktuellen B3 Biturbo Cabriolet an Bedeutung, je näher das Gaspedal dem Bodenblech kommt. Der Biturbo, der leicht rau klingt wie ein Skilehrer nach einer Nacht mit viel Obstler und zu vielen Zigaretten, ist ein Mehrkämpfer mit drei Professorentiteln und allerbesten Umgangsformen. Er beherrscht das ganze Repertoire – vom flüsterleisen Rollen übers souveräne Antreten beim Zwischenspurt bis hin zum gewalttätigen Reißen bis 7000 Touren mit geschliffenem Nachladen der Sechsgangautomatik.

Unterm geschlossenen Blechdach lässt es sich gut reisen – mit nicht zu lautem Windrauschen selbst bei 240 km/h. Der B3 2.7 ist bei diesem Tempo (ja, das schafft er trotz nur 204 PS) eine sturmumtoste Raumkapsel, die jeden verstummen lässt. Spielt das Kassettenradio deinen Lieblingssong, gehst du besser vom Gas, um ihn genießen zu können. Im Biturbo drehst du einfach die Lautstärke höher.

Der E30 musste damals eben kein Alleskönner-Cabrio sein wie der E93, dessen dreiteiliges Dach per Knopfdruck im Kofferraum verschwindet. Also anhalten und mit wenigen Handgriffen das Stoffdach wegpacken, die Seitenscheiben runterfahren und die kleinen Sträßchen suchen. Leise summt der Reihensechser, der Blick gleitet beglückt übers ALPINA-Holz durch die kaum geneigte Windschutzscheibe, und plötzlich ist er da, der Master-Plan: B3 2.7 mit Saison-Kennzeichen, B3 Biturbo für alle Tage.
Michael Harnischfeger

AUTO ZEITUNG